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The Stomping Land

The Stomping Land – Preview

Das Überleben als Spielziel: Survival-Games erfreuen sich zurzeit größerer Beliebheit denn je. Unzählige Entwickler versuchen auf den fahrenden Erfolgszug, den die Arma II-Modifikation DayZ ins Rollen brachte, aufzuspringen. So nun auch SuperCrit mit The Stomping Land: Der vor Kurzem durch Greenlight gewunkene Titel ist auf Steam zurzeit als Early-Access Version verfügbar und macht das Überleben zu etwas noch Urmenschlicherem, als es schon ist – indem er uns gegen Dinosaurier antreten lässt.

Menschen gegen Dinos

Zugegeben, historisch korrekt ist das Ganze wohl kaum. Als Homo Sapiens müssen wir gegen das Verhungern kämpfen, indem wir Fleisch von den herumlaufenden Dinosauriern erbeuten. Dazu basteln wir uns einen Unterschlupf, Werkzeug und Waffen aus zuvor abgebauten Steinen und Holz. Aber auch dann sind wir immer noch nicht sicher: Andere Spieler machen uns das Leben schwer. Denn The Stomping Land ist ein Multiplayer-Spiel.

Eines muss ganz vorneweg gesagt werden: The Stomping Land befindet sich noch im Alpha-Stadium und wird gerade mal von drei festen Mitarbeitern entwickelt. Dementsprechend fehlen dem Spiel noch grundlegende Features, wohingegen es an Fehlern nicht mangelt. Mit jedem Update kommen aber neue Inhalte, auf welche die Community über das offizielle Forum Einfluss nimmt.

The Stomping Land

Da sich Singleplayer und Multiplayer bis auf die Tatsache, dass sich in zweiterem Modus auch andere Spieler in der Welt befinden, nicht unterscheiden, besteht hier überhaupt kein Bedarf zur Differenzierung. Wir starten in The Stomping Land als halb bekleideter, aber überaus muskulöser und tätowierter Mensch an einer zufälligen Stelle auf dem Strand der Insel Capa. Mit unserem Allzweckwerkzeug können wir Holz und Steine sammeln.

Sich eine Existenz schaffen

Die Ressourcen wiederum lassen sich in einem sehr simplen Handwerks-System weiterverarbeiten. Momentan gibt es noch nicht viel zu bauen: Ein Tipi, eine Feuerstelle, ein Totempfahl und ein Käfig zum Einsperren von Tieren und Menschen stehen zur Auswahl. Außerdem können wir Speer, Schild, Pfeil und Bogen sowie Bolas herstellen, um uns gegen Menschen und Dinosaurier zu verteidigen.
Ein Inventar gibt es in The Stomping Land nicht: Holz und Steine lassen sich auf dem Boden in Kisten stapeln. Einzelne Kisten können wir dann hinter uns herziehen und so mit uns bewegen.

Haben wir ein Zelt mitsamt Feuerplatz errichtet, müssen wir uns um das Wichtigste kümmern: Nicht zu verhungern. Wir brauchen Fleisch. Viel Fleisch. Glücklicherweise laufen uns immer wieder Gallimimi und Sygimoloche über den Weg – diese kleinen Dinosaurier können wir töten, um an ihr Fleisch zu gelangen. Oder wir tauchen im Ozean ab und fangen mit einem Speer (und viel Geduld) Fische.

The Stomping Land

Auf diese Art und Weise erhalten wir jedoch nur „Light Meat“. Das macht nicht richtig satt und wir brauchen schnell Nachschub. Da müssen größere Geschütze her: Im Landesinneren warten stattliche Dinosaurier wie der Carnotaurus und der Styracosaurus. Leider sind wir überhaupt nicht fähig, diese gewaltigen Tiere zu töten. So müssen wir warten, bis bspw. der aggressive fleischfressende Carnotaurus einen Styracosaurus angreift und erledigt.

Um den Kampf nicht zu verpassen und uns am Körper des gefallenen Giganten zu bedienen, müssen wir die Dinos vorher finden. Das funktioniert entweder über Fährtensuche, Lauschen nach Geräuschen oder dem Orientieren nach Sternen. Jeder Stern repräsentiert einen Dinosaurier und zeigt uns ihre Position an, so können wir sehen, ob sich zwei der Monster gerade ins Gehege geraten.

