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Review: The Walking Dead: A New Frontier – Neuer Ausflug ins Zombieland

Mit The Walking Dead gelang Telltale Games 2012 der große Durchbruch. Das auf den Comics basierende Point-and-Click Abenteuer rund um die Charaktere Lee und Clementine begeisterte sowohl Spieler, als auch die Presse, und wurde mit vielen „Spiel des Jahres“-Auszeichnungen überschüttet. Nach der Zusatzepisode 400 Days, einer zweiten Staffel und dem Mini-Abenteuer mit Michonne lässt Telltale Games in The Walking Dead: A New Frontier erneut Menschen und Untote aufeinander los.

Ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt

The Walking Dead: A New Frontier ist der erste Teil der Reihe, der nicht mehr für die alte Konsolengeneration erscheint. Da Telltale-Spiele aber bekanntlich auf die eigenen Entscheidungen setzen, haben sich die Entwickler mehrere Methoden einfallen lassen, um seinen alten Spielstand übertragen zu können. Wer die Vorgänger auf dem selben Gerät gespielt hat, der muss nichts weiter tun, als ein neues Spiel zu starten.

Wer auf einem neuen bzw. anderen Gerät spielt, dem bietet sich die Möglichkeit, den Speicherstand der zweiten Staffel zu Telltale hochzuladen und dann auf dem neuen Gerät in Staffel 3 zu importieren. Ging der Speicherstand im Laufe der letzten Jahre verloren, muss man allerdings nicht verzweifeln, denn in diesem Fall wird eine neue Funktion angeboten: Durch mehrere Multiple-Choice-Fragen kann sich jeder individuell seinen eigenen Spielstand generieren. Das funktioniert in der Praxis recht gut und dadurch konnte ich meine Spielweise aus den alten Teilen fast eins zu eins übernehmen. Ob sich diese Entscheidungen auf den gesamten Spielverlauf auswirken, bleibt allerdings noch offen.

The Walking Dead: A New Frontier
Durch mehrere Fragen erzeugt man seinen eigenen Spielstand der Vorgänger.

Staffelstart im Doppelpack

Während der Game Awards verkündete Entwickler Telltale Games, dass die ersten beiden Episoden – Ties That Bind Part One and Two – gemeinsam und zeitgleich auf allen Plattformen erscheinen werden. Der Spieler übernimmt die Steuerung von Ex-Baseball-Spieler Javier Garcia, der mit Kate, der Frau seines Bruders, und dessen beiden Kindern Gabe und Mariana auf der Flucht vor einer Zombie-Herde ist. Auf der Suche nach Benzin auf einem Schrottplatz wird Javier von der Gruppe getrennt und trifft auf die aus den Vorgängern bekannte Clementine, die sich mit ihm zusammen auf die Suche nach seiner Familie macht. In kurzen Rückblicken darf der Spieler dann auch die Kontrolle über Clementine übernehmen. In diesen Flash-Backs wird gezeigt, was – abhängig von euren Entscheidungen am Ende von Staffel 2 – in der Zwischenzeit bei Clem geschehen ist  und warum sie sich zu Beginn der dritten Staffel zu einem einsamen Wolf gewandelt hat, der die Nähe von anderen Menschen eher scheut.

Bei der Handlung spielt Telltale die erzählerischen Stärken des Studios nach der eher schwächeren zweiten Staffel wieder voll aus. Die Charaktere und Dialoge sind interessant geschrieben und nichts wirkt deplatziert oder übertrieben dargestellt. Was hier sehr gut gezeigt wird, ist dass zumindest einige Mitglieder der gegnerischen Gruppe namens „The New Frontier“ auch nur Menschen sind, die ein Herz haben und Mitgefühl zeigen können. Das stellt eine willkommene Abwechslung zur meist recht langweiligen Darstellung solcher Banden dar, in denen jeder abgrundtief böse ist und die der Spieler oder Zuschauer grundsätzlich hassen soll.

Im Verlauf des Spiels wird man auch immer wieder vor schwierige Situationen gestellt, die einen teilweise an den Rand der Verzweiflung bringen. Vor allem in Episode 2 darf man mehrere Entscheidungen treffen, bei denen man endlich das Gefühl erhält, dass sich diese deutlich auf den weiteren Spielverlauf auswirken und nicht nur einen der unzähligen, aber meist bedeutungslosen „XY will remember that“ Schriftzüge hervorrufen. Welche Auswirkungen diese dann allerdings wirklich auf die weiteren Episoden haben, muss man leider noch abwarten. Und dann wären da noch diese Schock- oder Überraschungsmomente, die einem einen Stich ins Herz verpassen und mit denen Telltale dem Spieler immer wieder klar macht, dass sich die Charaktere in dieser Welt in keiner Sekunde sicher fühlen können. Fans der Comics oder der Serie dürfen sich zudem wieder einmal auf das ein oder andere bekannte Gesicht freuen.

Enttäuscht hat The Walking Dead: A New Frontier bisher vor allem bei der Länge der beiden Episoden, die man in jeweils unter zwei Stunden durchspielen kann. Diese Tatsache macht es unverständlich, dass man Ties That Bind überhaupt in zwei Teile gespalten hat. Hoffentlich handelt es sich bei hierbei nur um eine Ausnahme und die restlichen drei Episoden erhalten wieder eine längere Spielzeit.

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