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Sniper Elite 3 Game Releases

Sniper Elite 3 – Review

Seit heute ist Sniper Elite 3 weltweit und auf allen Plattformen im Handel erhältlich. Ob der neueste Ableger der Scharfschützen-Serie aus dem Hause Rebellion ins Schwarze oder doch eher in die Magengrube trifft, klären wir in unserem Test der PS4-Version des Spiels.

Sniper Elite 3

Ein Held, ein Ziel, viele Kugeln

Wir schreiben das Jahr 1942. Der zweite Weltkrieg ist noch in vollem Gange und die Alliierten versuchen mit aller Macht, Herr über die Truppen der Achsenmächte zu werden. Deshalb werden wir, als Karl Fairburne, nach Nordafrika geschickt, um als Elite-Sniper hinter den feindlichen Linien aufzuräumen und unseren Kameraden so den Vorstoß zu erleichtern.

Begründet ist unser Vorstoß aber vor allem durch Informationen des US-Geheimdienstes, in denen von einer neuen Wunderwaffe der Deutschen die Rede ist, mit der der Krieg eine, für die Alliierten schlechte, Wendung nehmen könnte. Nach den Informationen handelt es sich dabei um einen neuartigen Panzer. Also einen dicken Panzer. Einen richtig dicken Panzer. Sollten diese Informationen stimmen, wäre es ein Leichtes für die Wehrmacht, unsere Truppen zurückzudrängen und den Krieg für sich zu entscheiden.

Und so ziehen wir, beziehungsweise unser Alter Ego Fairburne, in Sniper Elite 3 aus und versuchen Informationen über den genauen Standpunkt der Fertigungsanlagen des Superpanzers zu finden. Dabei helfen wir auch immer wieder unseren eigenen Truppen, indem wir beispielsweise Flak-Geschütze sprengen, Generäle erledigen oder auf andere Art und Weise den Weg freiräumen.

Sniper Elite 3

Die Freiheit des Tötens

Wie wir dabei vorgehen, entscheiden wir selbst. Und hier liegt gleichzeitig eine der größten Stärken von Sniper Elite 3. Es ist uns auf den sehr großzügigen Maps erlaubt, so vorzugehen, wie es uns beliebt. Meistens gibt es mehrere kleinere Zwischenziele, bevor wir zum eigentlichen Missionsziel vorstoßen können. In welcher Reihenfolge wir diese Vorfeld-Aufgaben erledigen, ist uns dabei völlig freigestellt. Auch die Variation der Aufgaben weiß dabei zu gefallen. Mal müssen wir einen Kommandanten ausschalten, mal ein Dorf auskundschaften und ein anderes Mal gilt es, Informationen zu suchen und diese sicherzustellen. Garniert werden die Aufgaben oft mit optionalen Bonuszielen, durch die wir zusätzliche Erfahrungspunkte sammeln können und so ein immer besserer Elite-Sniper werden. Belohnt wird die durch Abschüsse gesammelte Erfahrung, indem wir immer mehr Waffen und Waffenverbesserungen, sowie andere Ausrüstungsgegenstände freischalten.

Auch bei der Vorgehensweise lässt uns Rebellion in Sniper Elite 3 so ans Werk gehen, wie wir es für richtig halten. Wir können heimlich, still und leise einen Feind nach dem anderen ausschalten, die Gegner noch heimlicher umschleichen oder einfach alles aufs Korn nehmen, was uns vor die virtuelle Flinte läuft. Dabei ist es bemerkenswert, wie gut die Entwickler jede Spielmethode ausbalanciert haben. Sniper Elite 3 ist stets fordernd, aber nie unfair. Es gibt auch keine Stelle im Spiel, die wir nach dem Scheitern des ersten Versuchs nicht mit einer anderen Herangehensweise erfolgreich abschließen könnten.

