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Review: Soul Calibur 6 – Der Kampf um Soul Edge geht weiter!

21. Oktober 2018
Nicole Wetzel

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Review: Soul Calibur 6 – Der Kampf um Soul Edge geht weiter!

An die Waffen und auf in den Kampf! Mit Soul Calibur 6 feiert der Waffen-Prügler nach sechs Jahren sein Comeback. Ob es sich lohnt zu den Waffen zu greifen und erneut in den Kampf um das legendäre Schwert Soul Edge zu ziehen, erfahrt ihr in unserem Test.

Welcome to the Stage of History

Soul Calibur 6 bietet zwei verschiedene Kampagnen-Modi. Zum einen den Storymodus Waage der Seelen und zum anderen den Storymodus Seelen-Chronik. Während ihr in Seelen-Chronik den einzelnen Geschichtssträngen der bekannten Soul Calibur-Charaktere folgt, erlebt ihr in Waage der Seelen die Geschichte eures eigenen Avatars. Geschichtlich dreht sich natürlich wieder alles um das legendäre Schwert Soul Edge, dem böse Mächte innewohnen und das somit nicht in die falschen Hände fallen darf.

In Waage der Seelen erstellt ihr also erst einmal euren eigenen Charakter mithilfe des Charakter-Editors. Dieser Modus eignet sich zudem besonders gut für den Einstieg, da hier ein ausführliches Tutorial zum Kampfsystem inklusive ist. In dem Modus seid ihr der Held oder die Heldin im Kampf um das Schwert Soul Edge und begebt euch auf eine lange Reise quer über die Weltkarte. Auf eurer Reise trefft ihr hin und wieder auf die bekannten Hauptcharaktere der Reihe.

Soul Calibur 6
Dein persönliches Abenteuer rund um Soul Edge beginnt.

Zwar erstellt ihr zu Beginn eurer Reise euren persönlichen Charakter und wählt einen Kampfstil, könnt aber sowohl das Aussehen als auch den Kampfstil eures Charakters jederzeit im Laufe der Geschichte ändern. Dadurch seid ihr nicht gezwungen die Story mit einem Kampfstil bis zum Ende durchzuspielen. Zumal ihr je nach abgeschlossener Mission in Waage der Seelen auch Gegenstände und verschiedene Waffen erhalten könnt. Diese Waffen können unterschiedliche Level und Werte besitzen. Sollte euer Charakter also momentan mit dem Kampfstil von Groh ausgerüstet sein und ihr findet ein besseres Breitschwert, welches den Kampfstil von Siegfried beinhaltet, könnt ihr die Waffe ganz einfach austauschen und wechselt dabei den Kampfstil. Euer Charakter erhält durch erfolgreiche Missionen auch Erfahrungspunkte und somit neue Level.

Mit den Gegenständen könnt und solltet ihr euch heilen, da ihr nicht immer nach jedem Kampf automatisch geheilt werdet. Alternativ könnt ihr euch für den nächsten Kampf stärken und dadurch kurzzeitig eure Werte pushen, um zum Beispiel mehr Schaden bei Kombos auszurichten. Damit kommt Strategie ins Spiel.

Der Schwierigkeitsgrad steigt stetig an, da die einzelnen Missionen verschiedene Schwierigkeitsgrade aufweisen. Sollte euer Charakter also auf einem niedrigeren Level sein als euer Gegner, dann spürt ihr dies, da der Gegner dann beispielsweise mehr Schaden austeilt als ihr einsteckt, je nachdem wie groß der Levelunterschied ist. Mit Gegenständen könnt ihr diesen Unterschied ausgleichen. Oder aber ihr heuert Söldner und bekannte Charaktere an, die für euch die Mission übernehmen. Allerdings kann es auch passieren, dass die angeheuerten Charaktere die Mission verlieren, dann müsst ihr selbst wieder ran. Da es neben den Hauptmissionen auch optionale Nebenmissionen gibt, bieten sich diese zum Leveln eures Charakters an. Sollte eine Mission also mal zu schwer sein, dann könnt ihr euren Charakter aufleveln, indem ihr euch erst einmal an anderen Missionen versucht.

Die Waage zwischen Gut und Böse

Neben diesen strategischen Elementen bietet die Kampagne eine weitere Besonderheit, nämlich die Astralwaage. In manchen Situationen der Geschichte könnt ihr Entscheidungen treffen, die sich dann auf das Gleichgewicht eurer Astralwaage auswirken. Mit euren Entscheidungen liegt es in eurer Hand, ob sich die Waage eures Charakters mehr zum Guten oder zum Bösen neigt. Je nachdem wofür ihr euch entscheidet, schaltet dies neue Wege auf der Weltkarte frei. Eure Entscheidungen wirken sich also auf die Handlung aus und erhöhen so den Wiederspielwert. Dank mehreren Speicherslots ist gewährleistet, dass ihr euch erneut in das Abenteuer werfen könnt und austesten könnt, was passiert, wenn ihr andere Entscheidungen trefft.

Geschichtsstunde im Visual-Novel-Style

In Seelen-Chronik erlebt ihr die Geschichte jedes einzelnen, bekannten Soul Calibur 6 Charakters. Die Handlungsstränge der einzelnen Charaktere sind unterschiedlich lang und in mehrere, kleine Kapitel unterteilt. Die einzelnen Handlungsstränge sind zwar innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen, bilden in der Gesamtsumme allerdings einiges an Spielzeit. Selbst die Hauptstory mit Kilik, welche die meisten Kapitel umfasst, ist innerhalb von rund zwei Stunden abgehandelt. Damit die Geschichtsstunde übersichtlich bleibt, sind die einzelnen Storylines auf einem Zeitstrahl markiert, wodurch ihr sehen könnt, wo sich die einzelnen Geschichten zeitlich einordnen.

