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Review: Yonder: The Cloud Catcher Chronicles – Ist das genug?

Entschleunigung, Achtsamkeit, Spielerfahrung – willkommen beim Buzzword-Bingo. Wer Yonder: The Cloud Catcher Chronicles spielt, kommt nicht umhin an Wörter wie diese zu denken. Hinter der niedlichen Fassade des pazifistischen Spiels steckt folglich die Erinnerung an die Erfahrung, die ein Spiel sein kann im Gegensatz zu faszinierenden Mechaniken oder Geschichten, die es erzählen kann. Wer mag, kann auch einfach nur seinen Gedanken freien Lauf lassen und durch die offene Welt von Yonder wandern, ohne dass gleich mehr dahinter stecken muss. Doch ist das genug?

Die erste Assoziation beim Anblick des Spiels ist Breath of the Wild: Insbesondere der erste Moment in der Welt, wenn der Charakter eine Höhle verlässt und die Kamera herauszoomt und einen beeindruckenden Blick auf grüne Wiesen offenbart, ist eine unverkennbare Parodie von Nintendos Bestseller. Darüber hinaus ist das Spiel wirklich wunderschön, auch wenn es bei Weitem nicht so viele Möglichkeiten hat wie Breath of the Wild. Das ist keineswegs ein Nachteil, denn was Yonder: The Cloud Catcher Chronicles besonders gut macht, ist den Fokus auf Erkundung und Simplizität zu legen. Es gibt keine lange Einleitung und keine ausschweifenden Tutorials, man kann „einfach mal machen“. Im Gegensatz zu Spielen mit ähnlichen Ansätzen, beispielsweise Future Unfolding, gibt es dennoch ein Ziel, Quests und zahlreiche Dinge, die in Yonder zu tun sind.

Vor allem soll die Düsternis aus der Welt vertrieben werden, die die Eltern des Charakters einst zwang zu fliehen. Nun kehrt also die vor Spielbeginn erstellte Figur in das Land zurück, bewaffnet mit dem Himmelskompass, der den Charakter innerhalb der Fiktion zum Ursprung der Düsternis führen soll, in der Praxis aber die Quests verwaltet und anzeigt, in welcher Richtung sich die Auftraggeber befinden. Um die Düsternis zu vernichten, müssen Geister gesammelt werden, die sich überall in der Welt verstecken und besagte Düsternis mit ein wenig Geistermagie vertreiben können. Je mehr Düsternis in einem der Bereiche der Welt herrscht, desto mehr leidet dieser Bereich. Je mehr der Spieler dort tut, also Quests erledigt, Gilden beitritt und dunkle Bereiche mit den Geistern erhellt, desto glücklicher wird ein Bereich. Zusätzlich kann ein eigener Hof betrieben werden, der Ressourcen erwirtschaftet, die wiederum weiterverarbeitet werden können. Erze abbauen, Bäume fällen und pflanzen, angeln, Tiere lieb haben und sie adoptieren – Yonder: The Cloud Catcher Chronicles ist ein Spiel für Menschen, die Liebe brauchen und verteilen wollen.

Yonder: The Cloud Catcher Chronicles

Das klingt zu friedlich und langweilig? Die diversen Biotope sorgen für optische Abwechslung, es gibt zahlreiche Dörfer und Städte zu erkunden, die Welt selbst lockt mit unterschiedlichen Landschaften. Hier ist der Weg das Ziel, es geht um das Spielen um der Erfahrung willen. Man kann sich natürlich auf die Ziele konzentrieren und als Ökonom an die Sache gehen. Man kann stattdessen auch die Welt bestaunen und auf sich wirken lassen, einen Spaziergang bei Sonnenuntergang machen, kleine Kätzchen und Sternbilder finden und Yonder: The Cloud Catcher Chronicles erleben, wie man möchte. Viele der Nebenquests laufen leider nach einem ähnlichen Prinzip ab, was schnell eintönig wird. Wer hier aber die richtige Balance zwischen Haupt- und Nebenquests findet und sich auch mit weniger als 100% zufrieden gibt, wird mit Yonder trotzdem glücklich.

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