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Watch Dogs

Watch_Dogs: Review – Wer bewacht die Wächter?

Watch_Dogs Banner

Herzlich Willkommen zu unserer Review zum kürzlich erschienenen Watch_Dogs aus dem Hause Ubisoft Montreal.

Seit vielen Monaten von der Spielergemeinschaft mit Spannung erwartet, hat Watch_Dogs, mit spannenden Trailern und tollen Screenshots, die Messlatte für seine eigene Bewertung sehr hoch angesetzt. Wir schauen in das Spiel und sagen euch, ob es den selbst gesteckten Zielen gerecht werden kann. Unser Test richtet sich hierbei nach der USK ab 18 – Version, für den PC.

Die Geschichte

Watch_Dogs spielt in der modernen Stadt Chicago. Im Zuge der technologischen Entwicklung hat dass Unternehmen Blume ein Computersystem geschaffen, um die komplette Stadt zu unterstützen. Das sogenannte ctOS kontrolliert dabei jeden Teil der Stadt. Es betreibt die Stromwerke, schaltet Ampeln und Brückensteuerungen, kontrolliert Anzeigetafeln und unterstützt, durch in der ganzen Stadt verteilte Kameras, die Polizei bei Fahndungen und der Verbrechersuche.

In dieser Stadt lebt nun Aiden Pearce. Als Hacker verdient er sich damit sein Geld, dass er, zusammen mit seinem Partner Damien Branks, Computer und Handys anderer Einwohner knackt und deren Kontodaten für Geldauszahlungen an Geldautomaten in der Stadt nutzt. Bei einer solchen Aktion, im Nobelhotel Merlot, mischt sich ein weiterer Hacker ein und Aiden und Damien werden entdeckt. Als Rache für diese Aktion, heuert ein unbekannter Anrufer Söldner (sogenannte Fixer) an, um Aiden und Damien zu bestrafen.

Während Aiden einen Wochenendausflug mit seiner Schwester und deren beiden Kindern Jacks und Lena unternimmt, wird sein Auto von zwei Motorradfahrern bedrängt und beschossen. Der Wagen überschlägt sich und Lena kommt bei dem Umfall ums Leben. Sie war gerade einmal 6 Jahre alt.

Nach ihrem Tod macht Aiden Jagd auf Verbrecher in Chicago. Als der sogenannte Rächer, hackt er sich in die Systeme von ctOS und macht Kriminelle ausfindig, die er anschließend zur Strecke bringt und hofft, Rückschlüsse auf die Vorgänge im Hotel ziehen zu können. Dabei unterstützt ihn ein Hacker namens BadBoy17, der zur Hackergruppe DedSec gehört. Diese Gruppe will die Kontrolle des ctOS einschränken und die Daten der Bürger schützen. Während seines Kampfes gegen die Unterwelt, stößt Aiden auf Splitter seiner Vergangenheit. Und hier kommen wir ins Spiel…

Watch_Dogs Lena's Grab

Das Gameplay

In Watch_Dogs stehen uns zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung. Wir können dem Hauptstrang des Spiels folgen, oder uns den zahlreichen Nebenmissionen zuwenden:

Verbrechen

Die wichtigsten Nebenmissionen stellen die Verbrechen dar. Durch das Ausspähen von Telefondaten, wie Gesprächen oder SMS, bekommen wir Hinweise auf Gewalttaten. Der grobe Ort des Geschehens wird auf unserer Minimap markiert und wir können dort unsere Untersuchung starten. Mit Hilfe unseres Handys und den gehackten Informationen aus dem ctOS, werden uns zu allen Bürgern geheime Daten wie Alter, Beruf, Kontostand und eine zusätzliche Information angezeigt. Diese schwankt von einfachen Statusmitteilungen, bis zu Hinweisen auf Beziehungen zu Kriminellen oder der Firma Blume. Im Bereich der Verbrechermissionen, werden 2 Personen in gelber Schrift markiert. Die eine Person als Opfer, die andere als Täter. Zusätzlich zeigt ein Prozentbalken unter den Personen an, wie weit das Verbrechen schon fortgeschritten ist. Ein Warndreieck über dem Täter warnt uns davor, ihm zu früh zu nahe zu kommen, da er sonst die Tat abbricht und verschwindet. Färbt sich der Hinweisbalken von gelb zu rot, müssen wir schnell eingreifen. Dabei ist es wichtig, dass wir den Täter ausschalten. Die Art und Weise ist hierbei egal, jedoch gibt ein im Nahkampf K.O.-geschlagener Verbrecher mehr Ruf und Erfahrung, als ein erschossener oder überfahrener Verbrecher. Dabei bekommen wir nämlich einen Abzug für übertriebene Gewalt.

