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Sir, you are being hunted

Sir, you are being hunted: Review – Roboter mal very british

Hallo und welcome zur Review zum Spiel Sir, you are being hunted, aus dem Hause Big Robot Ltd..

Bei diesem Spiel handelt es sich um einen Indie-Actiontitel. Im Prinzip ist es ein weiterer Vertreter der Survivalspiele, die sich momentan einer sehr großen Beliebtheit erfreuen. Doch was unterscheidet Sir, you are being hunted von anderen Titeln wie Rust und DayZ?

Das Spiel

Erst einmal haben sich die Entwickler nicht entschieden, auf den großen Zombiezug aufzuspringen. Stattdessen haben wir es mit sehr britischen Killerrobotern zu tun, die, gekleidet in Tweet und bewaffnet mit Flinten, Jagd auf uns machen. Dabei erfahren wir vom Hintergrund von Sir, you are being hunted nicht viel mehr, als dass wir ein Adliger (ohne wahlweise eine Adlige) sind, der bei einem missglückten Experiment seine Maschine verloren hat, die ihn zeitgleich auf ein mysteriöses Archipel gebracht hat. Das Archipel selbst besteht aus fünf Inseln, die per Zufallsgenerator konstruiert werden. Zur Wahl stehen hier fünf verschiedene Gegenden: Bauernschaft, Industriegebiet, Gebirge, Sumpfland und Schloss. Wir stellen uns eine gemischte Insel aus allen Gegenden zusammen, um einen guten Einblick in Sir, you are being hunted zu bekommen. Nun ist es unsere eigentliche Aufgabe, die Teile der kaputten Maschine wieder zu finden und zusammen zu bauen. Im Inventar des Spiel können wir nachlesen, dass wir insgesamt 17 Teile der Maschine finden und an einer Art Stonehenge wieder zusammensetzen müssen. Dieser Steinkreis dient in Sir, you are being hunted nicht nur als Sammelstelle, sondern auch als Speicherpunkt für unseren Fortschritt.

Steinkreis in Sir, you are being hunted
Die Maschine: Eine Art Stonehenge

Ein weiterer Speicherpunkt sind die kleinen Schiffe, die in jeder der vier Himmelsrichtungen an der mittleren Insel anliegen und uns zu den äußeren Inseln bringen. Schon eine bekannte Automarke sagte in ihrer Werbung Blau macht glücklich! So geht es auch uns in Sir, you are being hunted. Kleine blaue Irrlichter fliegen im Spiel von einem Maschinenteil zum nächsten. Wir brauchen nur diesen kleinen Freunden zu folgen, um auf unseren Inseln jedes einzelne Teil zu finden. Aber Vorsicht! Nicht jedes Licht hier ist ein Freund. Sobald wir rote leuchtende Augenlampen sehen oder ein vertrautes Piepsen hören, gehen wir sofort in die Hocke. Nun haben wir zwei Möglichkeiten. Entweder wir beobachten den Weg der Robots und schleichen uns vorbei, oder wir packen unsere gesammelten Waffen und hauen den in Tweet verpackten Öldosen gehörig eins vor das metallische Fressbrett.

Kämpfen ist in Sir, you are being hunted jedoch meist die schlechtere Lösung. Zum einen sind die Roboter bewaffnet und eröffnen bei Sicht direkt das Feuer, zum anderen locken Schüsse, aufgrund des Lärms, immer weitere Roboter und Suchballons an. Also schleichen wir uns zumeist leise am Gegner vorbei. Neben der besten Art an die geliebten Maschinenteile zu kommen, müssen wir uns auch noch mit einem weiteren Ärgernis rumschlagen. Wie unser Buttler direkt zu Beginn des Spiels erklärt, hatten wir leider keine Zeit vor dem Aufbruch, unser Essen zu uns zu nehmen. Deshalb leidet unser Mr. British Lord beständig an Kohldampf. Eine Vitality-Anzeige sagt aus, wie satt wir zur Zeit noch sind. Geht die Anzeige gegen Null, sind wir kurz vor dem Verhungern und sollten dringend Nahrung zu uns nehmen.

Inventar mit Lootfenster eines Hauses.
Inventar mit Lootfenster eines Hauses.

Diese finden wir in Sir, you are being hunted, neben Waffen und Munition, in den umliegenden Häusern. Zu Auswahl steht sämtliche solide Nahrung, die sich ein Edelmann von der grünen Insel nur wünschen kann. Pfefferminzbonbons, Äpfel, Bier, Schnaps, Whiskey, Tee, Schokokekse und sogar Häggis und Schinkenkeulen. Ist die Häuserlandschaft irgendwann abgegrast, bleibt uns noch der Weg des Jägers. Mit Hilfe von Fallen und unseren Waffen können wir umherlaufende Hasen erlegen. Diesen kurz bei mehreren hundert Grad aufs Lagerfeuer gehievt und schon ist unser Adel wieder bester Laune.

