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Strife

Strife: Massive Online Battle Arena 2.0

Titelbild zu Strife

Herzlich willkommen zu unserer kleinen Preview zum neuen MOBA Strife. MO.. was? MOBA! MOBA steht für Massive Online Battle Arena. Also quasi ein massives Schlachtfeld im Internet. Die ersten Vertreter dieser Genres traten bereits vor vielen Jahren auf den Plan. Allen voran, die damalige Kartenmod Defense of the Ancients für Warcraft 3 von Blizzard oder abgekürzt DotA. Seit dieser Zeit ist eine Menge Wasser den Rhein runtergelaufen und viele Spieleschmieden haben diesen Trend für sich nutzbar gemacht. Als Vertreter dieses Genres seien jetzt Heroes of Newerth, League of Legends oder Smite genannt. Auch der Nachfolger DotA 2 steht in den Fußstapfen seines älteren Kollegen.

Nun alles soll sich weiterentwickeln und so ging S2Games, nach ihrem Erstwerk Heroes of Newerth, auf die Suche nach den besten Eigenschaften eines MOBAs. Ganz ungeniert, schaute man auf die besten Eigenschaften der Mitbewerber, um sich die Rosinen für einen eigenen Kuchen raus zu picken.

So entstand Strife. Wie die Macher hinter Strife behaupten, liegt das Problem in MOBAs vor allem an der Community. Die Spieler sind weder freundlich zu ihren Gegnern, noch zu Neulingen, die gerade mit dem Spiel begonnen haben. Es entstehen sogenannte Toxic Communities, die allen anderen Spielern den Spaß verderben. Ein anderes Problem sei auch die Einsteigerfreundlichkeit von MOBAs. Viele Spiele seien zu komplex, um sie direkt von Anfang an schnell zu lernen. Bei teilweise bis zu 100 Helden, mit einzigartigen Fähigkeiten, müssen wir hier den Entwicklern von Strife recht geben.

Sie versprechen uns, Alles besser zu machen. Diese Herausforderung nehmen wir an und wagen uns in die Welt von Strife.

Helden und Pets

Zu Beginn des Spiels stellen wir schon einmal eine Sache fest, wir haben 17 Helden. Ok, dies ist vielleicht noch nicht das Ende vom Lied, da es sich hier um eine Beta handelt. Allerdings haben die Entwickler versprochen, dass es maximal 25 werden sollen. Nun ich finde 25 ist eine angenehm kleine Zahl, im Verhältnis zu den Gegnermassen anderer Spiele. Außerdem seien wir doch mal ehrlich, in den meisten Spielen werden eh immer die gleichen Helden gespielt. Ein Großteil des riesigen Kaders gammelt eh im Spielnirvana vor sich hin und kommt nur raus, wenn er zu Ungunsten eines anderen Helden verbessert wurde oder irgendein Neuling den Charakter ausgewählt hat, ohne zu wissen wie unnütz er ist.

Charakterauswahl in Strife

Ein anderer Inhalt hat uns aber viel mehr verwundert. Haustiere. Wir reden jetzt nicht einfach von Katzen oder Hunden, sondern von kleinen mythischen Begleitern, die uns in die Arena begleiten. Am Anfang dürfen wir uns eins von drei Wesen aussuchen. Eine große Krabbe für mehr Verteidung, eine Schildkröte für Heilung oder einen Feendrachen für Schaden. Mit jedem Spiel erhalten wir magische Siegel, die uns zur Freischaltung weiterer Begleiter dienen. Dabei hat jeder weitere Begleiter, genau wie die ersten drei, ein eigenes Thema für seine Fähigkeiten. Bounder, der Widder, erhöht unser Tempo und senkt das Tempo der Gegner, während Razer, die Katze, für Tarnung und Schaden, sowie kleine Heilung sorgt und somit mehr für Assassinen gedacht ist. Topps, der Dino, verhilft uns zu einem Verlangsamungseffekt und verbessert den Schaden und zuletzt sorgt Luster für mehr Gold und Fähigkeiten, um kleine Dienereinheiten zu töten. Alle diese Begleiter leveln durch gewonnene Spiele mit und lernen so weitere Fähigkeiten oder verbessern bereits gelerntes.

