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TOP 10 – Kein Happy End für diese Spiele

„…und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.“ Dass nicht jede Geschichte so fröhlich ihr Ende findet, ist den meisten Menschen wohl bewusst. Zwar erfüllt uns das Konzept des Happy Ends nach Abschluss einer Handlung mit einer inneren Zufriedenheit, aber nicht immer ist ein glückliches Ende in Anbetracht der Situation möglich. Manchmal muss der Autor des Plots auch die Nerven haben, die Dinge bis zum bitteren Ende zu verfolgen. Genau das ist mit den folgenden zehn Spielen geschehen, die uns ein glückliches Ende verweigerten und uns mit der harten Wahrheit konfrontieren. Interessanterweise überschneiden sich die TOP 10 Spiele ohne Happy End mit den TOP 10 Spielen mit der besten Story. Ob das wohl Zufall ist?

Folgende Info sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber da hier die Endsequenzen der Spiele besprochen werden, gibt es hier noch einmal eine ausdrückliche SPOILER-Warnung.

Platz 10: Red Dead Redemption

Red Dead Redemption Kolumne

Release: 18.05.2010 | Rockstar Games

Die Liste wird angeführt, wie auch bei den besten zehn Handlungen, von Red Dead Redemption. Die Handlung beginnt schon mit einer düsteren Note, wenn John Marston von seinen Mitganoven zum Sterben zurückgelassen wird. Im Anschluss sieht es kurz danach aus als würde der Anti-Held seine verdiente Ruhe finden, bis seine Vergangenheit ihn einholt und er erneut in den Sattel gezwungen wird. Was folgt, ist eine exzellente Handlung, die aber in dieser Liste erstmal zweitrangig ist, mit einem harten Ende. Die Suche nach Erlösung für John endet wieder vor dem Lauf eines Revolvers. Nachdem wir die gesamte Handlung gespielt haben und uns schon auf das Happy End einrichteten, realisiert man ein paar Sekunden zu spät, dass unser Protagonist auch nur ein weiterer loser Faden ist. Entsprechend stehen nun die Bundesagenten vor der Türe, um das letzte Bandenmitglied zu erschießen. Für den Bruchteil einer Sekunde erlaubt einem das Spiel die Illusion, man würde dieses Szenario überleben, kurz gefolgt von der Realisation der Niederlage. Uns bleibt also nichts anderes übrig als unserem Protagonisten beim Sterben zu zusehen. Dass der Tod dann auch noch so grafisch abläuft, immerhin wird John von unzähligen Leuten durchlöchert, macht den harten Schlag ins Herz nicht erträglicher.

Platz 9: Life is Strange

Life is Strange Concept Art

Release: 30.01.2015 | DONTNOD Entertainment

Life is Strange lässt uns im Laufe des Spielgeschehens viele Entscheidungen treffen. Viele davon zeigen uns drastische Konsequenzen und rühren uns auch regelmäßig zu Tränen, aber nie war die „Qual der Wahl“ so wortwörtlich zu nehmen wie in den letzten Spielminuten dieses Abenteuers. Im Laufe der fünf Episoden durften wir die besondere Chemie zwischen Protagonistin Max und ihrer besten Freundin Chloe erleben und mit ihnen fiebern. Gerade Chloe konnte durch ihre besondere Art nicht nur das Herz von Max gewinnen, sondern auch die Spieler überzeugen. Nach zahlreichen Gänsehaut-Momenten zwingt uns das Spiel zu einer drastischen Entscheidung. Durch die Fähigkeit der Zeitmanipulation hat Max zu Beginn des Spiels das Leben von Chloe gerettet, was die natürliche Ordnung durcheinander brachte. Als Konsequenz nähert sich nun ein riesiger Tornado Arcadia Bay, dem Ort des Spielgeschehens. Max kann nun zurück in die Zeit, Chloe sterben lassen, somit die natürliche Ordnung wiederherstellen und dadurch die Vernichtung durch den Tornado verhindern. Die Alternative wäre es, die lieb gewonnene Chloe überleben zu lassen, dafür aber Arcadia Bay zu vernichten, wodurch vermutlich ein Großteil der Einwohner ihr Leben verlieren. Wie auch immer wir uns entscheiden, ob wir nun am Grab von Chloe stehen oder mit ihr Arcadia Bay den Rücken kehren, beides wird für ein mulmiges Gefühl in der Magengrube sorgen.