Sniper Elite 3

Mitten ins Schwarze

Besonders cool umgesetzt ist auch dieses Mal wieder die Spielmechanik. Sniper Elite 3 lässt sich zu jeder Zeit sehr gut kontrollieren und vermittelt euch stets das erhabene Gefühl, ein tödlicher Jäger zu sein, der seine Beute am liebsten aus der Ferne erlegt. Besonders gut gemacht sind wieder einmal die sogenannten „Killcams“. Für alle, die dieses Alleinstellungsmerkmal der Sniper Elite – Serie nicht kennen: Landet ihr einen tödlichen Treffer, wechselt das Spiel in die Bullet-Time, in der die Kamera für euch die eben abgefeuerte Patrone auf dem Weg ins Ziel verfolgt und kurz vor dem Einschlag eine Art Röntgenblick auf das Ziel freigibt. Was dann folgt, ist eine explizite Darstellung dessen, was passiert, wenn eine Gewehrkugel auf menschliche Knochen und Organe trifft.

Abschüsse in schön

Sehr hervorzuheben ist auch die Technik von Sniper Elite 3. Allein grafisch macht das Spiel schon richtig was her. Die detaillierten Spielszenen laufen auf der PS4 in bildhübschen 1080p bei 60 Bildern pro Sekunde über die Mattscheibe. Es handelt sich hier, schlicht ausgedrückt, um den optisch besten Teil der Serie. Neben der dichten Steppenvegetation, knackscharfen Texturen und beeindruckender Weitsicht in den weitläufigen Arealen, bietet der Titel mit dem afrikanischen Setting auch frische Farben und abwechslungsreiche Schauplätze. Das gleiche gilt auch für den Sound. Vor allem im Surround-Sound-Modus knallt und kracht es in allen Ecken des Wohnzimmers. Auch wenn wir schleichen sind die Umgebungsgeräusche exzellent produziert und abgemischt. Wir können jederzeit anhand der Geräusche orten, was sich wo in der Spielwelt tut. Dabei sind vor allem auch die Sounds der Waffen hervorzuheben. Diese scheppern genauso brachial aus den Boxen wie die Geräusche, wenn die Kugel ihr Ziel trifft oder wieder verlässt…

Sniper Elite 3

Ein weiterer guter Punkt von Sniper Elite 3 ist die gegnerische KI. Diese hat so gut wie nie Aussetzer und bringt uns beim Spielen häufiger mal ins Schwitzen. Wurden wir einmal dabei gehört, wie wir einen Schuss abgeben, werden die Wachen in Alarmbereitschaft versetzt und sind eine Zeit lang aufmerksamer als sonst. Fällt ein weiterer Schuss, machen die Jungs Jagd auf uns. Dann heißt es, die Beine in die Hand nehmen und schleunigst eine neue Deckung suchen. Wer also heimlich unterwegs sein will, der sucht sich am besten einen Platz, an dem es eine laute Geräuschquelle gibt und feuert seine Schüsse dann ab, wenn einem das Spiel anzeigt, dass der Krach den Lärm des Schusses übertönt.

Beim Sterben ist niemand allein

Wem das alles noch nicht reicht, der hat außerdem die Möglichkeit, mit Freunden gemeinsam auf die Jagd zu gehen. Dabei seid ihr in den sogenannten Überwachungs- oder Überlebens-Missionen auf der Jagd. Hierbei übernimmt im Überwachungs-Modus ein Spieler die Rolle des Snipers, während der andere Mitstreiter einen Kampfsoldat mimt. Zusammen erfüllt ihr dann die entsprechenden Missionsziele. Im Überlebens-Modus ist der Name Programm: Zusammen müsst ihr möglichst lange all das überleben, was euch die Feinde auf den Hals hetzen. Ein Heidenspaß, der für den ein oder anderen Adrenalinschub sorgen wird.

Daneben gibt es in Sniper Elite 3 noch klassische Mehrspielergefechte, in denen jeder auf sich allein gestellt ist. Wer allerdings erwartet, dass diese Matches in einem Scharfschützenspiel auf ein gegenseitiges Totcampen hinauslaufen, der irrt. Rebellion schafft es, auch diesen Modus, vor allem durch ständige Munitionsknappheit, gut auszubalancieren. Ihr könnt euch so zwar eine kurze Zeit lang an dem selben Punkt aufhalten, müsst aber schon bald wieder auf die Suche nach einer neuen Munitionskiste gehen.

Sniper Elite 3

Aber da gibt’s doch bestimmt ’nen Haken!?

