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Review: Think of the Children – Versagen ist ok

15. Oktober 2018

Review: Think of the Children – Versagen ist ok

Die Quintessenz des Multiplayers lautet immer Chaos. Niemand weiß, wo die anderen sind, was sie tun, was man selbst tun soll, um nützlich zu sein oder zumindest nicht im Weg zu stehen. Das jedenfalls beschreibt meine bisherigen Multiplayer-Erfahrungen, die ich aus naheliegenden Gründen nie ernsthaft weiterverfolgt habe. Nun begegnete mir aber Think of the Children, ein Parenting-Simulator, der erst wie der Antichrist meiner Spielevorlieben aussah, in Wirklichkeit aber das beste ist, was man mit anderen spielen kann.

Kinder können herausfordernd sein. Selbst wenn man sich nicht darum kümmert, reflektierte und einfühlsame Wesen zu erziehen, ist das bloße Überleben dieser Mini-Menschen nicht direkt gewährleistet. Wer kennt das nicht?! Im Garten des Nachbarn lauert ein Monster, beim gemeinsamen Tauchurlaub wird der Sauerstoff knapp, Kinder erfrieren in Kühlschränken im Supermarkt, das Kofferband am Flughafen verschleppt sie in mysteriöse Tiefen. Jeder noch so absurde (oder möglicherweise auch nicht so abwegige) Tod wird hier eindrucksvoll von Block-Kids demonstriert.

Nun haben Eltern aber auch noch andere Aufgaben als darauf zu achten, dass ihre Sprösslinge sich nicht im Sandkasten begraben oder von Quallen elektroschockt werden. Das BBQ muss vorbereitet, Schätze gefunden, Opas eingecremt, eingekauft werden… Die Liste der Aufgaben, die Think of the Children den SpielerInnen abverlangt, scheint unmöglich zu bewältigen zu sein.

Think of the Children

Ihr ahnt es: Think of the Children macht allein wenig bis gar keinen Spaß, dafür umso mehr, wenn man mit drei Mitstreitern tatsächlich erfolgreich ist. Der Maßstab für Erfolg wird in diesem Spiel auf ein Minimum reduziert, was den Spielspaß wiederum exponentiell steigen lässt. Neben Willkür, Überforderung und Absurdität zelebriert Think of the Children das Zusammensein und präsentiert das Leben der Lego-ähnlichen Eltern mit so viel Witz und Charme, dass es schwer fällt, das Spiel nicht zu lieben.

Fazit

Christina KutscherFalls meine vorherigen Worte es noch nicht deutlich genug gemacht haben sollten, wiederhole ich es gerne: Ich mag Think of the Children. Sehr. Es ist einer der wenigen Multiplayer-Titel, mit dem ich mich uneingeschränkt anfreunden kann. Vielleicht liegt es an der Kurzweiligkeit, vielleicht an der angenehmen Lernkurve (denn mit jedem Durchgang, möge er noch so schlecht enden, lernt man etwas Neues) oder den amüsanten Ereignissen, die sich auf suburbanen Spielplätzen oder zwischen Supermarktgängen abspielen, von denen man immer wieder neue entdeckt.

Think of the Children
Think of the Children
Think of the Children ist der Multiplayer-Titel, auf den wir alle gewartet haben. Auch wenn ihr das bis eben noch nicht wusstet.
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Bunte, passende, amüsante Level
Wiederspielwert dank Scores, unendlich schwieriger Aufgaben und (fast) tausend Details
Selbst anthropomorphisierte Katzen können Eltern sein
Absurd und gleichzeitig irgendwie relatable
Hier könnte ich mir etwas aus den Fingern saugen, aber das wäre überflüssig und lächerlich.
100
CHAOS!

Christina Kutscher hat Think of the Children auf der Playstation 4 gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde uns freundlicherweise von Future Friends Games zur Verfügung gestellt.

Christina Kutscher

Christina wurde im zarten Alter von acht Jahren an die Playstation 1 heran geführt und hat sie sofort ins Herz geschlossen. Einige Jahre und kurze Abstecher in unbekannte Genre später, spielt sie mittlerweile plattformübergreifend alles, was eine gute Story hat, überdurchschnittlich kreativ ist oder einfach nur Spaß macht und schreibt dann darüber.