Sollte man meinen. Leider kommen unsere Tweetkumpanen schnell dahinter, dass hinter Rauch meist ein Feuer steckt. Also können wir uns fix einen Snack für unterwegs kochen und direkt die Beine in die Hand nehmen, um nicht der nächstbesten Roboter-Armada in die Hände zu laufen. Volle Vitalität sorgt übrigens nicht nur für mehr Lebenszeit, sondern wir regenerieren dabei auch noch Lebenspunkte.

Diese flitzen schon einmal schnell in den Keller, wenn uns eine Horde schießwütiger, irrer Blechkameraden nachrennt.

Als letzte Anzeige in Sir, you are being hunted haben wir noch die Sichtbarkeit oder Visibility. Grundsätzlich schießen diese britischen Terminatorverschnitte nur auf das, was sie auch sehen können. Halten wir uns also immer schön im dichten Gras auf, dann bemerken uns die Roboter nur, wenn wir zu nah dran sind. Dabei machen die Jungs immer schön auf sich aufmerksam, wenn sie etwas gesehen haben. Solange wir schleichen, hören wir immer ein lautes Moment, was ist das? Wenn wir uns von dem entsprechenden Roboter dann leise entfernen, oder einfach stillhalten, dann setzt er seinen Weg meist unbeirrt fort.

Dabei gilt, je mehr Kreise die Anzeige ausfüllen, desto besser können die Roboter uns sehen. Ist die Anzeige leer, sind wir gut versteckt.

Generell bietet es sich an die meiste Zeit geduckt im Gras zu verbringen, um die Roboter nicht auf sich aufmerksam zu machen. Allerdings kann man auch ruhig eine Strecken sprinten, sofern keine roten Roboteraugen weit und breit zu sehen sind.

Bei steigendem Fortschritt in Sir, you are being hunted ändert sich auch die Menge an Gegnern. Zu den einfachen Tweed-Jägern gesellen sich dicke Bossroboter, elektronische Kampfhunde und eine Kavallerie auf elektrischen Pferden.

Der Ton

Sir, you are being hunted kommt den größten Teil seines Spielelebens ohne Musik aus. Ich finde das sehr schade, da das britische Design viel Platz für passende Untermalungen lässt. Stattdessen bietet und das Spiel eine blecherne Musik im Spielmenü und Vogelzwitschern und das Summen von Bienen im Freien. Einzige Abwechslung sind blechernen Geräusche der Roboter, zusammen mit dudeligem Gepiepse und einigen Witzen, die sich die Blechkameraden gegenseitig erzählen. Ansonsten kommt Sir, you are being hunted völlig ohne Tonqualitäten daher.

Das Inventar und die Container

Als Kind der 80er ist mir quasi Tetris mit in die Wiege gelegt worden. Scheinbar war ich aber auch nicht der Einzige. Zumindest die Macher von Sir, you are being hunted scheinen auch einen Hang zu Tetris zu haben, da man beim Aufnehmen von Gegenständen die meiste Zeit damit verbringt, das Inventar so zu sortieren, dass die wichtigen Sachen irgendwie noch reinpassen.

Und mal ehrlich, ich habe zig Gegenstandsfelder, die ich bestücken kann und trotzdem müssen meine Gewehre und Ferngläser noch im Inventar Platz verbrauchen. Als wenn jeder adelige britische Jäger sein Gewehr im Rucksack rumschleppt und beim ersten Anzeichen von Rotwild erst aus dem Rucksack zieht, um zu schießen. Getroffen oder nicht, anschließend kommt die Wumme wieder zurück in den Rucksack. Klingt nach einer tollen Lösung um sinnfrei Zeit und Inventarplatz zu verplempern.

Ein großes Maschinenteil und ein kleines Inventar
Ein großes Maschinenteil und ein kleines Inventar

Wir unterscheiden übrigens zwei Arten von Stauflächen in Sir, you are being hunted. In Container wie Häuser, Fässer oder Kisten können wir Gegenstände reinlegen oder rausnehmen. Sie sind durch einen grünen Hintergrund gekennzeichnet. Selbst wenn wir jetzt das Spiel verlassen und uns später wieder einloggen, sind die Gegenstände noch da. Andere Container wie Roboterleichen haben einen roten Hintergrund und ihr Inhalt verschwindet beim beenden des Spiel. Leider sind die Häuser im Spiel wirklich nichts anderes als riesig große Kisten. Man kann sie weder betreten noch zerstören. Es gibt in ihnen auch Fenster, die wir leider nicht benutzen können und hinter denen eine schwarze Leere gähnt. Die Häuser in Sir, you are being hunted könnten auch durch jeden anderen Gegenstand ersetzt werden und es würde an dem Spiel nichts ändern. Manche Häuser haben sogar mehrere Türen, die unterschiedlichen Inhalt haben. Stellt euch vor, ihr würdet eure Wohnung durch das Treppenhaus betreten und hättet einen PC, eine normales Bett und eine Wanne. Klettert ihr aber durch die Feuerleiter in die Wohnung, dann habt ihr eine Xbox, ein Wasserbett und eine Dusche. Völliger Schwachsinn? Genau! Und genau so idiotisch ist die Logik von Sir, you are being hunted. Wenn ich ein Haus mit Loot habe, dann will ich es bitte schön betreten können und auch von allen Seiten den gleichen Inhalt haben.