Neben all diesen positiven Punkten, gibt es jedoch leider auch ein paar Dinge, die zu bemängeln sind. Abstürze hielten sich in Grenzen – lediglich einmal hing das System während eines Ladebildschirms. Was etwas schwerer wiegt, sind die sich wiederholenden Aufgaben innerhalb einer Mission. Wie oben schon angesprochen sind die Areale, in denen ihr in Sniper Elite 3 unterwegs seid, sehr weitläufig. Da wir stets zu Fuß unterwegs sind, müssen wir genau planen, in welcher Reihenfolge wir die Missionen abarbeiten. Aber selbst dann haben wir gerade ein Ziel erledigt, machen uns auf den Weg zum nächsten, räumen unterwegs noch einen Wachposten leer und das Spiel beginnt ein drittes Mal von vorne. Dabei stört es nicht, dass wir beispielsweise dreimal hintereinander einen Kommandanten liquidieren müssen, Informationen einsammeln und uns auf dem Weg zum nächsten Truppführer machen. Vielmehr sind es die langen Wege, die dazwischen liegen und, wenn die Wachposten dazwischen einmal erledigt sind, spielerisch nicht mehr bieten, als eine lange Laufstrecke.

Ebenfalls etwas flach fällt die Präsentation der Spielgeschichte aus. Natürlich gibt es bereits unzählige Games, die sich mit dem zweiten Weltkrieg befassen. Dennoch hätten wir uns hier etwas mehr Pfiff gewünscht. Die Charaktere bleiben etwas zu flach und wir fiebern oftmals mehr dem nächsten irren Abschuss entgegen, als mit Fairburne zu hoffen, zu leiden und gespannt darauf zu warten, welche Wendung in der Geschichte uns noch bevorstehen mag.

Ein Volltreffer ins Sniper-Herz

Insgesamt bleibt Sniper Elite 3 aber ein hervorragender, und vor allem ein aus der breiten Masse herausstechender Shooter, der es immer wieder glaubhaft vermittelt, dass wir ein echter Sniper-Held à la Wassili Saizew (Duell – Enemy at the Gates) oder Private Daniel Jackson (Der Soldat James Ryan) sind. Und genau dieses Spielgefühl ist es, das Sniper Elite 3 zu einer einzigartigen Erfahrung macht. Neben der tollen Technik und dem erfrischenden Setting ist es makaberer Weise vor allem auch die Killcam, die uns immer wieder motiviert, noch weitere Schritte hinter die feindlichen Linien zu wagen.

Kleine Randnotiz für alle Liebhaber von ungekürztem Spielspaß: Sniper Elite 3 erscheint, auch in Deutschland, komplett ungeschnitten.

 

5 Kommentare

  1. Wieso bekommt ein Spiel das so extreme technische Mängel (vorbeifliegende Flugzeuge laggen, teilweise kann man durch geländer nicht hindurch schießen uvm.) hat diese Bewertung? die einfachsten Spielmechaniken sind zudem Fehlerhaft (Stolpermine legen) – Dazu kommt das eigentliche snipern im Verhältnis zum Vorgänger viel zu kurz. und die Spielzeit liegt bei einem casualgamer wie mir, trotz vorsichtigen vorgehens bei etwas über 8 Stunden…. Aufgrund dieses Test habe ich das Spiel letztendlich gekauft und ärgere mich einfach nur.

    • Hallo Markus,

      für welche Plattform hast du das Spiel denn gekauft? Unsere Review bezieht sich auf die PS4-Version von „Sniper Elite 3“. Das hatten wir auch am Anfang des Textes geschrieben. Natürlich sind die Geschmäcker verschieden. Deshalb kann es durchaus sein, dass bei dir ein anderer Eindruck vorherrscht, als es bei mir der Fall war. Ich habe von den Mängeln im Spiel nichts feststellen können. Sonst wäre dies mit Sicherheit auch in die Wertung mit eingeflossen. Getestet wurde von mir die Reviewfassung inklusive dem Day-One-Patch.

  2. Metacritic von 81. Scheint ja ganz passabel zu sein. :)

  3. Patrick Kirst

    Hui! Klingt einwandfrei. Sehr schön geschrieben Matthias.
    Das Game muss ich mir unbedingt demnächst mal anschauen. :)

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