Begleiter in Strife

Skins und Crafting

Während wir alle Helden direkt spielen können und nicht erst freischalten müssen, können durch Rubine weitere Skins (Veränderungen des Aussehens) gekauft werden oder bereits gekaufte Skins in der Farbe verändert werden. Diese Rubine sind im Shop für bares Geld zu erhalten. Eine Farbe kostet momentan 60 Rubine, während ein Skin 160 Rubine kostet. Die kleinsten Pakete kosten hier 1,99 $ für 44 Rubine, was einen Skinpreis von 5,40 EUR entspricht. Ähnliche Preise haben wir bereits bei anderen MOBAs gesehen, sodass diese durchaus im Durchschnitt liegen. Einen praktischen Nutzen im Spiel haben die verschiedenen Skins jedoch nicht.

Das Crafting zeigt eine neue Seite im Spiel. Während man bisher bei den gängigen Spielen vorgegebene Rezepte für Gegenstände hatte, geht Strife hier neue Wege. Bei Dota2, LoL und HoN kauft sich der Spieler im Spiel Gegenstände und baut diese mit Rezepten zusammen. Hierdurch entsteht ein neuer mächtiger Gegenstand mit ähnlichen und meist zusätzlichen Eigenschaften, wie die einzelnen Komponenten. Bei Strife allerdings, bleiben die Bestandteile individuell erhalten und erhalten durch das Rezept einen Zusatzeffekt. Bei Crafting kann der Spieler nun hingehen und einzelne Bestandteile für einen Gegenstand ändern. Dabei kann er Teile des Rezeptes löschen und durch andere gleichwertige oder höherwertige Bestandteile ersetzen.

Crafting in Strife

Ein Beispiel:

Der Gegenstand Crushing Mace besteht aus drei Einzelteilen. Einem Kraftkristall mit +12 Kraft und zwei Gesundheitssplittern mit je +85 Leben. Wir haben nun die Möglichkeit einen Gesundheitssplitter zu entfernen, wenn unser Held meist über genug Gesundheit verfügt. Stattdessen bauen wir einen weiteren Kraftsplitter mit +6 Kraft in die Waffe ein. Um das neue Rezept zu bestätigen, müssen wir es mit gesammelten Phiolen bezahlen. Diese bekommen wir, genau wie die Siegel für die Tiere, indem wir in Spielen kämpfen oder im Accountlevel aufsteigen. Wenn wir jetzt in der nächsten Spielrunde eine Crushing Mace zusammenbauen, benötigen wir nun die neuen Bestandteile. Dabei muss ein Rezept immer mindestens den gleichen Preis haben, wie das Originalrezept. Da der Bonus der Waffe erhalten bleibt und sich nicht verändert, würde sonst die Balance des Spiels gestört. Man kann allerdings günstige Bestandteile durch höhere und teurere ersetzen, jedoch ist dann zu beachten, dass der Gesamtpreis der Waffe steigt und ihr im Spiel Probleme bekommen könntet, genügend Gold zu sammeln.

Das Spiel

Habt ihr euch einen Helden und einen passenden Begleiter ausgesucht, dann könnt ihr euch in die Warteschlange einreihen. Hierbei ist die Wahl des Helden für die Warteschlange maßgeblich, da die Teams möglichst ausgewogen sein sollen. Zumeist bestehen die Teams aus einem Tank, zwei Magiehelden und zwei Angriffskrafthelden. Diese Einteilungen in Tanks, Physischer DD und Magier kennen wir bereits aus den anderen MOBAs. Gestartet wir Genretypisch an einem Heilbrunnen, der neben dem Hauptkraftwerk liegt, welches als Missionsziel der gegnerischen Mannschaft dient. Um das Kraftwerk angreifbar zu machen, muss zuerst ein direkt verbundener Generator auf einem der drei Wege zerstört werden. Diese Generatoren wiederum, werden nur angreifbar, wenn beide Türme auf dem Weg zerstört wurden. Auf den drei Wegen (oben / mitte / unten) patroullieren kleine Dienergruppen, die beständig die feindlichen Türme angreifen. Die Türme wiederum schießen zuerst nur auf die Diener, es sei denn, ein Held ist alleinig in ihrer Reichweite oder der Held greift einen Helden aus dem Turmteam an.

Ein Generator in Strife

Die Grafik erinnert dabei stark an den Konkurrenten League of Legends und sogar die hohen Gräser, zur Tarnung vor dem Feind, wurden von dort übernommen. Deshalb wundert es uns nicht, wenn die Dienergruppen in Strife ebenfalls eine verblüffende Ähnlichkeit zu League of Legends aufweisen. Dabei sind die Charaktere detailiert gestaltet und auch die Animationen hübsch und ansehnlich umgesetzt. Uns fehlte jedoch zur genauen Betrachtung eine Zoomfunktion im Spiel.

