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Transistor: Review – Eine Frau und ihr Schwert

TransistorMit Transistor steht das nächste Werk von Supergiant Games bereit. Die Damen und Herren dort konnten mit Bastion bereits mehr als nur einen Achtungserfolg erzielen. Das Spiel wird nicht nur von Spielern geliebt, sondern konnte auch zahlreiche Awards einsacken. Ob Transistor der nächste Geniestreich aus dem Hause Supergiant Games wird, klären wir in unserer Review.

Das kommt mir doch bekannt vor

Auch wenn das hier eine Review von Transistor und nicht von Bastion ist, so kommt man doch nicht komplett an Bastion vorbei. Bastion ist ein grandioses Spiel, welches die Messlatte ziemlich hoch ansetzt. Zwischen Transistor und Bastion gibt es so einige Parallelen. Beide Spiele sind zweifellos hübsch und bestechen durch einen farbenfrohen Grafikstil. Dazu legen beide Spiele enormen Wert auf ihren Soundtrack und gehen ähnliche Wege, was die Erzählweise der Story angeht. Trotzdem ist Transistor gerade im Bereich Gameplay eigenständig genug, damit nicht der Eindruck entsteht, der Entwickler hätte hier nach Schema X gearbeitet.

Auch was die Spielwelt selbst angeht, so gibt es leichte Ähnlichkeiten zu Bastion. Beide Spielwelten wurden von einer, uns am Anfang unbekannten, Kraft zerstört, weshalb wir uns durch eine durchaus farbenfrohe Apokalypse bewegen. In dieser Weltuntergangsstimmung übernehmen wir die Rolle von Red, der durch eher unschöne Umstände der namensgebende Transistor in die Hände fällt. Der Transistor ist nicht nur ein recht absurd großes Schwert, sondern fungiert auch als unsere Waffe und, was noch viel wichtiger ist, als Erzähler. Das klotzige Schwert hat nämlich die Fähigkeit, den Geist von Personen zu absorbieren. Das erste Opfer des Transistors begleitet uns also als Erzähler durch das Spiel. Wer schon Bastion gespielt hat, wird hier Logan Cunningham erkennen. Dieser hat dieselbe Rolle in Bastion ausgefüllt und agiert gewohnt gut auch in Transistor, wenn allerdings auch mit weniger Reibeisenstimme.

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Ein Schwert ist mehr als nur eine Waffe

Nun wäre es natürlich langweilig, unsere Gegner nur simpel mit Schwerthieben zu vermöbeln. Gut, dass der Transistor nicht nur den Geist von Charakteren absorbieren kann, sondern das auch mit einer neuen Fähigkeit für uns einhergeht. Das Kampf- bzw. Skillsystem von Transistor ist durchaus komplex und baut auf Kombinationen von verschiedenen Fähigkeiten, die wir im Laufe des Spiels erlernen. Ein leicht zweischneidiges Schwert (har har) ist hier allerdings die Lernkurve. Denn so wirklich im Detail wird das alles im Spiel nicht erklärt, was für Anfänger den Einstieg etwas schwer machen kann. Auf der anderen Seite kann man wiederum dagegen halten, dass Transistor ein Spiel ist, dass den Spieler selbst ernst nimmt und ihm die Freiheit lässt, auch mal eine Kombination auszuprobieren die nicht wirklich funktioniert. In den letzten Jahren haben die meisten Spiele den Spieler die ersten 1-2 Stunden wie ein Kind auf dem Weg zum Kindergarten immer brav an die Hand genommen. Transistor präsentiert uns dagegen eine breite Palette und lässt uns einfach mal machen.

Das schöne an der Sache ist, dass wir durch diese Freiheit nicht auf einen einzelnen Spielstil festgelegt werden. Wir könnten aggressiv spielen und die Brechstange auspacken oder z.B. auf schnelle Präzisionsschläge setzen. Wenn es denn zum Kampf kommt, so können wir per Tastendruck die Zeit anhalten und wechseln in einen Taktik-Modus. Dort können wir in aller Ruhe unsere Angriffe planen und ausführen. Ähnlich wie in klassichen RPGs mit rundenbasierten Kampfsystem haben wir eine gewisse Anzahl von Aktionspunkten, die wir einsetzen können. Jeder Bewegung oder jeder Einsatz einer Fähigkeit kostet die entsprechende Anzahl von Aktionspunkten. Wenn wir mit unserem Plan zufrieden sind, können wir unseren Angriff einleiten. Anschließend dauert es eine gewisse Zeit, bis wir diesen Taktik-Modus wieder einsetzen können. Deshalb sollte sorgfältig geplant werden. Ansonsten stürzt man sich mit aller Kraft auf zwei Gegner, steht dann quasi mit heruntergelassenen Hosen direkt vor dem dritten Gegner und kassiert ordentlich. Wie man also sieht, ist das Kampf- und Skillsystem tatsächlich ziemlich komplex, sodass sich Gameplay angenehm entfalten kann.

Transistor

Die Schönheit des Untergangs

Nun lebt Transistor nicht nur von seinem Kampfsystem, sondern hat auch andere Qualitäten. Wie man das inzwischen von Supergiant Games gewohnt ist, wirkt die Spielwelt wie aus einem Guss. Momentan gibt es kaum einen Entwickler, der es schafft, eine so perfekte Symbiose zwischen Grafik, Sound und Gameplay zu schaffen. Alles gehört genau dahin, wo es sein sollte und greift deshalb perfekt ineinander. Der Soundtrack wurde wieder von Darren Korb geschrieben und auch Ashley Barrett ist wieder mit an Bord. Darren Korb bezeichnet den Soundtrack selbst als „Old-world Electronic Post-rock“ und das ist eine durchaus gelungene Beschreibung. Hier vermischen sich elektonische Parts, die hier und da etwas an Portal erinnern. Es ist wieder einmal Musik, die es auch Abseits des Spiels mehr als nur verdient hat, gehört zu werden. Was die Grafik angeht, so ist auch Transistor wieder sehr farbenfroh, geht aber doch in eine leicht andere Richtung als Bastion. Die Spielwelt hat durchaus einen gewissen Touch in Richtung Cyberpunk und Neo-Viktorianisch. Alles hübsche Wörter, aber wichtig ist, dass Transistor auch bezüglich Grafik nicht nur hübsch sondern auch wirklich künstlerisch wertvoll ist.

Transistor

Zwischen den Zeilen

Nun hat Transistor nicht nur gutes Gameplay, tolle Grafik und einen grandiosen Soundtrack, sondern natürlich auch eine Story. Hier macht das Spiel es einem aber nicht unbedingt leicht, diese komplett zu erfassen. Zwar werden viele große Fragen im Laufe des Spiels beantwortet, aber auch nicht alle oder nicht wirklich komplett. Gerade viele kleine Fragen und Aspekte der Story bleiben recht vage. Hier muss man viel zwischen den Zeilen lesen und selbst dann bleibt man manchmal etwas unbefriedigt zurück. Das ist allerdings ehrlich gesagt auch Kritik auf einem ziemlich hohem Niveau, denn auch wenn die Story nicht immer so eindeutig ist, wie man sie vielleicht gerne hätte, so bleibt die Story letztendlich doch gelungen.

 

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