Watch_Dogs Verbrechen

Bandenverstecke

Durch manche Hinweise, erlangen wir Kenntnis von ganzen Verbrecherbanden, die bestimmte Teile der Stadt besetzen. Wir müssen uns nun in das Versteck der Bande schleichen und den Boss der Gruppe unschädlich machen. Dabei muss er manchmal getötet, in den meisten Fällen aber nur bewusstlos geschlagen werden. Im Anschluss daran, könnt ihr entweder fliehen, oder die restlichen Kriminellen ausschalten. Auch hier gilt, ein bewusstloser Gegner gibt mehr Punkte, als ein getöteter.

Fixeraufträge

Um weitere Erfahrungspunkte und Geld zu bekommen, kann Aiden in Watch_Dogs zusätzliche Aufträge als Söldner annehmen. Hierbei geht es meist darum, Fahrzeuge unbeschädigt von A nach B zu fahren, oder einen Kriminellen, ungesehen von der Polizei, zu seinem Schlupfwinkel zu bringen.

Zusatzmissionen

Über das Sammeln von QR-Codes an Häuserwänden, Hacken von Verteilerkästen des ctOS, beschatten von Menschenhändlern oder das Finden von Leichen, können zusätzliche Bonusmissionen freigeschaltet werden. In bestimmten Intervallen schalten die Fortschritte zu diesen Missionen weitere Gimmicks, wie Waffen, Fahrzeuge oder Boni auf Erfahrung frei. Meist sind diese Missionen auch mit Minispielen wie Jump & Run auf Zeit, Hacking der Zugänge oder dem Öffnen von Türen und Toren auf Entfernung, per Kameras, verbunden.

Kontrolltürme und Kontrollzentren

Auf der Karte von Chicago gibt es verschiedene Markierungen. Um diese in den einzelnen Stadtteile überhaupt freizuschalten, müssen wir uns in das Kontrollzenturm von ctOS in diesem Stadtteil einhacken und uns die Karte besorgen. Anschließend werden noch weitere Kontrollkästen freigeschaltet, die wir hacken müssen, um besonders sehenswerte Punkte im Stadtteil angezeigt zu bekommen.

Watch_Dogs Kontrollturm

Hacker gegen Hacker

Während unserer Zeit in Watch_Dogs, treffen wir immer wieder auf lilafarbene NPCs, oder auf lilafarbene Mitteilungen des ctOS, die uns auf Missionen gegen andere Hacker hinweisen. Dabei unterscheidet Watch_Dogs zwischen aktiven und passiven Missionen. Bei der Aktiven, melden wir uns im Spiel für einen Missionstyp an und werden dann in eine andere Instanz von Chicago versetzt. Beim Rennspiel, müssen wir vorgegebene Punkte auf der Karte mit einem Fahrzeug ansteuern, bevor unsere Zeit abgelaufen ist. Ein gegnerischer Spieler hat die Möglichkeit, die Polizei zu steuern, um uns davon abzuhalten, die Punkte zu erreichen.

Ein weiterer Spielmodus ist der Hackerangriff. Hier geht es dann darum, einen anderen Hacker zu beschatten und einen Virus hochzuladen, der seine Daten klaut. Werden wir von dem Hacker erwischt, dann müssen wir die Beine in die Hand nehmen und flüchten. Diesen Modus gibt es sowohl als aktive, als auch als passive Mission. Bei der passiven Variante, bekommen wir in unserem normalen Spielgeschehen die Mitteilung, dass ein Spieler unser Spiel betreten hat. Nun müssen wir den Hacker zwischen allen NPCs ausfindig machen und erledigen, bevor er flüchten kann. Dies kann jedoch nicht passieren, während wir gerade eine Mission der Hauptgeschichte spielen, jedoch können wir uns jederzeit über ein Menü selbst anmelden.

