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Wolfenstein: The New Order – Review

 

Kompromisslos, puristisch und auf gar keinen Fall von der Stange, das ist Bethesda´s Wolfenstein: The New Order. Dabei begegnen wir einem alten Bekannten, nämlich William „B. J.“ Blazkowicz. Dieser sollte den alten Hasen, aus einer ganzen Reihe indizierter Games, bekannt sein. Mit Wolfenstein: The New Order, wird uns eine deftige Portion Oldschool-Shooter-Action serviert, bei der das Spiel aber trotzdem nicht zu einem schnöden, x-beliebigen Schlachtfest verkommt.

Crash, Boom, Bang….

Die Story ist gut strukturiert, jedoch überschaubar aber trotzdem nicht unbedingt vorhersehbar. Wir beginnen 1946, der Auftrag, ein letztes, verzweifeltes Aufbäumen gegen das Regime. Genau da steigen wir ein, als Co-Pilot eines Militärflugzeuges. In kurzen, gescripteten Sequenzen lernen wir die grundlegende Steuerung, dürfen über das Bordgeschütz feindliche Jets zerlegen und springen anschließend noch auf die Tragfläche eines anderen Fliegers. Unser Ziel erreichen wir ziemlich unsanft und müssen erstmal einmal feststellen, dass die nette Floskel: Mann gegen Mann, hier nicht so ganz zutreffend ist.

Wolfenstein: The New Order 01
Auf den Hund gekommen…

Stählerne Jagd-Hunde, Dreibeinige Panzer-Roboter und auch die einfachen Fußsoldaten scheinen nicht ganz von diesem Stern zu sein. Ganz egal, denn als gestandener Videospiele-Held schlagen wir uns durch die feindlichen Linien und infiltrieren schließlich eine Festung, in der es dann schon etwas heftiger zur Sache geht. An allen Ecken und Enden spritzt das Blut und wir merken spätestens hier, wo „id“ draufseht, da ist definitiv auch „id“ drin. Haben wir uns auch hier unseren Weg gebahnt, landen wir mehr oder minder freiwillig, in einer nicht ganz so einladenden Experimentierstube, in welcher wir auch unseren persönlichen Schatz  Wilhelm „Totenschädel“ Strasse begegnen. Diese ungemütliche Begegnung bleibt nicht ganz folgenlos. Ihr müsst eine Entscheidung treffen, welche den gesamten Spielverlauf erheblich beeinflusst. So lernt ihr, je nachdem wie eure Entscheidung ausfällt, andere Charaktere kennen und eure Fähigkeiten entwickeln sich auf eine andere Art und Weise. Die Grundfunktion beim Erlernen der Fähigkeiten ist allerdings immer die gleiche: erfüllt ihr mit einer Waffe die Anforderungen, steigt eure Fertigkeit. Haben wir unsere Entscheidung getroffen, geht das ganze Gemetzel erst richtig los. Allerdings erst knappe 14 Jahre später, denn der Anstandsbesuch im Schlösschen blieb nicht ohne Folgen. 14 Jahre Dämmerzustand in einer kleinen Landklinik waren der Hauptpreis.

Bis zum Mond, und wieder zurück!

Fortan spielt ihr in Wolfenstein: The New Order auf abwechslungsreichen Schauplätzen, welche euch Freiheiten geben, die man von früheren Wolfenstein-Teilen nicht unbedingt kannte. So besucht ihr unter anderem ein Gefängnis, infiltriert ein U-Boot oder kämpft euch auf einer zerstörten Brücke in Richtung Ziel. Dabei sind die Level so strukturiert, dass ihr dank eurer Ausrüstung sogar die Möglichkeit habt, mehr oder weniger im Schleichmodus zu agieren.

Wolfenstein: The New Order 02
Schöner Wohnen 2.0

Die KI verhält sich hier teilweise aber etwas verwirrt und nicht so exakt, wie wir es von anderen Stealth-Titeln, wie zum Beispiel Splinter Cell, gewohnt sind. Alles in allem geht das aber in Ordnung. Stärkere Gegner, und davon gibt es nicht wenige, sind durch geschicktes Nutzen der Umgebung, ebenfalls gut zu überwinden. Zudem stehen euch ganze fünf Schwierigkeitsgrade zur Verfügung und ihr könnt zusätzliche Spielmodi freischalten, indem ihr Unterwegs die Sammelobjekte findet. Neben den Sammelobjekten findet man noch eine ganze Reihe anderer Fundstücke wie Fotos, Schallplatten, Zeitungsberichte oder Briefe. Diese versuchen die Geschichte um Wolfenstein: The New Order etwas tiefgründiger zu gestalten, was allerdings, trotz der durchaus unterhaltsamen Schallplatten, nicht wirklich gelingt. Ähnlich ist es bei den Charakteren. Klar, B.J. Blazkowiecz ist ein Haudegen der alten Schule und seine vereinzelten Monologe gewähren uns einen ordentlichen Einblick in sein Seelenleben. So interessant unser Riese auch ist, so blass bleiben die anderen Protagonisten im Vergleich zu ihm. Was äußerst Schade ist, denn wir treffen durchaus charismatische Typen und gerade Max Hass hat neben Frau Engel und ihrem „Bubi“ einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Zwischen den einzelnen Missionen haltet ihr euch im geheimen Hauptquartier auf, in dem ihr neben einer Menge Informationen, auch ein paar kleinere Aufgaben finden könnt, welche die Story in Wolfenstein: The New Order vorantreiben. Ein spezielles Goodie der Entwickler ist ein Albtraum, der euch geradewegs zu Wolfenstein 3D katapultiert.

Spitzen Comeback!

Wolfenstein: The New Order an sich, erstrahlt in einem grafisch ordentlichem Gewand. Jedoch ist die Konsolen-Version weder auf der PS4, noch auf der XBox One, wirklich brilliant. Vereinzelt, zum Glück nicht zu häufig, fallen einem schwammige und unscharfe Texturen auf, die den Spielspaß aber definitiv nicht mindern. Ein wenig Verzweiflung kommt wegen der deutschen Lokalisierung schon auf. Nicht etwa wegen schlechter Synchronsprecher. Ganz im Gegenteil, die deutsche Stimme unseres Helden stellt die der Original Version absolut in den Schatten, sondern eher wegen der Abmischung. So kann man häufig Dialoge nicht einwandfrei verstehen, weil die Umgebungsgeräusche schlichtweg zu laut abgemischt sind. Nichtsdestotrotz ist es zeitweise ein Genuss, dem Ganzen einfach zu lauschen. Die zahlreichen Zwischensequenzen sind teilweise so Stimmungsvoll in Szene gesetzt, dass ich mich selbst dabei erwischt habe, wie ich anfing zum Takt der Musik mitzugehen. Die Steuerung auf den Konsolen ist zu Beginn etwas ruppig, aber daran gewöhnt man sich schnell. Auch verzichtet man darauf, das Touchpad des Dualshock 4 Controllers einzubauen. Remote Play auf der PS4 wird zudem unterstützt. Bleibt zu guter letzt nur zu erwähnen, dass die in Deutschland veröffentlichte, geschnittene Version, lediglich auf die bekannten verfassungsfeindlichen Embleme verzichtet. Der Grad der dargestellten Gewalt ist identisch mit dem der UK Version. Solltet ihr darüber nachdenken Wolfenstein: The New Order in Österreich zu bestellen, so bedenkt, auch dort gibt es offiziell nur die geschnittene Version.

 

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