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Review: Metroid: Samus Returns – Samus ist zurück!

Fans mussten schon viele längere Durststrecken hinnehmen, wenn es um das Metroid-Franchise ging. Während der erste Teil bereits im Jahr 1986 erschienen ist, folgte Metroid 2: Return of Samus erst fünf Jahre später. Nachdem Super Metroid 1994 auf den Markt kam, sollten ganze acht Jahre vergehen, bis die Serie mit Metroid Prime fortgeführt wird. Nachdem im Jahr 2010 mit Metroid: Other M der letzte Ableger erschien, wurde es um die On-Off-Beziehung zwischen Nintendo und dem Franchise eher still (wir ignorieren an dieser Stelle das unsägliche Federation Force). Jedenfalls bis zum 13. Juni. Denn dort wurde im Rahmen des E3 Spotlights nicht nur Metroid Prime 4 für die Switch, sondern auch Metroid: Samus Returns für den Nintendo 3DS angekündigt.

Während das erst genannte noch auf sich warten lässt, könnt ihr den Handheld-Ableger bereits jetzt spielen. Wir haben jedenfalls die Chance genutzt und uns in das Abenteuer gestürzt.

Willkommen zurück, Samus

Vorab sei gesagt, dass der ähnliche Name im Vergleich mit Metroid 2: Return of Samus nicht von irgendwo kommt, denn der aktuelle Ableger soll als Neuinterpretation des zweiten Ablegers verstanden werden. Daher ist auch die Rahmenhandlung genauso knapp wie im GameBoy-Teil: Nachdem ihr im ersten Teil der Serie das Mother Brain ausgeschaltet habt, galten die Metroids eigentlich als komplett ausgelöscht. Einzig auf dem abgeschiedenen Planeten SR388 gibt es noch einige Exemplare, die ihr unbedingt unschädlich machen müsst. Da bisherige Einsätze fehlgeschlagen sind, wird also Samus entsendet, damit den Metroid ein für alle mal der Gar ausgemacht wird.

Was ist bitte „Metroidvania“?

Eine Besonderheit von Metroid war, dass es eine große, zusammenhängende Karte geboten hat, bei der nicht sofort alle Bereiche zugänglich waren. So konnte bzw. musste man zu einem späteren Zeitpunkt an anfängliche Stellen zurückkehren, um sich mit einer neuen Waffe oder ähnlichem Zutritt zu einem neuen Areal zu verschaffen.

Einige der Vertreter sind:

  • Metroid
  • Castlevania
  • Batman: Arkham-Serie
  • Shadow Complex

Ihr streift also in typischer Metroidvania-Manier durch die Tiefen des Planeten und sucht nach den 40 verbleibenden Metroids. Falls ihr euch in der Nähe eines eurer Ziele befindet, leuchtet die Mini-Map auf und ihr erhaltet ein akustisches Signal, welches sich verstärkt, je näher ihr kommt. Eigentlich läuft das komplette Spiel nach dem gleichen Muster ab: Ihr kommt in ein neues Gebiet, kämpft euch durch, kommt zum Metroid und besiegt den Gegner. Aber gerade das Metroidvania-System ist hier das Salz in der Suppe. Im Minutentakt kommt ihr an Türen oder Blöcken vorbei, die ihr mit euren aktuellen Skills nicht passieren könnt und somit zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufsuchen müsst. Auch sind die Gänge so verwinkelt, dass ihr erst einmal den korrekten Weg zu den Räumen der Metroids finden müsst.

Spätestens im Kampf gegen die Feinde wird euch ein neues Feature das Leben retten: der Melee-Konter. So könnt ihr mit einem Tastendruck einen Nahkampfangriff auslösen, der, wenn ihr ihn im richtigen Moment zündet, den Angriff des Gegners kontert. Anschließend habt ihr die Chance dem wehrlosen Feind ein paar Schüsse zu verpassen. Weiterhin neu hinzugekommen ist, dass ihr beim gedrückt halten der linken Schultertaste frei zielen und so Feinde oder auch Blöcke unter Beschuss nehmen könnt, ohne in Bewegungsakrobatik zu verfallen.

Weitere neue Funktionen, die euch das Leben sehr erleichtern werden, sind die Aeion-Funktionen. Bereits kurz nach dem Start erhaltet ihr die erste Funktion, mit der ihr einen bestimmten Radius der Karte scannt und so sehen könnt, was sich in der näheren Umgebung befindet und wo sich geheime Wege befinden. Damit ihr nicht scannt wie ein Weltmeister, gibt es eine Leiste, die sich bei jedem Scan leert. Auf diese Leiste greifen auch die weiteren drei Aeion-Funktionen zurück, die ihr im Spielverlauf freischaltet.

Metroidtastisch!

Insgesamt lässt sich sagen, dass Nintendo und MercurySteam die Klasse von Metroid 2 komplett eingefangen und auf den aktuellen Handheld der Japaner portiert haben. Die neuen Funktionen wurden dabei sehr gut in das Spiel eingebunden und erleichtern euch das Abenteuer erheblich, ohne dabei etwas von dem teils knackigen Schwierigkeitsgrad zu nehmen – so muss ein Remake aussehen! Das kann man auch von der Steuerung behaupten. Auch wenn wir zu Beginn am liebsten mit dem D-Pad gesteuert hätten, lässt das Circle Pad kaum Wünsche offen und ihr könnt Samus bequem durch die Stages steuern. Gerade durch das neue Zielsystem wird außerdem die Schwierigkeit aus dem genauen Zielen genommen.

Auch wenn sich viele Spielabschnitte teilweise ähnlich sehen, muss man sagen, dass die Grafik in Metroid: Samus Returns ziemlich gelungen ist und man merkt, dass sich die Entwickler redlich Mühe gegeben haben, den Spieler nicht mit monotonen Umgebungen zu langweilen. Sogar der 3D-Effekt des Nintendo 3DS wurde super eingesetzt, sodass es sich lohnt den Schieberegler von 2D auf 3D zu stellen. Wie es sich für einen Metroid-Ableger gehört, ist auch der Sound auf ähnlichem Spitzenniveau. Spätestens wenn ihr die typischen Musikstücke aus dem Franchise hört, wird euch eine wohlige Gänsehaut befallen. Wir hoffen, dass auch Metroid Prime 4 ähnliche Gefühle auslöst.

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