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Review: Steep – Frustrierend Gutaussehend

Es gab schon viele verschiedene Snowboard- und/oder Ski-Spiele, die mal mehr, mal weniger gut waren. Dann gibt es dann noch die Wintersportspiele, die durch extreme Over-the-Top-Manöver glänzten, wie die SSX-Reihe. Und dann gibt es Steep. Ubisofts Experiment am Wintersport setzt neue Maßstäbe, vor allem in Sachen Größe der zu befahrenden Fläche sowie realistischer Darstellung der Umgebung. Steep kann aber leider nicht nur positiv auffallen. Einige Macken können den Spieler gerne mal an die Frustgrenze treiben. Ob sich die Anschaffung der virtuellen Schneeausrüstung lohnt, verraten wir euch deshalb im Test.

Großartiges Panorama

Eine Sache, die einem beim Starten des Spiels schon im Ladebildschirm auffällt: Steep sieht einfach nur fantastisch aus. Die mit Schnee bedeckten Berge, die natürliche Beleuchtung oder einfach nur der Schnee selbst. Man kann sich zunächst einfach nicht satt sehen. Ich kann jetzt schon sagen, dass einem mehr als nur einmal ein „wow“ herausrutscht, wenn man sich inmitten der weißen Riesen befindet. Selbst aus nächster Distanz sehen die Fels-Texturen und auch der alles bedeckende Tiefschnee sehr hochwertig aus. Wenn man dann zwischen den in Meter hohem Schnee steckenden Häusern von Ortschaften saust, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Und weil ich es noch nicht oft genug gesagt habe, fasse ich alles hier noch einmal zusammen: Steep ist ein atemberaubend schönes Spiel. Vor allem wenn man den Mont Blanc oder das Matterhorn freigeschaltet hat, bekommt man ein Desktophintergrund-reifes Panorama geboten.

Steep

Allerdings ist nicht alles, was man sieht, eine absolute Augenweide. Zum Beispiel sehen manche Bäume im Spiel leider nur sehr statisch und lieblos aus. Man muss natürlich bedenken, dass in den Höhen, in denen man sich befindet, gar keine Bäume wachsen. Das heißt erst wenn man am Fuß des Berges angekommen ist, hat man die Gelegenheit, sich diese anzuschauen. Auch das Eis auf den sich dort befindenden Seen sieht, milde gesagt, schrecklich aus. Aus nächster Nähe sieht es so aus, als hätte dort jemand auf der ganzen Fläche einen besonders hässlichen Teppichboden verlegt. Leider sehr unschön. Wenn man dann allerdings wieder den Blick auf die sonnenbestrahlten Berge schweifen lässt, vergisst man die unschönen Seen direkt wieder.

Die erste Abfahrt, der erste Abflug

Die erste Amtshandlung als angehender Pro Rider besteht darin, die Sportarten kennen zu lernen. Man geht also zu einer Herausforderung, die als ein riesiges schwebendes Banner dargestellt wird. Es gibt viele unterschiedliche Aufgaben, die auf einen warten, wobei die meisten nach einer von drei unterschiedlichen Sportarten ausgerichtet sind. Eigentlich hat man vier Ausrüstungen zur Verfügung, aber ich habe Ski und Snowboard zusammengenommen, weil es im Spiel hierbei eigentlich keine Unterteilung in den Herausforderungen gibt. Die anderen beiden Sportarten sind der neumodische Wingsuit und der Paragliding-Fallschirm. Über einen Druck auf die rechte Schultertaste kann man seine Wunsch-Sportart auswählen und dann kann es auch direkt losgehen. Dachte ich zumindest. Aber mehr dazu im Bugreport. Nachdem man das Tutorial gespielt hat und alles einmal ausprobiert hat, wird man auf einem Berg abgesetzt und ab hier endet schon die Linearität. Man kann machen was man will. Wollen wir einfach nur den Berg mit dem Snowboard oder den Skiern runterdüsen? Kein Problem. Doch lieber mit dem Wingsuit durch die Felsspalten fliegen? Nur einen Knopfdruck entfernt. Leider macht Paragliding nicht wirklich Spaß, als dass man das freiwillig einmal machen würde. Daher lassen wir das erst einmal.

Die Aufgabe des Spielers ist ab diesem Punkt ziemlich eindeutig. Absolviere Herausforderungen, erkunde die Welt zum Entdecken neuer Aufgaben und levele auf, bis wir den letzten Berg freischalten können. Simpel und straight forward. Das ist aber keineswegs eine Schwäche des Spiels. Es ist nämlich genau diese Freiheit, das zu tun, worauf man gerade Lust hat, welche das Spielprinzip ausmacht. Man kann diesen Umstand allerdings auch anders sehen. Denn wenn man einmal jede Art von Herausforderung absolviert hat, hat man bereits alles erlebt. Alles dreht sich praktisch darum, den Berg herunter zu fahren oder zu fliegen. Besonders weitgehende Abwechslung bei der Herangehensweise der Aufgaben gibt es nicht. Daher ist es mehr der Ehrgeiz, alles zu absolvieren und sich zum Pro Rider aufzuschwingen, was den Reiz des Spiels ausmacht. Aber eigentlich erwartet man ja auch genau das, wenn man diese Art Winterspiel kauft.

Multiplayer

Im Spiel kann man immer mal wieder andere Spieler antreffen. Diese fahren, genauso wie der Spieler, einfach so den Berg herunter. Auch gehen sie den diversen Aufgaben nach. Wenn man sich in der nähe eines anderen Spielers befindet, kann man mithilfe eines einzigen Knopfdrucks eine Gruppe mit demjenigen erstellen. Dann werden alle vom anderen Spieler entdeckten Marker angezeigt und man kann auch dem Anderen zur Aufgabe stellen, die Bestzeit bei einer Herausforderung zu knacken. Ansonsten kann man dann zusammen coole kooperative Tricks machen und dann im Replay-Editor noch einmal anschauen. Dann habe ich mich allerdings wieder dem Absolvieren der Challenges gewidmet.

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