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Review: The Magic Circle – Testception

Wenn ich als Spieletester ein fertiges Spiel teste, in dem man als Spieletester ein unfertiges Spiel testet, handelt es sich um den Indie-Titel The Magic Circle.

Regelmäßig werden heutzutage Spiele veröffentlicht, welche teils unfertig auf den Markt geworfen werden, nur um später mit notdürftigen Day-One-Patches und kostenpflichtigen DLCs versorgt zu werden. Wahrscheinlich dachte sich das Indie-Studio Question Games, dessen Entwickler bereits an Bioshock und Dishonored mitgewirkt haben, man könne doch gleich das Problem zur Lösung machen.

Ihr selbst finanziertes Rätsel-Adventure The Magic Circle soll unfertig wirken und macht sich dabei noch ein wenig über diese Thematik selbst lustig. Ob das Spiel, in dem man selbst die Rolle eines Spieletesters übernimmt, mit seinem ungewöhnlichen Konzept tatsächlich punkten kann, erfahrt ihr hier in dieser Review.

Testen unter Beobachtung

Immer im Blick: Ish und Maze
Immer im Blick: Ish und Maze

Wie oben bereits erwähnt, schlüpfen wir in die Rolle eines Testers, der in einem unfertigen Spiel gelandet ist. Ständig dabei sind zwei sich streitende Entwickler und eine übereifrige Praktikantin, die in Form von Augen über uns schweben. Außerdem wäre da noch der Old Pro, eine mysteriöse Gestalt, die uns als Chef bezeichnet und im Spiel gefangen ist.

Während der Reise durch The Magic Circle werden uns Rätsel aufgetragen, welche, laut den überall verstreuten Entwicklerkommentaren, durch vermeintlich schlampige Programmierung oder entfernten Features zusätzlich erschwert werden. Hilfreich sind unsere übernatürlichen Kräfte, Lebensenergie aufzusaugen, das Spiel und deren Kreaturen zu verändern.

Hin und wieder wird die eigentlich gefährliche Umgebung in den Hintergrund gerückt, wenn es wieder Zeit ist, Einblicke in die Programmierung zu bekommen. Unter anderem gibt es dort Beschwerden, dass beispielsweise eine Konversation möglich wäre, wenn jemand das Script dafür fertig gestellt hätte. Ich bin kein guter Erzähler von lustigen Storys, kann aber bestätigen, dass diese sehr humorvoll eingebaut sind.

Schon früh merkt man, dass sich The Magic Circle nicht ganz ernst nimmt, wenn schwebende Augen, ich meine, Entwickler, mit einer Puppe notdürftig versuchen, einen übermächtigen NPC darzustellen.

All-in-One-Welt

Interessanter Grafik-Mix
Interessanter Grafik-Mix

Wenn wir diese unfertige Welt von The Magic Circle betreten haben, sticht uns sofort der schwarz-weiße Stil entgegen. Alles wirkt wie gezeichnet, bis auf die wenigen farbigen Elemente wie unsere Hand, die schwebenden Augen, einige Flecken und alle lebenden Kreaturen, welche im Comic-Look gehalten sind.

Anscheinend konnten sich die Entwickler, wahrscheinlich absichtlich, nicht auf einen Stil einigen. Dementsprechend tauchen immer wieder im starken Kontrast futuristische Gebäude auf, die Retro-Pixel-Charme besitzen. Teilweise treffen mehrere Grafikstile aufeinander, entweder strikt getrennt oder mit (fast) fließendem Übergang.

Auch beim Setting war man sich vorher uneinig, daher gibt es sowohl Fantasy-Mittelalter-Strukturen als auch Raumstationen Weltraum-Ausblick. Nicht genug, wirkt The Magic Circle anfangs wie ein Schlauch-Spiel, entpuppt es sich später als kleine offene Welt.

Doch irgendwie, mit der Hintergrund-Geschichte zur Entwicklung beziehungsweise der eigentlichen Idee des Spiels, passt genau dieses Chaos perfekt ins Spiel. Es ist schön anzusehen, wie scheinbar jeder versuchte, seine Ideen auf Biegen und Brechen einzubauen, natürlich immer mit einem Augenzwinkern.

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