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Review: Orwell – Digitales Cluedo und Invasion der Privatsphäre

Orwell ist ein Newsgame, das hauptsächlich auf Text basiert und mehrere ernste Themen anspricht – das sind eigentlich sehr gute Gründe, wieso ihr es spielen solltet, könnte einige aber unter Umständen abschrecken. Diese Review ist also mehr ein Plädoyer über den virtuellen Tellerrand zu blicken und Spiele zu spielen, die langweilig scheinen – es besteht nämlich die Möglichkeit, überrascht zu werden und eine Menge Spaß zu haben. Wie mit Orwell.

Orwell

Das Spiel von Osmotic Studios aus Hamburg befindet sich seit einigen Jahren (nachdem das Team bereits mit Studentenprojekten Preise abräumte) in Entwicklung und ist das erste vollwertige Spiel des Entwicklerteams. Bereits 2015 wurde das Spiel für den Creative Gaming Award nominiert, aber erst in diesem Jahr konnte ein Publisher gefunden werden und nicht zuletzt dank eines Standes auf der gamescom, wo auch wir zu Besuch waren, erhält das Spiel viel Aufmerksamkeit. Folglich haben wir schon einmal von Orwell berichtet, in dem es darum geht, einen Bombenanschlag aufzudecken. Als Ermittler, der von dem System Orwell Gebrauch macht, müssen zunächst Hinweise gesucht werden, die Anlass geben eine Person zu verdächtigen. Diese sind schnell gefunden und nun muss diese Person untersucht werden. Als Spieler und Ermittler entdeckt ihr nach und nach die Details von Cassandra Privatleben. Das ist nämlich die Person, die in Verdacht gerät, die Bombe auf einem belebten Platz in der Stadt gezündet zu haben, ihr Vorstrafenregister und ihre Anwesenheit auf den Überwachungskameras geben offenbar genug Grund für Ermittlungen. So werden ihre Beziehungen, ihre Arbeit, ihr Liebesleben, ihr Hobbies, ihre Musik, ihre politischen Ansichten, ihre sozialen Netzwerke und nicht zuletzt all ihre Konten und Nachrichten durchleuchtet. Von euch.

Orwell

Wie geht man mit dem Privatleben fremder Menschen um? Wie viel gibt man tatsächlich von sich im Internet preis und was könnten andere mit diesen Daten machen? Ist eine flächendeckend und detaillierte Überwachung zugunsten der allgemeinen Sicherheit legitimiert? All das sind Fragen, die Orwell nur sehr subtil stellt, denn im Fokus steht immer das Aufdecken des Verbrechens. Wie bereits erwähnt, funktioniert das hauptsächlich mit Text, denn das ist die Spur, die Cassandra im Internet hinterlassen hat. Nachdem erste Informationen gelesen wurden, kann man diese sammeln und eine Datei über sie anlegen. Eins führt zum anderen, immer schneller werden neue Informationen zugänglich, wenn sie beispielsweise ihre Berufsbezeichnung nennt oder erwähnt, dass sie Kunst liebt und ihre Freundin in einer Band spielt.

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