Platz 8: Silent Hill 2

Silent Hill 2

Release: 24.09.2001 | Konami

Silent Hill 2 ist der älteste Titel in dieser Liste und auch wenn das Spiel der jungeren Generation vollständig entgangen ist, so bleibt uns alten Hasen die Gänsehaut erhalten. Angefangen mit einem Brief seiner totgeglaubten Frau Mary sucht unser Protagonist James Sunderland nach eben dieser. Was folgt, ist ein Abstecher nach Silent Hill und ein psychologisches Horror-Abenteuer. Während der Suche entschlüsseln wir langsam das Geheimnis von James. Dieser hat seine schwerkranke Frau mit einem Kissen erstickt und viele der Geschehnisse in Silent Hill sind eine Manifestation seiner Schuldgefühle. Die Handlung kann in unterschiedlichen Enden resultieren, wobei keine davon als glücklich bezeichnet werden kann (wir lassen das Hunde-Ende mal außen vor). Bisher wurde keines der verschiedenen Szenarien als Kanon anerkannt, deshalb nennen wir einfach alle. Das Wasser-Ende lässt unseren Protagonisten vor Wut und Frustration ins Auto steigen, nur um damit geradewegs in einen See zu fahren. Das Maria-Ende wirkt zunächst wie ein fröhlicher Abschluss, immerhin möchte James zusammen mit Maria, die seiner verstorbenen Frau Mary verdächtig ähnlich sieht, Silent Hill verlassen und ein neues Leben beginnen. Im letzten Moment beginnt Maria aber mit demselben Husten, das auch schon Mary hatte. Hier wird angedeutet, dass die Tortur kein Ende gefunden hat, sondern nur wieder von vorne beginnt. Das Wiedergeburt-Szenario ist das einzige Ende, welches annähernd als positiv angesehen werden könnte. Hierin erweckt James seine tote Frau wieder, geht dafür aber einen Pakt mit den bösen Mächten von Silent Hill ein. Ob das eine so gelungene Idee ist? Welches Ende man auch erwischt haben sollte, Silent Hill bekommt man so schnell nicht aus seinem Kopf.

Platz 7: Shadow of the Collosus

Shadow of the Colossus

Release: 18.10.2005 | Team Ico, Sony

Shadow of the Colossus ist ein Beweis für die Macht des Storytelling durch das bloße Design. Ein relativ stummes Spiel, obwohl es eine bewegende Geschichte durch seine Bildsprache erzählt. Leider endet auch dieser Plot in einer Tragödie für den Protagonisten. Wander begibt sich mit der verstorbenen Mono in das verbotene Land und legt ihren Leichnam in einem alten Tempel nieder. Er betet für die Wiederbelebung der Frau. Eine körperlose Stimme garantiert ihm, dass dies zwar möglich sei, er aber dafür eine Aufgabe absolvieren müsse. Als Spieler steuern wir Wander durch diese Aufgabe, die Vernichtung der 16 Kolosse in diesem Lande. Ohne zu zögern begeben wir uns auf die Jagd. Diese majestätischen Kreaturen erweisen sich nicht nur aus der Gameplay-Perspektive als einzigartig, sondern wirken in der Regel auch friedlich und sind liebevoll gestaltet, sodass ihr Tod uns sogar mit einer tiefen Trauer erfüllt, die wir zunächst nicht ganz verstehen. Letztendlich wird sich herausstellen, dass diese 16 Kreaturen die körperlose Stimme aus dem Tempel gebannt hielten. Ihre Tötung setzt den bösen Dormin frei und kostet unserem Helden am Ende auch noch das Leben. Das Spiel endet mit dem Tempel in Schutt und Asche sowie dem Umstand, dass wir nur auf den leeren Versprechen eines Monsters hin diese großartigen und eigentlich friedlichen Kreaturen auf dem Gewissen haben.

Platz 6: Halo: Reach

Halo Reach

Release: 14.09.2010 | Bungie

Es ist schon schlimm, wenn nur ein Protagonist stirbt oder eben ein liebenswerter Nebencharakter ins Gras beißen muss. Aber gleich eine ganze Truppe Schritt für Schritt zu verlieren, ist keine leichte Kost. Halo: Reach ordnet sich zeitlich vor dem ersten Halo-Ableger ein und leitet zur Flucht der Pillar of Autumn hin. Dass diese nur dank des selbtslosen Opfers mehrerer Spartans gelingen konnte, erleben wir hier aus erster Hand. Nachdem wir in den ersten Missionen vergeblich versuchen, den Vorstoß der Allianz auf dem Planeten Reach aufzuhalten, geht es gegen Ende nur noch um Schadensbegrenzung: Die KI Cortana retten und möglichst vielen Menschen sicher zur Pillar of Autumn gelangen zu lassen, damit diese fliehen können, wird zur Hauptaufgabe. Eigentlich dämmert es einem schon zu Beginn des Spiels, dass die Crew in dieser Konstellation nicht überleben kann, immerhin ist in den chronologisch folgenden Halo-Spielen der Master Chief der letzte Spartan. Gerade in den letzten Missionen müssen wir dann nacheinander mit ansehen wie langsam aber sicher ein Spartan nach dem anderen verstirbt. Die dramatische Darstellung macht es schwer diese Tode zu vergessen, gerade weil durch den ausgeprägten Charakter jedes einzelnen Crewmitglieds diese sehr einzigartig und fast menschlich wirken. Letztendlich steht nur noch unser namenloser Protagonist auf dem Schlachtfeld. Wir dürfen aktiv als Spieler weiter kämpfen, während die Mission zwar erfolgreich abgeschlossen wurde und die Pillar of Autumn fliehen konnte, wir aber dabei von der Allianz überrannt werden. Und dann geht auch bei uns das Licht aus.

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