Die Abläufe im Spiel sind genretypisch und weichen nur knapp vom Standart ab. Wir teilen unsere Heldentruppe auf die drei Wege auf und versuchen die gegnerischen Helden so schnell wie möglich ins Jenseits zu befördern. Von Dienern erhaltenes Gold tauschen wir gegen Gegenstände, die unsere Verteidigung oder unseren Schaden verbessern. Außer den Hauptwegen gibt es noch eine Art Dschungel, der neutrale Einheiten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden beherbergt, die für mehr Erfahrungspunkte und Gold getötet werden können. Zusätzlich enthält Strife noch eine Hexe namens Cindara, die einen Affenkoloss gefangen hält. Töten wir die Hexe, dann können wir den Koloss auf einer Bahn unserer Wahl in den Kampf schicken. Der Koloss verliert bei jedem Angriff auf Gebäude selbst Lebenspunkte, teilt jedoch erheblichen Schaden aus. Zum anderen beherbergt der Dschungel von Strife noch einen Elementargeist namens Balnir, der eine große Menge zusätzliches Gold für die Gruppe bringt, wenn er getötet wird. Beide Spezialmonster spawnen in festgelegten Intervallen wieder.

Das Spiel endet, wenn das gegnerische Kraftwerk zerstört ist.

Kraftwerk in Strife

Interface

Im Bezug auf das Interface geht Strife neue Wege. In vielen Spielen wir häufig ein wichtiger Teil vom Interface überlagert. Gegner verschwinden hinter Chatanzeigen oder Charakterbildern. Hier liefert es uns einen bisher einzigartigen Weg genau anzupassen, was wir sehen wollen und was nicht. Standardmäßig werden fast alle Anzeigen im Spiel nur kurz eingeblendet und anschließend ausgeblendet, um den größtmöglichen Teil des Spielfelds frei zu halten. Uns hat das im Spiel sehr gut gefallen. Folgende Anzeigen können auf Wunsch wieder permanent am Bildschirm gezeigt werden: Porträts und Inventar, Spielzeit und Erfahrungsanzeige und schließlich die Zeit bis zum nächsten Spawn der Bossmonster, sowie die eigene Lebensanzeige.

Einstellungsmöglichkeiten in Strife

Balance

Die Balance in Strife steckt noch sehr in den Kinderschuhen. Grundsätzlich sind die Attacken der Helden sehr simple und analog zu anderen MOBAs. Will ich eine Fähigkeit auslösen, klicke ich auf den zugehörigen Knopf Q,W,E oder für die ultimative Fähigkeit R. Sogleich erscheint ein einfarbiger Anzeiger, der mir den Radius und die Richtung der Fähigkeit anzeigt. Ein Linksklick und die Fähigkeit wird gesetzt und ausgelöst. Momentan überwiegen in Strife die Helden, die ihren Schaden durch Fähigkeiten erzeugen. Dabei sind momentan gerade die Tanks noch so stark, dass sie meist im Alleingang ganze Gruppen töten können, da ihre Fähigkeiten viel Schaden verursachen und ihre Panzerung sie fast unzerstörbar macht.

Ingesamt ist es auch eher die Regel, dass einzelne Helden mit zwei Fähigkeiten andere Helden komplett in den Staub treten. So bleibt es im Endeffekt doch wieder nur eine Frage der Internetleitung und der Verzögerung, die über virtuelles Leben und virtuellen Tod entscheiden.

Ein Kampf in Strife

 

Fazit

Strife zeigt gute Ansätze für ein neues erfrischendes Spielerlebnis im MOBA-Szenario. Die bisherige Umsetzung macht schon viel Spaß, ist jedoch auf Grund der langen Wartezeiten für ein Spiel und der mangelnden Balance häufig unbefriedigend und hinterlässt nach jedem Spiel, egal ob Sieg oder Niederlage, einen schalen Beigeschmack. Hier hoffen wir, dass der Betatest den Entwicklern ausführliche Daten zu Strife liefert und das Feedback der Spieler ernstgenommen und die Balance angepasst wird. Ansonsten ist der erste Eindruck hervorragend, da die Kombination aus Helden mit Haustieren und frei gestaltbaren Rezepten viele Möglichkeiten für einen individuellen Spielstil liefert.

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