Watch_Dogs Online-Rennen

Für jeden Fortschritt in einem Hacker gegen Hacker – Spiel, bekommen wir Punkte, die in regelmäßigen Abständen neue Fahrzeuge, Waffen oder Fähigkeiten freischalten. Leider ist das Spielfindungs-System momentan noch nicht ganz ausgereift, sodass die Wartezeiten auf die einzelnen Partien sehr lang sind und für einige Modi kaum Spiele zustande kommen.

Fortbewegungsmittel

Um in Watch_Dogs von einem Punkt zum anderen zu gelangen, stehen uns verschiedene Wege zu Verfügung. Wir können uns über die AutoAufAbruf-App ein Fahrzeug bestellen, ein Fahrzeug stehlen, zu Fuß gehen, oder die Stadtbahn benutzen. Die App funktioniert nur mit einer gewissen Abklingzeit und kann nicht zweimal im gleichen Gebiet benutzt werden. Außerdem stehen nur Fahrzeuge zur Verfügung, die wir zuerst freigeschaltet und dann noch gekauft haben. Die Freischaltung erhaltet wir durch Erfolge, durch das Stehlen des Fahrzeugtyps in der Stadt, oder durch das Hacken von Fahrzeugdaten aus Computern und Handys der Bevölkerung.

Als Fahrzeuge stehen uns sowohl Motorräder, als auch verschiedene Wagen, vom Kleinwagen bis zum Lkw, zur Verfügung.

Aber Vorsicht, wenn wir Fahrzeuge stehlen. Umstehende Passanten oder die eigentlichen Besitzer des Fahrzeugs rufen schnell die Polizei. Da hilft nur, dem Anrufer sein Handy wegnehmen, oder der Polizei und den ctOS-Scans zu entkommen. Wenn die Polizei allerdings Hubschrauber und Nagelbretter einsetzt, wird das zumeist ziemlich schwierig.

Watch_Dogs Motorrad

Der Rufbalken

Für jede gute Tat an den Bürgern und für vollbrachte Selbstjustiz bekommen wir Rufpunkte. Diese steigern unser Ansehen bei der Bevölkerung. Wenn die Bevölkerung uns mag, dann werden weniger Nachrichten über uns im Fernsehen und Radio verbreitet und wir können unentdeckt in der Stadt rennen. Wenn die Bürger uns sympathisch finden, schlagen sie auch nicht so schnell Alarm, wenn wir ein Auto stehlen oder eine Waffe ziehen. Durch das Töten und Verletzen von Zivilisten oder Polizisten verlieren wir Rufpunkte. Dabei sollte man sich merken, dass man Polizisten auch unschädlich machen kann, wenn man ihnen in das Bein schießt. Hierfür werden uns zwar auch Punkte abgezogen, jedoch weniger als für einen Mord. Das Spiel zwingt uns dabei in die Rolle des guten Menschen, da ein negativer Ruf nur Nachteile und keine Vorteile bringt. Anders als bei GTA, ist uns dies allerdings, allein schon durch die Geschichte, vorgegeben.

Watch_Dogs Ruf-Balken

Das Erfahrungslevel

Haben wir unsere Aufträge und Missionen erfolgreich beendet oder die Polizei abgeschüttelt, dann erhalten wir Erfahrung. Mit steigender Erfahrung erreichen wir höhere Charakterstufen, die uns einen Fähigkeiten-Punkt verleihen. Diesen können wir im Fähigkeitensystem von Watch_Dogs für spezielle Fähigkeiten ausgeben.

Watch_Dogs unterscheidet dabei zwischen Hacken, Kampf, Fahren und Hergestelltem. Wir können damit zum Beispiel unsere Zielgenauigkeit und unseren Schaden mit Waffen beschleunigen, den Schaden beim Rammen mit Fahrzeugen erhöhen, neue Gegenstände herstellen oder unseren Handyakku vergrößern und neue Zugriffe auf das ctOS freischalten. Die höchste Stufe im Spiel ist dabei das Level 50.

Watch_Dogs Erfahrungslevel

Die Läden

In Watch_Dogs gibt es eine Vielzahl von Geschäften, in denen wir Nützliches zur Verbrecherbekämpfung, aber auch einfache Spaßartikel kaufen können. So können wir Medikamente zur Schmerzbekämpfung in Apotheken kaufen, chemisches Zubehör und Elektroteile für Bomben und Ablenkungen in Werkstätten ergattern oder uns in Klamottenläden mit neuen Outfits eindecken. Die Outfits werden sogar in den Zwischensequenzen übernommen.