Menschen gegen Menschen

Weil aber auch die anderen menschlichen Jäger die Fährten verfolgen und versuchen, das wertvolle Fleisch zu ergattern, kommt es hier regelmäßig zu Aufeinandertreffen. Das kann friedlich ausgehen, endet jedoch aufgrund der fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Spieler und Spieler meist mit dem Tod einer der beiden Seiten. Ein Speertreffer genügt und unser Gegenüber darf das Spiel von vorne beginnen.

The Stomping Land

Um unsere Beute (und viel wichtiger: unser Leben!) zu beschützen, können wir uns mit anderen Spielern in sogenannten Stämmen zusammenfinden, einem bisher eher groben System, das aber in Zukunft verbessert wird. Gemeinsam ist man gegen andere Spieler eher gewappnet, nicht zuletzt, weil man gefallene Kameraden wiederbeleben kann.

Mit der Zeit sammeln wir Erfahrung – diese und in Höhlen gefundene Heilpflanzen können wir benutzen, um getötete Dinosaurier wiederzubeleben. Daraufhin erkennen uns diese als ihr Herrchen an und wir dürfen sie als Reittier benutzen.

Die Zukunft wird’s richten

Damit ist das zur Verfügung stehende Gameplay aber bereits erschöpft. Wer ein Reittier erlangt, der ist praktisch bereits im „End Game“. Im Moment bietet The Stomping Land einfach noch zu wenige Features und damit auch zu wenig Langzeitmotivation: Bis auf eine Hütte und eine Feuerstelle können wir nichts bauen. Die Welt ist riesig, aber bis auf Bäume, Steine und Dinosaurier komplett leer. So bleibt nach ein paar Dutzend Minuten Spielzeit nichts als Geplänkel mit anderen Spielern. Verteidigungsanlagen, ein erweitertes Crafting-System und eine weniger leblose Spielwelt wären dringend notwendig.

The Stomping Land

Die leere und teilweise wirklich langweilige Welt könnte auch mit der kleinen Spieleranzahl zusammenhängen: Bislang dürfen nur 16 Spieler zusammen auf einen Server, auf der doch ziemlich großen Insel Capa ist das so wenig, dass man nur selten auf menschliche Intelligenz trifft. Tun wir das, fehlt es wiederum an Kommunikationsmöglichkeiten: Zwar ist es toll, dass auf ein HUD praktisch komplett verzichtet wird, aber eine Namensanzeige wäre sinnvoll gewesen. Zudem vermissen wir schmerzhaft einen Voice Chat. Es gibt keine Möglichkeit, dem Gegenüber klarzumachen, dass man ihm gar nichts Böses will. Das daraus resultierende ständige Misstrauen ist zwar interessant, aber nicht praktikabel, gerade, wenn man sich eigentlich zu Stämmen zusammenschließen soll.

Wir empfehlen stark, The Stomping Land mit Freunden zu spielen, denn alleine wird das Gameplay schnell dröge. Die Welt ist trotz einer noch wenig ansprechenden Grafik schön gestaltet und die Soundkulisse einfach nur gut. Trotzdem gibt es kaum was zu tun. Nach einer sehr steilen Lernkurve gibt uns The Stomping Land nichts mehr an die Hand, um länger die Motivation zu bewahren. Zukünftige Patches mit vielen neuen Inhalten sollen dies aber beheben.

Fazit

Die Alpha-Version von The Stomping Land ist auf Steam derzeit für 22,99€ erhältlich. Ganz schön happig! Denn wirklich viel erhalten wir dafür bisher nicht. An allen Ecken und Enden besteht Verbesserungsbedarf, hier fehlen Features, da funktionieren sie nicht wie gewollt. Unter der Hülle steht aber ein vielversprechendes Projekt, das in seinem jetzigen Zustand Lust auf mehr macht. Der Gegner-Mix aus Menschen und Dinosauriern macht The Stomping Land tatsächlich sehr spannend. Schade, dass nur so wenige Entwickler an dem Titel sitzen – dieses Spiel hätte mehr verdient. Aber dennoch dürfen wir gespannt sein, was die Zukunft bringt.

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