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The Binding Of Isaac: Rebirth – Review: Blut, Schweiß, Angst und Exkremente

Edmund McMillen kann man als durchaus durchtriebenen Entwickler bezeichnen, der uns moderne Klassiker wie Super Meat Boy und The Binding Of Isaac gebracht hat. Beide Spiele kann man definitiv als Erfolge verzeichnen. Super Meat Boy blieb (leider) kein Addon oder ein Nachfolger vergönnt. The Binding Of Isaac hat dagegen beides bekommen. Zuerst kam das Addon Wrath Of The Lamb und mit The Binding Of Isaac: Rebirth steht – je nach Ansicht – ein Nachfolger oder ein Remake bereit.

Mama mit dem Küchenmesser

Es gibt Spiele, die dürften bei manchen Religionen nicht übermäßig beliebt sein. The Binding Of Isaac: Rebirth wird wohl, wie sein Vorgänger, bei manchen Christen nicht für Lobpreisung sorgen. Gründe dafür gibt es viele, aber der Hauptgrund dürfte die Ausgangslage der Story des Spiels sein. Der Junge Isaac lebt zusammen mit seiner Mutter, einer mehr als nur devoten Christin. Die gute Dame fängt an Stimmen zu hören, die laut ihrer Ansicht von Gott kommen. Gott hat in dem Fall keine sehr große Freude an Isaac und letztendlich verlangt er, dass Isaac von seiner Mutter als Glaubensbeweis geopfert wird. Als Opfer auserkoren zu sein ist eine Sache, sich dem Schicksal zu fügen dagegen eine andere. Bevor die gottesfürchtige Mutter den guten Isaac mit einem Küchenmesser erledigt, findet dieser eine Falltür in den Keller und verzieht sich. Das ist die Ausgangslage für The Binding Of Isaac: Rebirth. Nur, dass im Keller nicht nur alte Fahrräder stehen, sondern wir immer tiefer in eine albtraumhafte Welt hinabsteigen, die mit jedem Untergeschoss fieser wird.

Glaubenskrise im Kellergeschoss

Wer jetzt den Vorgänger schon gespielt hat, dem wird das alles natürlich sehr bekannt vorkommen. Denn was die beschriebene Ausgangslage angeht, so unterscheidet sich diese keinen Deut mit der vom Vorgänger. Ansonsten kann man sich auch durchaus die Frage stellen, ob eine Neuauflage eigentlich sinnvoll und das kein reiner Cashgrab ist. Im Kern bleibt The Bindig Of Isaac: Rebirth zwar dasselbe Spiel, aber trotzdem gibt es genug Änderungen und Neuerungen, die solche Vorwürfe entkräften. Zunächst einmal wäre da der Wechsel der Engine. The Binding Of Isaac lief noch auf Basis von Flash, was so einige Nachteile mit sich gebracht hat. So sorgte Flash immer wieder für kleine, aber nervige Ruckler. Durch den Wechsel der Engine  läuft The Binding Of Isaac: Rebirth jetzt durchgehend angenehm flüssig. Geändert hat sich aber auch die Optik des Spiels. Der handgezeichnete Comiclook gehört grundsätzlich der Vergangenheit an. Dafür glänzt das Spiel jetzt im 16bit Pixellook. Das mag für eingefleischte Fans etwas gewöhnungsbedürftig sein, sieht letztendlich aber auch für sich genommen ziemlich gut aus. Weniger Begeisterung dürfte dagegen beim Soundtrack aufkommen, der jetzt stellenweise einen gewissen 80er Jahre Touch hat und an Hotline Miami erinnert. Zwar ist der Soundtrack an sich gut, aber hier wären wohl so einige Fans mit überarbeiteten Versionen des alten Soundtracks wesentlich glücklicher geworden.

So Gott will

Spielerisch bleibt The Binding Of Isaac: Rebirth sich selbst treu. Wir steuern Isaac aus der Vogelperspektive und setzen unsere bitteren Tränen als Waffe gegen kuriose Gegner ein. Dazu kommt noch, dass The Binding Of Isaac: Rebirth ein Vertreter der Kategorie Rougelike ist. Spiele dieser Kategorie arbeiten mit Permadeath. Beißen wir also mal ins Gras, gibt es keine weiteren Leben und keinen Speicherpunkt und wir dürfen wieder ganz am Anfang anfangen. Dieses Elemet kombiniert das Spiel sehr gekonnt mit einer schier unzählbaren Anzahl an Items und Unlocks, die wir finden und freischalten können. Das können Items mit simpler Funktion wie zusätzlichen Lebenspunkten sein oder auch Items, die das Spiel ziemlich umkrempeln. Eine der größten Stärken liegt in der Tatsache, dass sich keine Partie gleich spielt und wir immer wieder neue Sachen entdecken und freischalten können. Dieser Mix macht auch aus The Binding Of Isaac: Rebirth ein Spiel mit einem enormen Suchtpotential im positiven Sinne.

The Binding Of Isaac: Rebirth

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