Durch die völlige Überdimensionierung von Waffen und Maschinenteilen im Vergleich zum Inventarplatz, wird das Spiel absichtlich in die Länge gezogen, da der Spieler eine Strecke mehrmals zurücklegen muss, um alle Maschinenteile zur Hauptinsel zu bringen. Dabei sind künstliche Verlängerungen durch Laufstrecken, meiner Meinung nach, immer die schlechteste Alternative für einen Entwickler. Wie wäre es denn da mal mit einfach mehr Inhalt?

Die Grafik

Wir haben Sir, you are being hunted auf maximalen Details getestet. Typisch britisch liegt hier über der Welt immer ein dezenter Nebel. Während Inventar und Roboter schon ganz ordentlich animiert sind, sehen die Häuser und vor allem die Vegetation in der Welt, noch sehr dürftig aus. Das Modell für die Pistole sieht sogar noch nach einer Rohfassung aus. Ein anderer Spieler beschrieb die Optik wie die einer Schokoladenpistole. Einfach nur braun ohne Details und richtige Konturen. Auch die Beleuchtung des Modells ist noch ziemlich unfertig, sodass die Waffe in Sir, you are being hunted einfach fremd wirkt.

Die KI

Die KI in Sir, you are being hunted schwankt zwischen sau dämlich und übermenschlich intelligent. Wir konnten im Spiel direkt vor Robotern durch das Gras schleichen, ohne das wir bemerkt wurden. Sind wir jedoch auf freiem Gelände im Gras geschlichen, haben Roboter aus großer Entfernung plötzlich das Feuer eröffnet, ohne uns gesehen zu haben. Tritt ein Roboter in eine gestellte Bärenfalle, dann kniet er sich hin und flucht uns an, anstatt einfach sein Gewehr zu nehmen und auf uns zu schießen. Jetzt sollte man denken, dass der beste Weg im Kampf gegen Roboter, die dicken Gewehre sind. In unserem Testspiel hat sich die Handaxt als effektiv erwiesen. 9 von 10 Robotern in Sir, you are being hunted schießen, bei einem sprintenden Spieler im Zickzack, immer daneben. Da die Terminatorverschnitte nach zwei Schuss immer nachladen müssen, können wir nach den beiden Kugeln einfach mit der Axt drauflos hacken. Anstatt im Nahkampf zu schießen, gehen die Blecheimer nämlich einfach rückwärts, um uns auf Abstand zu halten.

Zwei Roboter mit Jagdhund.
Zwei Roboter mit Jagdhund.

Ich habe extra 9 von 10 Robotern gesagt, da unter diesen laufenden Signallampen immer ein Robot ist, der aus jedem unmenschlichen Winkel mit jeder Kugel trifft. Egal wie wir in Sir, you are being hunted laufen und wo wir uns verstecken, wir sind immer tot.

Da lobe ich mir doch seinen Kumpel, der uns im Feld sieht, laut „What is this?“ ruft und dann, sobald wir uns geduckt haben, einfach weiter läuft, als wenn nichts gewesen wäre. Klasse Wachmann. Dem kann man das halbe Dorf unterm Hintern klauen, ohne das es ihm auffällt.

Unser Fazit

Sir, you are being hunted enthält viele tolle Ideen für ein tolles Spiel. Der britische Humor, die lustigen Ortsschilder und die in Tweed gekleideten Roboter sind nur ein kleiner Teil davon. Im Spiel gibt es sogar einen überdimensionalen Orden mit dem Bild der Queen als Roboter! Trotzdem kann der Charme nicht über die vielen Unzulänglichkeiten im Design und in der Grafik hinwegtäuschen. Ja das Spiel hat uns einige wenige Stunden Spaß gemacht, jedoch wird für den Preis von ca. 20,00 Euro viel zu wenig geboten. Es gibt kein Crafting-System, die essbaren Items im Inventar unterscheiden sich nur durch ihr Aussehen und die KI ist dumm wie Bohnenstroh.

Unsere Meinung: Enttäuschend!

Zum Schluss hier noch der Trailer zur Version 1.0 von Sir, you are being hunted:

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