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Review: Torment: Tides of Numenera – Stürmische Gezeiten

Fragt man Fans von Rollenspielen nach dem besten RPG, das sie gespielt haben, dann lautet die Antwort sehr häufig: Planescape Torment. Mit Torment: Tides of Numenera erscheint nun der geistige Nachfolger dazu. Erneut stellen wir uns einer wichtigen Frage, die uns das gesamte Spiel über begleitet. Diesmal: Was ist ein einzelnes Leben eigentlich wert?

Willkommen in der Neunten Welt

Eine Milliarde Jahre in der Zukunft gelegen präsentiert sich die Welt von Torment: Tides of Numenera zwar technisch fortgeschritten, doch gibt es auch dort noch die klassischen Probleme der Menschen von heute. Der Fortschritt vergangener Zivilisationen ist überall in der heutigen Welt verstreut. Der Plunder des einen, ist für andere ein Schatz. Kuriositäten, Cypher, Numenera. Die Neunte Welt ist mit nichts zu vergleichen, was wir bisher kennen.

Die so genannten Numenera sind quasi der Restmüll vergangener Zivilisationen, Artefakte und Relikte mit verborgenen Kräften. Als ein Mann herausfindet, wie er durch die Numenera zwischen Körpern hin- und herspringen kann und dadurch unsterblich wird, beginnt unsere Reise ins Unbekannte. Wir sind eines der abgeworfenen Gefäße, die der Mann hinterlassen hat, um einen neueren, besseren Körper zu bewohnen. Im Laufe der Zeit wurden durch diesen Kreislauf viele „verlassene“ Körper auf die Neunte Welt losgelassen, fortan nur noch als Verstoßene bezeichnet und für alle durch ein kennzeichnendes Tattoo erkennbar.

Die Verstoßenen haben keinerlei Erinnerung an ihr Leben vor ihrer Neugeburt, was zu manch interessanten Begebenheiten führt. Der Kummer, der netter klingende Bruder des Todes, findet das alles allerdings nicht ganz so interessant und möchte die ehemaligen Behausungen des Mannes vernichten. Inklusive des neuesten Verstoßenen, uns.

Der Verstoßene

Torment: Tides of Numenera beginnt mit unserer Geburt. Nicht im klassischen Sinn, wie beispielsweise bei Fallout 3, sondern … anders. Nach unserer Geburt in die Neunte Welt werden wir mit verschiedenen Situationen konfrontiert, welche allesamt gewisse Entscheidungen erfordern. Auf Basis dieser Entscheidungen wird unser Charakter im Groben erstellt. Danach folgt die Feinjustierung, um ihn unserem gewünschten Spielstil anzupassen. Hierfür können wir aus drei verschiedenen Typen wählen:

  • Glaive
    ein auf Kampf ausgelegter Krieger, welcher vor allem im Umgang mit Waffen und Rüstungen ausgebildet wurde
  • Nano
    der Zauberer unter den Charakteren, welcher zwar schlecht im Umgang mit Waffen ist, sich dafür aber auf seinen Intellekt verlassen kann und beim Umgang mit Nanotechnologie im Vorteil ist
  • Jack
    das Mädchen für alles, welches sich nicht auf eine bestimmte Richtung festlegen kann, sondern von allem ein bisschen, aber nichts wirklich gut beherrscht

Die Wahl des Typs ist nicht nur in Bezug auf euren Spielstil erheblich, sondern definiert zugleich auch welche Fähigkeiten und Fertigkeiten ihr im Spiel erlernen könnt, da diese typgebunden sind. Des Weiteren haben die unterschiedlichen Typen auch ein gewisses Handicap bei bestimmten Skills. Das beste Beispiel ist der Nano, der keine schweren Waffen benutzen kann. Zwar lassen sich die als „unfähig“ markierten Skills im Laufe des Spiels ausgleichen, doch ist es natürlich sinnvoller, seine Punkte in typspezifische Fähigkeiten zu investieren.

Torment: Tides of NumeneraHabt ihr euch für eine Richtung entschieden, dürft ihr eurem Typ Werte, Fähigkeiten und Fertigkeiten zuweisen. Die Werte setzen sich aus Kraft, Geschwindigkeit und Intellekt zusammen. Ihr schöpft sowohl bei Aufgaben in der Welt als auch bei Dialogen und sogar den Notlagen aus diesem Wertepool. Kämpft ihr also gerne mit schweren Waffen, sollte euer Fokus auf der Kraft liegen, verzaubert ihr eure Umgebung lieber mit Worten, dann setzt auf den Intellekt. Die Fertigkeiten unterteilen sich in Erkundungs- und Kampffertigkeiten. Während ihr die Fertigkeiten der Erkundung in Gesprächen und Aufgaben in der Welt verwendet, spendieren euch die Kampffertigkeiten in Notlagen einen gewissen Vorteil. Am ehesten sind die Fertigkeiten mit jenen aus Wasteland 2 oder den früheren Fallout-Teilen zu vergleichen. Die gewählten Fähigkeiten können aktiver oder passiver Natur sein.

Torment: Tides of NumeneraHabt ihr alle nötigen Punkte verteilt, könnt ihr im Charakter-Deskriptor bei Bedarf die Einstellungen des Prologs rückgängig machen, falls ihr mit euren dortigen Entscheidungen doch nicht zufrieden wart. Im Laufe des Spiels kann man seinen Charakter durch Erfahrungspunkte, welche beispielsweise bei Quests verdient werden, weiter aufleveln und sowohl Fertigkeiten als auch neue Fähigkeiten dazulernen. Doch auch die Welt selbst spendiert ab und zu eine neue Fähigkeit und belohnt Erkunder, die erst dann zufrieden sind, wenn sie alles gesehen haben.

Zwar können wir die Fähigkeiten unseres Verstoßenen im Detail anpassen, doch bleibt uns ein detaillierter Charaktereditor für das Äußere verwehrt. Dies passt allerdings dazu, dass es auch im Spiel selbst nicht um das Oberflächliche geht.

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