In speziellen Waffenläden, können wir uns mit Munition und fortschrittlichen Waffen ausrüsten. Hier lohnt sich ein regelmäßiger Besuch, da wir im weiteren Spielverlauf immer bessere Waffen freischalten.

All dies kostet viel Geld, welches wir durch Aufträge erhalten, jedoch zum Großteil von den Bankkonten armer NPCs abbuchen, deren Handys und PCs wir gehackt haben. Nach einem erfolgten Hack, können wir das Geld an einem Geldautomaten der Stadt abheben. Dafür müssen wir die Personen noch nicht einmal persönlich anvisieren, es reicht aus, sie mit einer Kamera zu erfassen.

Vorsicht jedoch vor Personen, die Kontakt zur Firma Blume haben. Wenn eine solche Person gehackt wird, oder einen Hack in seiner Umgebung wahrnimmt, wird sie umgehend bei Blume anrufen und uns die Polizei auf den Hals schicken. Hier hilft wieder nur die Flucht, oder der Person das Handy wegnehmen.

Watch_Dogs Kleiderladen

Die Minispiele

In Watch_Dogs sind verschiedene Minispiele eingebaut. Sie sorgen ein wenig Abwechslung im Spielealltag und können gleichzeitig einiges an Geld einbringen. Zusätzlich gibt es für die meisten Spiele eine Rangliste, in der wir unsere Leistung mit denen anderer Spieler vergleichen können. Wir haben in unserem Durchgang von Watch_Dogs einen Hütchenspieler am Straßenrand getroffen, der durch seine Tricks versuchte, uns den letzten Dollar aus der Tasche zu ziehen. Ein Säufer in der Bar hat uns zu einem Trinkspiel herausgefordert, ein paar Jungs haben uns zum Pokern eingeladen, ein Genie im Park hat uns Schachrätsel gestellt und ein paar Aliens aus einem Arcade-Game haben unseren Stadtteil aufgemischt, bis wir sie mit einer pixeligen Laserkanone erschossen haben. Auch hier schalten einige Fortschritte in den Minispielen wieder Fahrzeuge, Waffen und Fähigkeiten frei.

Nebenbei haben uns die Spiele auch einen heiden Spaß gemacht.

Die Kämpfe und Verfolgungsjagden

Kämpfe gestalten sich in Watch_Dogs angenehm kurzweilig. Das liegt zum einen an der ordentlichen KI, die ständig versucht den Spieler in die Zange zu nehmen, zum anderen aber auch an den unterschiedlichen Möglichkeiten den Kampf selbst zu führen. Wir können, wie bei Max Payne, über eine Ressource namens Fokus die Zeit verlangsamen. Dadurch können wir ordentlicher Zielen und mehrere Gegner mit wenigen Schüssen erledigen, ohne selbst viel einstecken zu müssen. Anderseits muss man es gar nicht zum Kampf kommen lassen. Über unsere Hacking-Fähigkeit können wir kleine Sender erstellen, die unsere Gegner ablenken, sodass wir uns vorbei schleichen können. Wir können sogar Dampfventile oder Kabelstränge hochjagen und feindliche Soldaten somit töten, ohne dass wir in der Nähe sind. Sogar ein kompletter Stromausfall kann verursacht werden, der alle Lichter abschaltet. Habe ich schon erwähnt, dass wir feindliche Granaten hacken können, sodass sich die Gegner panisch abtasten, bevor sie in der Luft gehen? Wir können Störsignale aktivieren, die Gegner in Watch_Dogs davon abhalten Verstärkung zu rufen, oder deren Helmsender zum piepen bringen, sodass sie vor Schmerzen ihre Ohren zuhalten und entweder umgangen oder getötet werden können.

Dabei ist die KI auf keinen Fall wehrlos. Wir werden entdeckt, flankiert, verfolgt, durch Scharfschützen beschossen und uns wird sogar der Weg bei der Flucht abgeschnitten. Zusätzlich gibt es auch verschiedene Gegnertypen. Vom einfachen Fixer in Zivilkleidung, über Soldaten mit Helm und Weste, bis hin zum schweren Einsatztrupp mit Panzerung und Visier.

