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Review: Mafia 3 – Die menschlichen Abgründe sind tief.

16. Oktober 2016

Review: Mafia 3 – Die menschlichen Abgründe sind tief.

Hier sind wir. Drei Jahrzehnte nach dem ersten Teil, will Mafia 3 in dessen Fußstapfen treten, die erfolgreiche Serie erfolgreich weiterführen und ein Erlebnis bieten, das das Amerika der 1960er zum Leben erweckt. Nebenbei zeigt es die menschlichen Abgründe, sowohl fiktiv als auch real.

Diese Review enthält geringfügige Spoiler, verrät aber nicht zu viel von der Story.

Am 7. Oktober 2016 erschien Mafia 3 für PC, Playstation 4 und Xbox One. Die tschechischen Entwickler von Hangar 13 legten erstmals Hand an die Serie und, unterstützt von 2K, erweckten sie Lincoln Clay zum Leben. Auch er kommt mit der italienischen Mafia in Berührung und schnell entfacht sich eine Gangster-Geschichte voller Stereotypen, aber auch überraschender Einblicke in den Rassismus der 60er Jahre.

Die Story


Christina Kutscher 1Die Geschichte beginnt mit einem schlichten und vorhersehbaren Verrat. Lincoln Clay kehrt 1968 gerade aus dem Vietnamkrieg zurück und kehrt zu seiner Familie zurück. Eine Reihe unausweichlicher Morde später, steht er allein da und plant seinen Rachefeldzug. Mafia 3 ist eine Geschichte über Rache, die Mafia, Loyalität und vor allem über die Fehlbarkeit von Menschen. Schauplatz des ganzen ist New Bordeaux, eine fiktive Stadt, die New Orleans als Vorbild hatte. Die Stadt sieht so unscheinbar aus, wie es die Werbung verspricht; zwischen Utopie und Gewalt zeigt sie nicht nur ihre schönen, lebhaften Seiten. Ihre brutalen Geheimnisse offenbaren sich den Spielern erst, wenn sie tiefer graben und das Grab der dunklen Seite der Stadt schaufeln. Rückblenden und Erzählerwechsel sorgen für den Kontext. Immer wieder gibt es kurze Monologe oder Dialoge, die mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten und es ist offensichtlich, dass wir vieles noch nicht wissen. Zusätzlich zum cineastischen Intro lassen sie das Spiel fast wie eine Dokumentation der Geschehnisse wirken, die die Spieler erst noch erleben müssen.

Mafia 3

Hinzu kommen interessante Schnitte, gut geschriebene Charaktere und eine originelle Erzählweise, die die Narrative nicht nur als einen bloßen Rahmen da stehen lassen, sondern diese so in Szene setzen, dass sie im Fokus des Spiels steht. Antagonist ist Sal Marcano, Anführer der italienischen Mafia. Um ihn zu zerstören, nutzt Lincoln die größten Laster und kriminellen Aktivitäten. Rassismus, Prostitution, Drogenhandel, Menschenhandel, Korruption werden instrumentalisiert und gegen den Mafiaboss benutzt. Zur Hilfe eilen Cassandra, Vito und Burke, die alle ihr Hühnchen mit Sal zu rupfen haben und dem Spieler Vorteile und Gelegenheiten bieten.

caroIch bin ein großer Fan vom ersten Mafia. Allein schon deshalb, weil die Geschichte damals so unverbraucht war und so unfassbar gut erzählt wurde, dass sich alle folgenden Spiele daran messen lassen mussten. Ich war zu Beginn skeptisch, ob Mafia 3 erneut an alte Tugenden anknüpfen können würde, doch wurde ich zumindest in diesem Bereich wahrlich nicht enttäuscht. Die Story ist die große Stärke von Mafia 3. Klar, Rachefeldzug, einsamer Sohn, und so weiter und so weiter. Man könnte denken, dass man das alles schon hundertfach gesehen hat, doch präsentiert Mafia 3 die Geschichte so selbstsicher, abwechslungsreich und interessant, dass man nicht umher kommt, den Schreiberlingen zu gratulieren.

Christina Kutscher

Christina wurde im zarten Alter von acht Jahren an die Playstation 1 heran geführt und hat sie sofort ins Herz geschlossen. Einige Jahre und kurze Abstecher in unbekannte Genre später, spielt sie mittlerweile plattformübergreifend alles, was eine gute Story hat, überdurchschnittlich kreativ ist oder einfach nur Spaß macht und schreibt dann darüber.