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Wasteland 2: Review – Die Karawane zieht weiter…

… die Ranger ham Dorscht. Aber wer hätte das nicht, nachdem er ganze 26 Jahre durch das verstrahlte Ödland gewandert ist? So lange mussten die Fans des ersten Teils nämlich auf Teil 2 warten. Und was soll ich sagen: es hat sich gelohnt. Review Ende. Wie, ihr wollt Details? Warum man Wasteland 2 spielen muss? Warum es mein bisheriges Highlight in diesem Jahr ist? Und warum es das bessere Fallout 3 gewesen wäre? Dann lehnt euch zurück und lasst euch berieseln.

Wasteland2_Concept04_Version03_120727_AW (1) Vargas, ich grüße Sie! Ihr seid also die neuen Rekruten? Willkommen in der Postapokalypse. Jaja, Nuklearwaffen und so. Menschen halt. Roboter gibt es auch. Und Mutanten. Böse Experimente, Verrückte und das Übliche eben. Ihr wisst ja: Krieg. Krieg bleibt immer gleich. Blablabla. Und jetzt seid ihr also hier. Da ihr wahrscheinlich viel zu jung seid, um die Geschichte von vor 26 Jahren zu kennen, startet ihr eben als Frischlinge in unsere Welt. Herzlichen Glückwunsch. Frisch eingestellt und direkt eine dicke Waffe in die Hand gedrückt bekommen. Der Traum eines jeden Pazifisten. Stellt euch vor – einer unserer Veteranen ist gestorben und ihr dürft nun aufklären, warum. Eigentlich ist uns jedes Leben eines Rangers sehr viel wert, aber hey, ihr seid Neulinge. Wenn ihr da draußen sterbt, holt ihr euch halt einen neuen Kacknub aus unserem Lager und weiter geht es. Im echten Leben gibt es eben keine Tutorials. Also raus da – ab in die Strahlung. Und vergesst euer Wasser nicht, schließlich ham die Ranger Dorscht. Vargas out.

Ödland. Das Ödland bleibt immer gleich.

Kennste ein Zombiespiel, kennste alle. Kennste ein Spiel in der Postapokalypse, kennste alle. Denkste. Natürlich fällt einem bei der typischen Endzeit oftmals zuerst Fallout ein. Ist natürlich auch etwas einprägsamer, da es dazu ja ein paar Teile mehr gibt, als zum guten alten Wasteland. Tatsächlich war Wasteland damals quasi die Inspiration zum später folgenden Fallout, welches ebenfalls aus dem Hause Interplay stammt. Da die Rechte für das Ur-Wasteland anderweitig vergeben waren, war es schwer, einen entsprechenden Nachfolger zu veröffentlichen. Im Jahre 2003 gelang es Brian Fargo endlich, sämtliche Rechte für inXile zu sichern. Leider wollte sich kein Publisher an das totgeglaubte Genre der rundenbasierten RPGs wagen, weshalb man sich entschloss, sein Glück bei Kickstarter zu versuchen. Wieder einmal bewies die Fanschar, dass man sich auf sie verlassen konnte. Für einen erfolgreichen Abschluss der Kampagne waren 900.000$ nötig. Die Fans hörten allerdings nicht auf, ihren Monitor mit Geld zu bewerfen, weshalb man nach 42 Stunden die benötigte Summe erreichte und am Ende tatsächlich mit einer Finanzierung von 2.933.252$ abschloss.

Ich liebe ja Statistiken.

Was unterscheidet Wasteland also von Fallout? Nun. Ihr kennt ja sicher noch den Editor der Charaktererstellung? Hierin unterscheidet man sich schon einmal nicht. Wir werden begrüßt mit Zahlen, Statistiken, Fakten und mehr. Bäm. Spätestens hier steigt der geneigte Shooterfan aus und installiert lieber Battlecall 15: Rise of the same old shit. Der begeisterte RPGler lehnt sich zurück und schnappt sich seine Kleenexpackung.

Wasteland 2

Zu Beginn dürft ihr nach Belieben eure Attributspunkte sowie eure Fertigkeitspunkte verteilen. Während ihr später im Spiel mit jedem neuen Level neue Fertigkeitspunkte bekommt – wiederum abhängig davon, wie intelligent ihr bspw. seid – erhaltet ihr nach 10 neuen Leveln jeweils einen neuen Attributspunkt. Die seltenen Attributspunkte haben natürlich auch spezifischere Eigenschaften. Steigert ihr eure Koordinierung, seid ihr im Kampf geschickter und erhaltet dort wiederum mehr Aktionspunkte, die ihr je Runde einsetzen könnt. Steigert ihr die Kraft, könnt ihr mehr tragen. Welche Eigenschaften im Detail gesteigert werden, erfahrt ihr beim Mouseover, in der mittleren großen Box, sowie unten links als Highlight. Man wollte wohl sichergehen, dass auch Neulinge definitiv verstehen, was hier passiert.

