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Review: Need for Speed Payback – Heute wird abgerechnet!

Need for Speed zählt zu der erfolgreichsten, beliebtesten und langjährigsten Rennspiel-Serie überhaupt, auch wenn die Serie in den letzten Jahren Höhen und vor allem Tiefen erlebte. Daher stellt sich nun die Frage wo sich der neue Ableger Need for Speed Payback einreihen wird? Ob es sich auszahlen wird und sich der Titel bei den Höhen oder eher bei den Tiefen einreihen wird, erfahrt ihr in unserem Test zu Need for Speed Payback.

Action, Explosionen, durchdrehende Reifen wie in Hollywood

Anders als im Vorgänger haben Ghost Games und EA dem neuen Need for Speed Payback eine actiongeladene Story spendiert. Explosionen, Verrat, Rache, heiße Rennboliden, teure Fahrzeuge und gute Freundschaft. Das klingt ganz nach einer Story, die aus irgendeinem Hollywood Action-Streifen stammen könnte oder gar direkt an die Filmreihe The Fast and the Furious erinnert. Zusätzlich bestückt mit coolen, frechen und teils humorvollen Sprüchen, sowie sympathischen Protagonisten. Die Crew bestehend aus den drei Freunden: Tyler Morgan dem Anführer und Racer der Gruppe, Sean McAlister, kurz Mac genannt, dem Drift- und Offroad-Experten und die taffe Profi-Fluchtfahrerin Jessica Miller. Zusammen geben sie ein sympathisches und harmonisches Trio ab und besitzen deutlich mehr Tiefe, Charakteristiken und Relevanz als beispielsweise die Charaktere aus Need for Speed The Run. Um die Gruppe zu komplettieren zählt auch der Mechaniker Rav dazu, der allerdings nicht aktiv im Geschehen teilnimmt, sondern eher im Hintergrund eine Rolle spielt.

Need for Speed Payback
Die Crew bestehend aus Ty, Jess und Mac geben ein sympathisches, charismatisches Trio ab.

Ty, Jess, Mac und Rav nehmen einen Auftrag an, einen teuren Rennboliden zu stehlen. Der Deal läuft allerdings gewaltig schief und die Crew rund um Tyler wird übers Ohr gehauen. Nach einer kleinen Sinneskrise und einigen Monaten später beschließt Tyler Morgan die Crew wieder zusammenzuführen und sinnt nach Vergeltung. Er strebt nach Rache an dem Kartell The House, welches ihn und seine Freunde hintergangen hat. Von dort an beginnt eine heiße Racheaktion – ein Kampf zwischen eurer Crew und dem House auf den Straßen der fiktiven Spielwelt Fortune Valley. Die Story ist großartig inszeniert. Die Cutscenes und Animationen sehen spektakulär aus und runden den Rennspaß deutlich ab, so dass man sich manchmal wirklich wie in einem interaktiven Action-Film fühlt. Besonders die Hauptmissionen sind spektakulär inszeniert, da hier Cutscenes und Gameplay nahtlos ineinander übergehen und teilweise ein fliegender Wechsel zwischen den drei Protagonisten stattfindet. Eben habt ihr noch Tyler mit seinem Racing-Wagen gesteuert, nach der nächsten kleinen Zwischensequenz steuert ihr Jess mit ihrem robusteren Runner-Auto und legt euch mit der Polizei an.

Ihr wechselt also ständig zwischen den drei spielbaren Charakteren, je nachdem welcher Typ gefragt ist: denn in Need for Speed Payback gilt es fünf verschiedene Klassen zu meistern. Drift, Offroad, Drag, Race und Run sorgen für die nötige Abwechslung. Um all diese Fahrkünste meistern zu können, braucht ihr natürlich immer einen passenden fahrbaren Untersatz, der für die jeweilige Klasse ausgelegt ist. Ihr benötigt also für jede Klasse mindestens ein Auto, das ihr bei den jeweiligen Händlern bekommen könnt. Das ist natürlich eine ziemlich kostspielige Sache, aber auch ziemlich cool, denn so könnt ihr ständig mit anderen Karossen unterwegs sein, zumal sich das Angebot der Händler unterscheidet. Beim Runner-Händler könnt ihr teilweise andere Autos erwerben als beim Offroad- oder Race-Händler. Zudem lässt sich jedes Auto und vor allem jede Klasse gänzlich anders fahren. Ein Auto welches auf Drift abgestimmt ist rutscht natürlich viel leichter in die Kurven, während ein Drag-Auto sich viel steifer anfühlt. Die Autos und Fahrzeugstile unterscheiden sich spürbar. Schade ist hingegen, dass ihr die Klasse eines Autos im nachhinhein nicht mehr ändern könnt, wenn ihr euch bei einem Fahrzeug mal auf eine Klasse festgelegt habt, dann bleibt euch nur, den Wagen noch einmal zu kaufen und eine andere Klasse für diesen zu bestimmen.