Watch_Dogs Verfolgung

Ähnlich gestalten sich die Verfolgungsjagden in Watch_Dogs. Flüchten wir anfangs noch vor einfach Polizisten zu Fuß oder im Streifenwagen, gesellen sich später Helikopter, Straßensperren mit Nagelbrettern und sogar schwere Geländewagen mit Stoßfängern dazu, die uns von der Straße drängen. Aber auch hier hilft uns unsere Hackertätigkeit. Wir können Verkehrsampeln umschalten, Dampfleitungen im Boden sprengen, Poller aus dem Boden ausfahren, Garagen- und Einfahrtstore öffnen und schließen, Brücken steuern und sogar Helikoptern zeitweise außer Gefecht setzen. Trotzdem haben es manche Verfolgungen wirklich in sich und wir sind mehrere Male arg ins Schwitzen gekommen.

Die Steuerung

Die Steuerung in Watch_Dogs ist am Anfang ziemlich gewöhnungsbedürftig. Zwar bewegen wir uns in klassischer Manier mit den WASD-Tasten und interagieren durch die Tasten Q – zum Hacken – und E – zum Benutzen von Objekten – mit unserer Umgebung, jedoch ist die Steuerung in den Menüs sehr unbequem. Ein Beispiel: Mit der Tabulator-Taste rufen wir unseren Waffenring auf, der einzelne Waffengattungen und Spezialausrüstung anzeigt. Um jetzt den Typ Scharfschützengewehr auf Granatwerfer zu ändern, müssen wir Tabulator drücken, anschließen die Maus nach unten ziehen um die Gattung zu markieren und dann mit den Pfeiltasten die richtige Waffe auswählen. Da muss man doch fast Abitur haben, um diesen Gedankengang nachzuvollziehen. Ein einfaches Klick und Popup-Menü hätte es auch getan. Ähnlich wackelig ist die Steuerung der Fahrzeuge mit der Tastatur. Von unseren Testern hat es kaum einer zu Beginn des Tests geschafft mit dem Auto durch die Stadt zu fahren, ohne zahlreiche Passanten und Ampeln auf dem Weg zu zerlegen. Hier merkt man, dass die Steuerung von Watch_Dogs eindeutig für Konsolen, bzw. für ein Gamepad ausgerichtet ist. Mit diesem spielt es sich dann auch erheblich einfacher. Unverständlich ist für mich, warum ein Charakter in so einer komplexen Welt nicht springen kann. Wie in einem Parcour-Video können wir Rutschen, Schlendern, über Pfeiler und Zäune hüpfen, aber einen einfachen Sprung über einen Meter nach vorne, den bekommt unser Superhacker einfach nicht hin. Das können andere Spiele wie Assassins Creed erheblich besser. Noch dazu frustet es ungemein, wenn ihr mir für einen 1 Meter Sprung erst einmal ein Motorrad klauen und dann mehrere hundert Meter Umwege fahren muss, um von einer Eisenbahnschiene auf eine Treppe zu springen. Es mag mehr Denkleistung vom Spieler fordern, macht allerdings keinen Spaß.

Watch_Dogs Waffenrad

Der Ton

Der Ton von Watch_Dogs ist im Großen und Ganzen sehr stimmig. Geräusche sind klar und deutlich und sehr passend aufgenommen, während die Stimmen zu den Charakteren passen und sich toll an der Rolle orientieren. Während wir mit einem Auto fahren sind Radiosendung mit passendem Rauschen unterlegt und wir können mit toller Musikuntermalung durch die Stadt fahren. Dafür sorgen vor allem die tollen Musikstücke. Hier zeigt sich wieder die Ähnlichkeit zur Grand Theft Auto – Serie, da eine Vielzahl hochwertiger Musik den Fahrspaß drastisch erhöht. Während bei GTA jedoch einzelne Sender die Musikrichtung bei der Fahrt zum bestimmten Gruppen zusammenfasst, haben wir bei Watch_Dogs verschiedene Songs, die wir im Spiel freischalten und  dann mit einer bestimmten Taste einfach durchgeschalten können. In unseren Augen in jedem Fall eine schlechtere Umsetzung, auch wenn Interpreten wie die Smashing Pumpkins unsere Laune heben. Dies ist jedoch, wie bei vielen Dingen, Geschmackssache.