Soul Calibur 6
Jeder Charakter hat seinen eigenen Handlungsstrang.

Wie auch in Waage der Seelen ist die Seelen-Chronik sehr textlastig, doch zumindest sind hier die Dialoge englisch vertont, was in Waage der Seelen nicht der Fall ist. Die Geschichte wird wie in einem Bilderbuch mit Artwork-Optik erzählt und präsentiert. Es gibt kaum bis keine animierte Sequenzen, stattdessen wird euch die Geschichte in einem Visual-Novel-Style serviert. Die einzelnen Bilder sind zwar sehr schick anzusehen und schön gestaltet, ermüden auf Dauer allerdings auch ein wenig. Hier hätte es sicher nicht geschadet, die ein oder andere animierte Sequenz zur Auflockerung einzufügen.

Anders als in Waage der Seelen gibt es in der Seelen-Chronik keinerlei Nebenmissionen, Items, Waffen oder Level-Ups. In Seelen-Chronik geht es ausschließlich darum, den Geschichten der einzelnen Hauptcharaktere zu folgen und deren Erfahrungen im Kampf um Soul Edge kennenzulernen. Waage der Seelen bietet dadurch also die größere Herausforderung, während Seelen-Chronik einen konstanten Schwierigkeitsgrad bietet.

Soul Calibur 6
Die Artwork-Optik im Visual-Novel-Style ist schick anzusehen.

Seelenvertraut statt Seelenverwandt

Beim Kampfsystem werden sich Kenner und Fans der Vorgänger sofort heimisch fühlen, denn dieses ist altbekannt und vertraut. Ihr könnt wieder die Kombos auswendig lernen oder einfach mit Buttonsmashing Spaß haben, denn das Kampfsystem ist offen für beides. Die bereits bekannten Kampfstile fühlen sich genau so an wie im Vorgänger. Letztendlich gibt es allerdings doch zwei Neuerungen, die das Kampfsystem noch spektakulärer und actionreicher gestalten. Zum einen könnt ihr einen Spezialangriff auslösen, sobald euer Aktionsbalken voll aufgeladen ist. Diese Spezialmoves gab es zwar schon im Vorgänger, doch sind sie nun noch eindrucksvoll in Szene gesetzt, wodurch die Effektfunken nur so sprühen. Zum anderen gibt es nun den sogenannten Umkehr-Klingen-Clash. Wird ein Umkehr-Klingen-Clash ausgeführt, aktiviert sich eine Zeitlupe und sorgt so für weitere eindrucksvolle Momente, ehe das Kampfgeschehen dann wieder in normaler Geschwindigkeit weitergeht. Ein Knopfdruck entscheidet beim Klingen-Clash, ob ihr siegreich hervorgeht oder nicht, da der Klingen-Clash dem Schere-Stein-Papier-Prinzip folgt. Für eindrucksvolle Gefechte ist also gesorgt.

Zudem bietet Soul Calibur 6 wieder großartige, einzigartige Kampfstile an, bei denen gewiss für jeden etwas dabei ist. Demnach werdet ihr altbekannte Charaktere wie Ivy oder Mitsurugi wiedersehen, aber auch neue Charaktere mit neuen Kampfstilen wie Groh treffen. Auch der typische Gastcharakter darf in Soul Calibur 6 nicht fehlen. Diesmal hat es der Hexer Geralt von Riva ins Spiel geschafft, der sowohl mit seinen zwei Schwertern als auch mit seiner Magie am Start ist. Schade ist hingegen, dass nicht alle altbekannten Charaktere mit dabei sind, so fehlt zum Beispiel der Kampfstil von Z.W.E.I. oder auch Tira, die allerdings als DLC-Charakter verfügbar sein wird.

Ein Hauch von Crossover

Das Highlight der Soul Calibur-Reihe war allerdings schon immer der Charakter-Editor. Hier könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen und euch austoben. Ihr könnt ganz eigene Charaktere erstellen oder ein paar Crossover-Träume ausleben und bekannte Charaktere bestmöglich nachbauen. Mit dem Charakter-Editor lässt sich auf jeden Fall einiges umsetzen. Die eingebundenen Bilder zeigen euch ein paar Möglichkeiten auf. Neu ist zudem, dass ihr diesmal sogar vor der Erstellung des Charakters eine Rasse wählen könnt, wodurch ihr beispielsweise einen Mensch, eine Mumie, ein Echsenwesen oder ein Elfen erstellen könnt.

Danach geht es in den altbekannten und typischen Charakter-Editor der Soul-Reihe. Auch hier fühlt man sich direkt heimisch. Vertrautheit ist schön und gut, doch letztendlich hätte ich mir ein paar mehr neue Kleidungsstücke und Accessoires gewünscht, da im Vergleich zum Vorgänger nicht viel Neues hinzugefügt wurde und ein paar alte Teile sogar fehlen. Das hätte für noch mehr Freiheit und Möglichkeiten gesorgt.

Nicole Wetzel

Nicole ist praktisch als Zockerin geboren, denn schon mit etwa 3 Jahren fand sie sich vor einer SNES wieder und wuchs somit mit Yoshis's Island und Donkey Kong Country auf. Seither sind Videospiele ihre große Leidenschaft und nicht mehr für sie wegzudenken. Später wurde sie nicht nur von Nintendo sondern auch von der Playstation geprägt, weswegen sich ihr Spektrum um etliche Genre erweiterte.