Der Rachefeldzug kann beginnen!

Auf eurem Weg an die Spitze der Racing-Welt und zu eurer Rache steigt natürlich auch der Anspruch an eure Fahrkünste. Daher müsst ihr auch eure Flitzer immer aktuell halten, vielleicht gar in ein neues, besseres Auto investieren oder massig an Updates in eure geliebten Wagen stecken. Auch das schlägt alles wieder aufs Ingame-Geld, so dass ihr manchmal dazu gezwungen seid alte Events erneut zu absolvieren, um Ingame-Währung zu farmen. Durch erfolgreich abgeschlossene Events bekommt ihr nicht nur Ingame-Währung, sondern auch REP um euren Fahrerlevel zu steigern sowie eine sogenannte Speed-Card. Mit einer Speed-Karte könnt ihr ein paar Werte eures Wagens verbessern, denn die Speed-Karten stellen das Leistungs-Tuning dar. Leider setzt man hier auf Glück, denn es ist dem Zufall überlassen welche Speed-Karte ihr nach erfolgreichem Rennen erhaltet. Habt ihr Glück und zieht eine gute Karte, könnt ihr das Update direkt in euren Wagen einbauen und eure Werte verbessern, was ihr direkt merken werdet. Habt ihr Pech könnt ihr entweder die Karte verkaufen und zumindest etwas Geld herausholen oder die Karte in der Garage deponieren. Klingt im ersten Moment ziemlich nervig auf das Glück angewiesen zu sein, allerdings ist das System gut ausbalanciert, so dass ich eigentlich nie wirklich Probleme hatte und meist gute und passende Karten erhalten habe. Speed-Karten könnt ihr zudem in den Tuning-Shops kaufen, allerdings schlägt auch dies wieder mächtig zu Buche. In dem Fall ist es also gut, dass EA bereits auf die Kritik eingegangen ist und sowohl den Erhalt der Ingame-Währung als auch den Erhalt an REP-Punkte nach abgeschlossenen Events erhöht hat. So erhaltet ihr nun statt 7.000 Ingame-Währung satte 14.000 Ingame-Währung. Auch wenn ihr den ersten Platz mal nicht belegt, erhaltet ihr dank dem Update nun ein wenig Geld und REP.

Bei den Events könnt ihr auch zusätzlich noch eine optionale Herausforderung annehmen, die das Rennen für euch schwieriger gestaltet. Eine sehr coole Sache, die vor allem erfahrene Spieler ansprechen dürfte. Solltet ihr die optionale Herausforderung annehmen und meistern, erhaltet ihr nochmal zusätzliche Ingame-Währung. Allerdings Vorsicht, denn für die optionalen Herausforderungen setzt ihr selbst einen Einsatz und könnt daher auch Geld verlieren, wenn ihr die Aufgabe nicht meistert.

Need for Speed Payback
Funkensprühendes Metall und viel Lack! Fast wie in einem Action-Film

Auch optisch könnt ihr eure Wagen natürlich aufwerten und eurer Kreativität freien Lauf lassen, denn das Tuning-System ist umfangreich. Es gibt wieder jede Menge Decals mit denen ihr eure Fahrzeuge verschönern könnt sowie eine riesige Farbpalette zur Auswahl. Das System funktioniert hier genau wie im Vorgänger auch und man kann Stunden damit verbringen, sich an seinem Auto künstlerisch zu verausgaben.

Ihr könnt euren Karossen allerdings nicht nur Farbe und Decals verpassen, sondern auch noch andere optische Veränderungen vornehmen, wie Seitenschweller, Motorhaube, andere Felgen und Bremsbelege, Heckschürzen, Spoiler und noch vieles mehr. Diese müsst ihr allerdings erst einmal freischalten, in dem ihr bestimmte Herausforderungen meistert. Auch die beliebte Untergrundbeleuchtung kehrt in Need for Speed Payback endlich zurück, aber auch diese müsst ihr erst einmal freischalten. An die Untergrundbeleuchtung oder auch an andere Nitro- oder Reifenqualm-Farben ranzukommen ist gar nicht so einfach, da ihr hier auf Lootboxen angewiesen seid, die natürlich nur zufälligen Inhalt aufweisen.