Auffällig waren an vielen Stellen auch die Überblendungen im Ton. Sind wir mit unserem Auto gefahren, als gerade ein wichtiger Anruf zum Fortschritt der Kampagne kam, geschah es häufig, dass ein neues Lied oder eine Nachricht im Radio anfing und der Ton des Anrufs einfach abbrach. So zeigte uns die Minimap zwar noch wo wir hinfahren mussten, die Geschichte dahinter ging jedoch komplett verloren. Dies darf aus unserer Sicht einfach nicht vorkommen.

Die Grafik

Watch_Dogs setzt im Bezug auf seine Grafik neue Maßstäbe. Das beginnt vor allem schon in den kleinsten Details. Schauen wir uns unseren Protagonisten Aiden Pearce an, so sehen wir schon an seinem Gesicht und seiner Kleidung, wie detailliert die Grafiker hier gearbeitet haben. Die Haare der Figuren sind aufwändig einzeln modelliert, sodass auch mal einzelne Strähnen sich aus der Masse abheben und gut zu erkennen sind. Die Kleidung in Watch_Dogs wirft Falten und erzeugt dadurch ständig andere Schatten auf dem Boden und der Figur. Selbst das Muster im Stoff ist gut zu erkennen. Besonders gefallen hat mir die detaillierte Gestaltung der Augen. Nirgendwo habe ich bisher so klare und realistische Gesichter gesehen, wie in diesem Spiel.

Dabei rechne ich den Entwicklern hoch an, dass die Zwischensequenzen in der Spielegrafik dargestellt werden. Viele nutzen gerade die Zwischensequenzen, um mit Videos und realen Schauspielern zu glänzen, während die normale Grafik vor sich hin dümpelt. Bei Watch_Dogs ist diese Grafik so gut, dass man keine echten Schauspieler braucht. Davor ziehe ich meinen Hut. Chapeau!

Watch_Dogs Zwischensequenz

Zoomen wir unsere Ansicht ein wenig weiter raus, entdecken wir das tolle Design in der ganzen Welt. Mit viel Liebe zum Detail wurde eine Stadt erstellt, die in all ihren Stadtteilen unterschiedlich aussieht. Vom geschäftigen Treiben in der Stadtmitte, mit seinen Glasbauten und reflektierenden Gebäuden, über die Industriestätten und die Yachthäfen, bis hin zum idyllischen Erholungsgebiet Pawnee im Norden in der Stadt. Alle Regionen wurden aufwändig umgesetzt und gefallen uns sehr gut. Ich habe mich beim Test mehrfach ertappt, wie ich einfach auf erhöhten Stellen angehalten habe, um einen Screenshot zu machen. Fast so, als würde ich als realer Tourist ein Urlaubsfoto machen. Damit hat Watch_Dogs geschafft, was vielen Konkurrenten nicht gelingt. Es fühlt sich einfach rund an.

Dabei zeigt das Spiel auch im Extrembereich häufig was es kann. Watch_Dogs überzeugt mit Verzerrungseffekten bei hoher Geschwindigkeit in Fahrzeugen, liefert uns tolle Partikeleffekte wenn Dampfleitungen explodieren und gibt uns traumhafte Momente, wenn die Sonne im Yachthafen Blendflecken auf das Meer und unsere Kamera projiziert.

Ein weiteres Highlight der Grafik sind Schadensmodelle der Fahrzeuge. Während unserer Verfolgungsjagden und Spritztouren, haben wir nicht nur die Fahrzeuge sichtbar mit Schmutz bespritzt, wir haben auch Blinker und Spiegel abgebrochen, Scheiben zerschlagen oder zerschießen lassen und unsere Fahrzeuge bis zur Unkenntlichkeit zerbeult, bis sogar Motorhaube und Kotflügel weg geflogen sind. Es hat uns aber trotzdem Spaß gemacht.

Watch_Dogs Grafik

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch. Bei unserem Test kam es vermehrt zu Abstürzen des neuen Nvidia-Treibers, ohne den Watch_Dogs überhaupt nicht spielbar war. Zusätzlich haben wir das Spiel auf einem Spiele-Laptop mit richtiger Grafikkarte und einem i7 Prozessor getestet, bei dem das Spiel nach einiger Zeit ohne ersichtlichen Grund zu stottern anfing und den Ton nur noch wie in Zeitlupe wiedergegeben hat. Viele Spieler berichten über ähnlich Fehler in Watch_Dogs während ihrer Spielzeit und Ubisoft hat bereits einen Performancepatch angekündigt.

