Home » Artikel » Reviews » Review: The Division – Agenten in der Itemspirale

Review: The Division – Agenten in der Itemspirale

The Division

Ressourcen und Rollenspiel

Der Wiederaufbau hat Priorität. Ein altes Postamt dient als Hauptquartier, welches in drei Flügel aufgeteilt ist. Medizinflüge, Sicherheitsflügel und Technologieflügel. Problem: Es gibt kein Personal und keine Ressourcen. Und hier kommen die Missionen ins Spiel, welche die Hauptgeschichte weitertreiben. Keine besonders spektakuläre Geschichte, aber als Rahmenhandlung reicht sie völlig aus. Schließt man die erforderlichen Missionen ab, erhält man für den jeweiligen Flügel Ressourcen in Form von Material oder Spezialisten, die ihre Kenntnisse einbringen. Diese kann der Spieler nun beliebig einsetzen, um die Flügel weiter auszubauen und damit neue Skills und Talente freizuschalten. Im Gegensatz zu vielen Genre-Kollegen sind neue Fähigkeiten also nicht an den Levelfortschritt, sondern den der eigenen Basis gebunden. Je nachdem, welchen Teil man hier beim Ausbau priorisiert, wird sich also auch der eigene Charakter entwickeln.

The Division
Manchmal geht es heiß her…

Machen wir uns nichts vor. Um diese Missionen abzuschließen ist fast immer Waffengewalt notwendig. The Division versteht sich aber nicht als normaler Shooter. Hier ist Deckung gefragt. Wer einfach auf einen Gegner oder eine Gruppe zustürmt, liegt schneller im Dreck, als er „Virusforschung“ sagen kann. Die Umgebung zeigt eindeutig, was zu tun ist. Es gilt, von Deckung zu Deckung zu huschen und sich dem Feind zu nähern. Ihn zu flankieren und gegebenenfalls zusammen mit Freunden in die Zange zu nehmen. Überall stehen Kisten, Autos, Briefkästen oder Straßensperren, die einem genau dies erleichtern. Entsprechende Skills tragen außerdem dazu bei, dass sich das taktische Anpirschen lohnt. So ist es zum Beispiel mit einer Fähigkeit möglich, den ausgeteilten Schaden, je nach in Deckung zurückgesetzter Entfernung, massiv zu erhöhen. Überhaupt spielen Zahlenspiele eine überragende Rolle. Optisch mag The Division ein Deckungsshooter sein. Unter der Haube werkelt jedoch ein Rollenspiel. Reiner Zahlenkrieg. Der Waffenschaden, die Hitpoints, alles wird nur gegeneinander gestellt. Erwartet man also, jeden Gegner mit einem gezielten Kopfschuss direkt ins Nirvana zu schicken, sollte man durchaus ein paar Patronen mehr einplanen. So einfach funktioniert das nicht. Zwar ist der Schaden auch bei einem Kopftreffer sehr viel höher, jedoch auch hier werden Zahlen gegeneinander gerechnet. Ein Rollenspiel. Kein Call of Duty. Und je weiter der Levelunterschied zwischen Spieler und Gegner auseinander geht, umso länger dürfen die Waffen glühen. Darüber sollte man sich im klaren sein. Dauert es zu lange, die Feinde zu besiegen, sollte man entweder Leveln oder sich nach einer neuen Waffe mit mehr Schaden pro Sekunde umsehen. Noch einmal: Rollenspiel.

Altbekanntes…

Ein Lob gilt der Steuerung.  Das geduckte Rennen von Deckung zu Deckung gelingt auch mit Maus und Tastatur perfekt. Man hat jederzeit das Gefühl, die Kontrolle über seinen Charakter zu haben und nicht, wie in anderen Ubisoft-Titeln (Assassin’s Creed, i look at you!) irgendwo hinzuspringen, wo man eigentlich gar nicht hin will. Daran hätte das Spiel durchaus scheitern können, es ist also gut zu sehen, dass die Kernmechanik eines Kampfes perfekt arbeitet.

The Division Map

Eines bleibt auch bei The Division gleich: Viele bunte Sachen auf der stylischen Karte, die es zu entdecken gilt. Statt Türme hochzuklettern reicht es in einem neuen Stadtteil, das Safehouse zu erreichen, wo man seine Munition nachfüllen, das Angebot von Händlern studieren und neue Aufträge annehmen kann. Hier ist auch der Treffpunkt mit den anderen Spielern. Denn, sollte man nicht in einer Gruppe sein, läuft es auf den einsamen Wanderer hinaus. Die nun erscheinenden Missionen bleiben von ihrem Schema her bis zum Schluss absolut gleich, werden in den letzten Stadtvierteln gegen Ende jedoch teilweise sehr schwierig. Hier ist dann auch im Alleingang Taktik gefragt, denn die paramilitärischen Gegner erscheinen in immer größerer Zahl. Trotz des gleichen Ablaufs bleibt es spannend.

So findet sich natürlich auch an jeder Ecke Sammelkram. Telefongespräche liefern durch Sprachfetzen eine ganz persönliche Ansicht von der Apokalypse durch verschiedenste Einwohner New Yorks, während Einsatzberichte oder abgestürzte Drohnen einen Einblick in die eher offiziellen Daten geben. Sogenannte Echos liefern eine hologrammähnliche Momentaufnahme der Vergangenheit. Aber auch Videos kann man freischalten. All diese Dinge sind teilweise geschickt versteckt, so dass Spieler, die gerne alles aufdecken, nochmal lange beschäftigt sind.

Ein Kommentar

  1. Christian "Raz" Kippelt
    Christian Kippelt

    Ok, ich bin zu oberflächlich an Division rangegangen. Thx for aufkläring!
    Dennoch habe ich erst „Intimspirale“ gelesen XD

Sag uns deine Meinung:

Auch interessant!

Yooka-Laylee – Zusatzinhalte und komplett neues Spiel von Playtonic?

In den vergangenen Monaten war es sehr still um Entwicklerstudio Playtonic Games. Nun zum ersten ...