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Titanfall

Titanfall: Review – Kampf der Titanen

titanfall02Im Jahr 1996 tummelten wir uns auf den ersten kleinen LAN-Parties unter Freunden und zockten MechWarrior 2: Mercenaries. Das Hauptkonzept lag hier auf Mechs, in allen Formen und Farben. Im Multiplayer gab es die Möglichkeit einen Elementar-Anzug auszuwählen, was quasi nur ein Körperpanzer war, um damit gegen die Kampfroboter antreten zu können. Genau das hat Spaß gemacht. Man sprang um die Kampfmaschinen herum und genau dieses Feeling gibt es auch bei Titanfall – ob besser oder schlechter, verrät euch unsere Review.

Genug der Nostalgie, hier geht es um Titanfall! Das erste Spiel von Respawn Entertainment, den ehemaligen Köpfen hinter First-Person Hits wie der Call of Duty Reihe. Erschienen ist es am 11. März 2014 für PC und Xbox One, sowie am 10. April 2014 für die Xbox 360.

Story

Wir befinden uns in einem Grenzland, in dem die IMC ausbeuterisch nach Ressourcen schürfen will. Dieses Vorhaben wird auch mit Waffengewalt durchgesetzt, woraufhin sich die Einwohner des Landes nicht sehr begeistert zeigen und die rebellische Miliz gründen. Diese kämpft gegen die Unterjochung durch die IMC und versucht, das Grenzland zurückzuerobern. Hier haben wir einen klassischen Konfliktfall zwischen zwei Parteien. Die Storyline bietet sehr viel Freiraum für eine durchdachte und gelungene Geschichte hinter dem Spiel. Leider geht diese, aufgrund der Umsetzung, etwas unter, da Titanfall ein reiner Multiplayer-Titel ist.

Der Kampagnen-Modus setzt auf die gleichen Maps wie der Mehrspieler-Modus, allerdings mit einigen gescripteten Handlungen. Hierbei geht die tolle Inszenierung und detailgetreue Zusammensetzung der Umgebung verloren, da man im Eifer des Gefechts nur sehr kurz die Umwelt betrachten kann. Zu groß die Gefahr getötet zu werden, zu groß der Ansporn zu gewinnen. Man wünscht sich an dieser Stelle mehr von der Story, welche durchaus die Aufmerksamkeit wert ist. Nimmt man sich Zeit und betrachtet das Setting hinter den Gefechten, bemerkt man unter anderem Überfälle auf die Zivilbevölkerung, grandiose Raumschlachten oder auch Zerstörungen ganzer Welten. Wie gesagt, leider nur am Rande.

Grafik

Titanfall wurde auf Basis der, mittlerweile in die Jahre gekommenen, Half Life 2-Engine entwickelt. Die wurde aber von Grund auf verbessert, sodass man sich keineswegs hinter einem Call of Duty oder Battlefield verstecken muss. Stellt euch einfach vor, wie zwei Titanen aufeinander treffen, während um sie herum lauter computergesteuerte Infanteristen in einem Gefecht verwickelt sind. Diese Augenblicke sind einfach großartig. In den Matches treten üblicherweise Teams in 6-Mann-Größe gegeneinander an.

Raum für Kritik ist gegeben. Manche Spieler bemängeln zum Beispiel, dass sechs Spieler zu wenig sind. Doch solltet ihr durchaus beachten, dass um einen herum noch die KI-Gegner toben. Auch so fühlt man sich als Teil einer groß angelegten militärischen Aktion.

Gameplay

Das Gameplay bei Titanfall fühlt sich sehr schnell an, so erinnert es eher an Zeiten aus Quake oder Unreal Tournament, als an aktuelle Shooter. Die Titanen, die dem Spiel ihren Namen geben, fügen sich perfekt ins Spielgeschehen ein. So fühlen sie sich zu keinem Zeitpunkt deplatziert oder übermächtig an. Zu Anfang startet jeder Spieler mit einer speziell für den Kampf ausgelegten Waffe. Während sie hervorragend gegen die Titanen einsetzbar sind, erweisen sie sich als ziemlich nutzlos gegen normale Infanterie.

Ein sehr schönes Feature ist außerdem die „Rodeo“-Funktion. Dabei springen wir auf einen verbündeten oder auch feindlichen Titanen und „reiten“ für eine bestimmte Zeit auf diesem mit. Bei feindlichen Mechs ist es so auch möglich, durch gezielten Schuss in die Verkabelung, diesen direkt auszuschalten. Als weitere Konsequenz können wir dann entweder absteigen, woraufhin wir uns dem Titan-Piloten direkt stellen, oder uns durch eine Art elektronischen Nebel verteidigen.

Titanfall

Das Balancing ist auf großer Linie durchdacht, auch wenn es Momente gibt, in denen uns beispielsweise die Smart Pistol den Nerv raubt. Möglichkeiten zur Individualisierung gibt es bisher nur bei der Ausrüstung des Charakters. Hier können wir eine Hauptfeuerwaffe, eine Pistole, eine Titanenabwehrwaffe, sowie Granaten und Spezialfertigkeiten auswählen. Zu den Spezialfähigkeiten gehören unter anderem auch Tarnung, schnelleres Laufen oder auch besseres Parcour-Handling.

Den Piloten an sich können wir nur durch die Wahl des Geschlechts anpassen, was schade ist, da hier einiges an Potential und Individualisierung verloren geht. Auch wenn Respawn Entertainment in Titanfall keine Mikrotransaktionen möchte, hätte man zumindest eine kleine Auswahl an verschiedenen Schulterpanzern oder Helmen möglich machen können. Die bisher erschienenen 15 Karten und 5 Spielmodi sorgen für viel Abwechslung. Hier sollte für jeden Spieler etwas dabei sein. Von klassischem Deathmatch bis hin zu Capture the Flag ist einiges vertreten. Die Maps treten auch in zahlreichen Variationen auf. Die Kampfgegenden reichen von einem Planeten, der vom Ressourcen-Abbau zerfressen ist, bis hin zu Fertigungsanlagen für Roboter.

Summa Summarum

Respawn Entertainment wollte mit Titanfall frischen Wind in das Genre der Shooter-Games bringen. Hierbei bedient man sich vor allem an der Geschwindigkeit, die an alte Zeiten aus Quake und Unreal zurückerinnert. Die Titanen fügen sich grandios in das Spielgeschehen ein und bieten zahlreiche Abwechslung und taktische Möglichkeiten. Seid mal ehrlich: wie cool ist es denn bitte als „normaler“ Fußsoldat einen tonnenschweren Titanen zu Fall zu bringen?

Die Steuerung geht soweit flüssig von der Hand. Einziges Manko ist die Standardbelegung für den Nahkampfangriff, welcher auf der Taste „C“ liegt und in hitzigen Situationen zu verkrampften Fingern führt. Dies trifft natürlich nur für die PC-Version zu. Mit Titanfall bekommt ihr einen großartigen Multiplayer-Shooter, in dem jeder mit einem Faible für dicke Waffen, fette Kampfroboter und actionreichem Gameplay, seine helle Freude finden wird.

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