Fazit

Ubisoft Montreal erfindet mit Watch_Dogs das Rad nicht neu. Viele Elemente sind erfolgreichen Spielen wie Grand Theft Auto (GTA) oder Assassins Creed abgeschaut. Sogar die Geschichte weist Parallelen zu bekannten Filmen auf. Angeführt seien hier jetzt die komplette Vernetzung aus I Robot, der komplette Überwachungsstaat aus 1984 von George Orwell, oder aber die abstrakten Hackervideos und Hackaktionen, die an Filme wie Hackers oder The Gamer erinnern. Wie es nun einmal aber so ist, macht es am Ende jedoch die Art aus, wie man alle diese Komponenten kombiniert. Watch_Dogs macht es in diesem Fall unheimlich gut. Das Spiel ist durchweg spannend. Die Geschichte fesselt uns, die Verfolgungsjagden geben uns Adrenalin, die Entwicklung der Charaktere bewegt und die Grafik haut uns einfach um. Da übersehen wir doch gern mal die kleinen Mängel in der Steuerung und dem Ton, die Watch_Dogs uns mitbringt. Von uns gibt es eine klare Kaufempfehlung, denn Watch_Dogs bringt alles mit, was ein Spielerherz höher schlagen lässt.

Vorausgesetzt, man hat den richtigen PC. Ohne einen i7 mit einer Grafikkarte, die DirectX 11 unterstützt und 2 GB eigenen Speicher hat, solltet ihr das Spiel nicht in Angriff nehmen. Zusätzlich werden 25 GB Festplattenplatz und 6 GB Arbeitsspeicher vorausgesetzt, wobei es bei unter 8 GB RAM zu einigen Rucklern kommen kann. Wenn ihr diese Voraussetzungen habt, dann lasst euch diesen Spaß nicht entgehen.

Warnung: In den ersten Tagen gab es massive Probleme mit der eigenen Spieloberfläche Uplay. Spieler konnten das Spiel nicht herunterladen, bzw. durch Überlastung der Server nicht starten. Ubisoft hat umfangreiche Verbesserungen angekündigt und da der Service nicht direkt nur mit Watch_Dogs zu tun hat, haben wir diese Mängel nicht in die Bewertung einfließen lassen. Nach unseren Erfahrungen hat jeder Hersteller von Spielen mit Onlinezugang zumindest anfangs mit solchen Problemen zu kämpfen.

Habt ihr schon eigene Erfahrungen zu Watch_Dogs gemacht? Erzählt uns eure Erlebnisse im Forum!

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3 Kommentare

  1. Watch Dogs ist ein solides open World Hacker-Spiel, das zwar schwächen hat aber dennoch viel Spaß und Abwechslung bereitet, besonders durch die vielen Nebenmissionen. Hangelt man sich nur durch die Hauptmissionen, kommt man mit einer Spielzeit von etwa 12 Stunden hin, zumindest war das bei mir so, ich hab aber auch nebenbei noch ein bisschen Dinge erkundet. Die Nebenmissionen bieten dann nochmal viele Stunden zusätzliche Zeit. Mich hat das Spiel überzeugt, besonders auch grafisch, wenn irgendwas explodierte, das sieht dann besonders geil aus und macht einfach nur Spaß. Auch wenn Watch Dogs mit Spielen wie GTA oder Sleeping Dogs vergleichen wird und schlechter abschneidet heißt es nicht, dass es sich nicht lohnt. Denn wir gesagt, Watch Dogs hat eigene Ideen und diese sind die meiste Zeit wirklich gut umgesetzt, schau aber einfach selbst mal rein.

  2. Tobias Bartsch

    Ich düse des öfteren einfach so durch die Stadt und ärgere andere Bürger… xD

  3. Na wer ist, so wie ich, immernoch nicht durch mit dem Game? Ich genieße jedes einzelne Nebenquest und hab noch sooooooviel von der Kampagne vor mir :) Das werden noch einige heiße Stunden und das Spiel bockt so dermaßen.

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