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Review: The Division – Agenten in der Itemspirale

Diese Stadt sieht so schön aus.

Darf man das überhaupt sagen? Schließlich sind hier abertausende von Menschen gestorben. Infiziert mit dem grünen Gift, der Dollargrippe, einem Virus, der über Geldscheine übertragen wurde. Die zugemüllten Straßen von New York sind verlassen. Hier und da streunen Hunde herum oder Überlebende, die nichts mehr besitzen als die eigenen Kleider am Leib und wühlen im Unrat nach Nahrung.  Gangsterbanden haben längst das Ruder übernommen und ziehen plündernd an Autos und Plastiksäcken vorbei.

The Division

Dennoch, während man sich als Agent der Division mit seiner Waffe im Anschlag Richtung Dark Zone begibt, kann man nur staunen.  Entweder über den Schnee, der des Nachts im gleißenden Licht der Straßenlaternen tanzt, oder über den grellen Sonneneinfall zwischen zwei Hochhäusern. Die Welt mag am Abgrund stehen, aber dabei sah sie noch nie so gut aus.

Willkommen im Big Apple

Das digitale New York, dass Ubisoft für seine neue Marke The Division geschaffen hat, ist mitunter die detaillierteste Version der berühmten Stadt, die man je in einem Videospiel gesehen hat. Diese Stadt gilt es nun zu befreien. Sie muss zurückerobert werden. Von verschiedenen Gruppierungen, die die Macht an sich gerissen haben. Aber auch von dem Virus. Am umsatzstarken Black Friday entfesselt diese auf Geldscheinen verbreitete Gefahr eine Seuche ungeahnten Ausmaßes. Die Leute werden krank und sterben schneller, als dass Ärzte überhaupt eingreifen können. Alles bricht zusammen. Als letzte Maßnahme aktiviert der Präsident der Vereinigten Staaten mit der Direktive 51 die Agenten der Division, die in Wellen ausgesandt werden, um wieder für Recht und Ordnung zu sorgen. Als Spieler gehört ihr zur zweiten Welle und müsst nun eure Heimatstadt New York wieder zurückerobern. Wo kommt der Virus her? Hat ihn jemand absichtlich entfesselt? Alles Fragen, die eine Antwort benötigen. Ihr seid am Zug.

Nach dem aufwendigen, einem typischen Katastrophenfilm nachempfundenen Intro beginnt man als Spieler im Stadtteil Brooklyn. Der perfekt integrierte Charaktereditor, um seinen Agenten zu erschaffen, enttäuscht mit seinen wenigen, nicht wirklich frei kombinierbaren Presets zwar auf ganzer Linie, aber da sowieso immer nur die Kehrseite zu sehen ist, kann man das verkraften.  Die optische Individualisierung geschieht vielmehr über frei wählbare Kleidungsstücke oder Waffenskins, die später in Hülle und Fülle vorhanden sind.

The Division

Nach ein paar kleineren Zielübungen geht es los und die ersten Aufträge werden auf der Karte sichtbar. Auf dem Weg dahin wird jedoch der Blick immer wieder vom eigentlichen Ziel abgelenkt. Die Stadt ist mit ihrer Atmosphäre der heimliche Star des Spiels. Ablenkung ist aber ein gutes Stichwort. Fast wie in Skyrim setzt man sich einen Wegpunkt, nur um unterwegs mehrfach Dinge zu sehen, die unbedingt einer näheren Betrachtung bedürfen. Wenn man sowieso schon mal hier ist. Sei es ein Zivilist, der gegen eine kleine Aufmerksamkeit, zum Beispiel einer Flasche Wasser, ein Kleidungsstück fallen lässt oder eine sperrangelweit aufstehende Wohnung, die über mehrere Stockwerke zur Erkundung einlädt. Das lohnt sich,  denn es finden sich immer wieder Gegenstände oder es springen schlicht und einfach Erfahrungspunkte dabei heraus. Und nicht alles ist auf der Karte verzeichnet. Ubi’s New York ist mit seinen Hinterhöfen, Dächern und verwinkelten Gassen, aber auch verwirrenden U-Bahn-Stationen und Schächten eine wahre Freude für Entdecker. Und nicht immer führt der direkte Weg  zum Ziel, manchmal ist es notwendig, über mehrere Häuser, Feuerleitern und Zäune zur heiß ersehnten Kiste zu kommen.

Wenn man Brooklyn hinter sich gelassen hat, ist die erste Spielstunde vorbei. Man hat Straßengangs erledigt, Vorräte verteidigt und eine Polizeistation aus den Fängen von Besetzern befreit. Die Grundlagen sind klar, das Spiel beginnt aber erst hier.

Über Daniel Martin

Daniel Martin
Irgendwo zwischen Game Boy und NES hat Daniel Mitte der 90er den PC entdeckt und beschäftigt sich bis heute noch damit. Zwar geht er häufiger mit einer PS4 fremd, kehrt am Ende des Tages jedoch immer zum geliebten PC zurück, wo er sich auch für Klassiker begeistern kann. Und wenn mal gar nichts los ist, verschwindet er unter einer Oculus Rift und taucht in die virtuelle Realität ein.

Ein Kommentar

  1. Christian "Raz" Kippelt
    Christian Kippelt

    Ok, ich bin zu oberflächlich an Division rangegangen. Thx for aufkläring!
    Dennoch habe ich erst „Intimspirale“ gelesen XD

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