Die Fertigkeitspunkte steigern verschiedene Geschicke – unterteilt in allgemeine, waffenspezifische und wissensspezifische Fertigkeiten. Ihr habt hier alle Freiheiten und könnt sowohl einen besserwissenden Messerfan mit einem Toasterfetisch als auch einen Naturfreund mit dem Hang zu schweren Waffen und Bomben erschaffen. Im Spiel selbst trefft ihr des öfteren auf ominösen Statuen, die beim Studieren selbiger dafür sorgen, dass ihr einmalig zusätzliche Fertigkeitspunkte erlangt.

Zu Beginn eurer Reise stellt ihr euch ein Team aus vier Rangern zusammen – ob ihr aus den vorgefertigten Rangern wählt oder aber selbst bei allen Hand anlegt, bleibt euch überlassen. Im Verlauf des Spiels gibt es die Möglichkeit, dass sich weitere Rekruten eurem Team anschließen wollen – maximal kann eure Gruppe aus sieben Personen bestehen. Natürlich könnt ihr auch das Aussehen der Ranger anpassen – klassisch im wunderbar zerstörerischen Endzeitlook.

Übrigens: auch wenn das Spiel sich in seinen Feinheiten von Fallout unterscheidet, gibt es für die Liebhaber natürlich trotzdem die ein oder andere Anspielung, die das Fanherz entzückt. 
Wasteland 2 - Hommage Fallout
Shut up and take my bottlecaps!

Willkommen!

Nach dem Intro findet ihr euch vor dem Hauptquartier der so genannten Rangers wieder. Eure Gruppe hat aktuell den Rekrutenstatus und darf sich durch die Untersuchung eines Mordes beweisen, um letzten Endes als echter Ranger Ruhm und Ehre zu erlangen. Ein echtes Tutorial gibt es nicht. „Learning by doing“ ist angesagt, was Neulinge im Genre tatsächlich etwas überfordern könnte. Selbst ich, als alter Fallout-Veteran, habe nach Stunden noch neue Features entdeckt, die mir vorher entgangen sind. Nach der Einführung durch euren Vorgesetzten, den alten Hasen General Vargas, werdet ihr auch schon auf die Welt losgelassen. Schnell noch beim Händler vorbeigeschaut, den verloren wirkenden Wasserhahn inmitten des Hofes genutzt und hinaus in die Wildnis.

Wasteland 2

Außerhalb einer Zone bewegt ihr euch innerhalb der Weltgrenzen und verbraucht dabei natürlich auch Wasser. Dieses könnt ihr entweder innerhalb bestimmter Gebiete oder bei den Oasen der Wüste auffüllen, die ihr zufällig entdeckt. Das Wasser braucht ihr übrigens nur außerhalb der Gebiete, um euch zwischen den Zonen zu bewegen – es hat sonst keinen Einfluss auf eure Charaktere und ihr müsst auch nicht regelmäßig manuell den Trinkknopf drücken. Bestimmte Gebiete sind so sehr verstrahlt, dass euch ein Eindringen töten würde, solltet ihr das ohne passenden Strahlenanzug versuchen. Das Spiel ist übrigens nicht umsonst ein RPG und kein Shooter, ihr könnt also entweder direkt eurem Auftrag folgen oder ein bisschen durch die Welt ziehen und dadurch kleinere Quests entdecken. Oder aber wie ich, aus Versehen die erste große Hauptquest, die eigentlich erst nach eurem Auftrag kommen sollte, aktivieren. Es leben die Variablen!

Apropos: Natürlich gibt es während eures Streifzugs durch die Weltkarte auch die berühmten Zufallsereignisse, während ihr euch in der Welt bewegt. Händler, Kuschelmonster und andere freundliche Genossen freuen sich auf euch. Während ihr durch die Welt zieht, erhaltet ihr des Öfteren eine Radiobotschaft verschiedener Gruppierungen, die euch etwas zu den Hintergründen erzählt oder zu potentiellen neuen Aufträgen führt.

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