Wenn ihr also viel Pech habt und irgendein bestimmtes Item haben wollt, kann es sein, dass ihr lange darauf wartet und erst etliche Lootboxen später das gewünschte Item erhaltet, insofern ihr euch nicht zusätzliche Lootboxen mit Mikrotransaktionen erwerben wollt. Ihr könnt die seltenen Items oder bessere Lootboxen nämlich auch mit echtem Geld erwerben. Einerseits spornt es an, so mit eurem Wagen immer wieder im Level aufzusteigen und voller Spannung neue Lootboxen zu öffnen, jedoch kann es auch auf Dauer frusten und nerven. Die einzelnen Rennen und Events machen auf jeden Fall Spaß, wenn man allerdings viel Pech hat, kann dank der Lootboxen auch irgendwann der Spaß kippen, insofern man ein bestimmtes Item eben unbedingt haben möchte und es nicht bekommt. Neben einem kosmetischen Teil bekommt ihr immerhin auch einiges an Ingame-Geld. Des Weiteren benötigt ihr zwingend eine Online-Verbindung um die Lootboxen zu erhalten.

Need for Speed Payback
Beim optischen Tuning könnt ihr euch so richtig austoben.

Neben den ganzen unterschiedlichen Rennmissionen gibt es in der offenen Spielwelt von Fortune Valley auch viel zu entdecken. Dies sorgt für zusätzliche Herausforderung, Spielspaß und Ehrgeiz. Wie viel Punkte erzielt ihr bei der kurzen Drift-Strecke? Wie weit schafft ihr es von der Rampe zu springen oder mit welcher Geschwindigkeit wird euch der nächste Blitzer erwischen? Die Challenges sind nicht nur spaßig und spornen einen an, immer mehr Punkte in diesen zu erzielen, sondern spendieren auch zumindest etwas Geld, REP und durch diese lassen sich auch einige optische Tuning-Teile freischalten. Zudem lassen sich die Challenges ganz nebenbei machen, wenn ihr von einem Schauplatz zum nächsten düst. Die Schnellreise kostet euch nämlich Ingame-Währung, leider eine sehr unnötige Ausgabe, die mit dem Update und dem Hochschrauben des Gelderhalts bei Events immerhin mehr an Relevanz verliert.

Neben den Challenges gibt es auch noch Sammelbares zu entdecken, nämlich Kisten, Roulette-Chips, Auto-Wracks und zerstörbare Plakatwände. Die Auto-Wracks zu finden ist sogar gar nicht mal so einfach, da ihr in Form einer Schnitzeljagd nach den Rostlauben sucht. Eine Art Schatzkarte repräsentiert einen Ausschnitt der World-Map, anhand diesem Ausschnitt müsst ihr dann ausfindig machen wo ein Teil des Wracks zu finden ist, insgesamt fünf Teile gilt es zu finden um eine Schrottmühle wieder zu restaurieren und als fahrbaren Untersatz zu erhalten. Des weiteren könnt ihr auch andere Streetracer-NPCs auf der Map antreffen und diese zu einem kleinen Duell herausfordern.

Nicht nur von der Abwechslung und Umfang macht Need for Speed Payback einiges her, sondern auch in Sachen Optik. Die Autos sehen großartig und detailgetreu aus und auch die Spielwelt kann sich optisch sehen lassen. Egal ob die malerischen Sonnenuntergänge in weitläufigen Sandgebieten, die Stadt oder die Berglandschaften. Sowohl bei Tag, als auch bei Nacht sieht Fortune Valley großartig aus.

In Punkto Realismus, seid ihr bei Need for Speed Payback allerdings an der falschen Adresse. Jede Klasse, ob nun Offroad oder Drag, unterscheidet sich zwar groß in Sachen Gameplay und selbst die einzelnen Fahrzeuge unterscheiden sich ein wenig in ihrem Fahrverhalten, allerdings sind Kollisionen nicht realistisch, zugunsten des Spielspaßes und auch um Frust zu ersparen. Selbst wenn ihr frontal mit 200Km/h in ein Auto kracht, könnt ihr direkt weiterfahren und habt lediglich ein paar Kratzer im Lack oder mal eine leicht abhängende Stoßstange. Auch das Tempogefühl scheint ein wenig gedrosselt zu sein, so dass ihr auch mit 300 Sachen noch gute Kontrolle über den Wagen besitzt und eine gute Übersicht behaltet. Hier steht klar der Spielspaß im Vergleich zum Realismus im Vordergrund.

Die Fahrzeug- und Motorensounds erklingen ein wenig zu brav, dafür ist der Soundtrack sehr gut. Need for Speed Payback bietet großartige und passend ausgewählte Songs wie Lean Back von Sur, Tom Walker mit Play Dead, die Band Gorillaz und einige mehr. Auch die deutsche Synchronisation ist überraschend gut gelungen. Tyler und Mac liefern teilweise sehr sarkastische, witzige und freche Sprüche, die passend zur Situation im Gameplay abgestimmt wurde. Das verleiht den Protagonisten deutlich mehr Tiefe sowie Charakter und lässt sie einfach lebendiger wirken. Der ein oder andere Spruch während eines Rennens brachte mich auch zum Schmunzeln.

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