Artikel PC Playstation 4 Reviews Xbox One

Review: Little Nightmares – Guten Appetit

10. Mai 2017

Review: Little Nightmares – Guten Appetit

Nordische Alpträume

Ein Puzzle-Plattformer, ein Kind, eine düstere Welt. Nicht verwunderlich, dass bei der Menge an Parallelen zu den beiden Spielen Limbo und INSIDE des dänischen Entwicklers Playdead gewisse Assoziationen hervorgerufen werden. Little Nightmares stammt sogar ebenfalls aus nordischen Gefilden: Entstanden ist es in Schweden bei Tarsier Studios, die durch Little Big Planet bekannt geworden sind. Anscheinend werden Kinder im Norden Europas häufiger von Alpträumen geplagt.

Zu Beginn des Spiels erwacht euer Avatar, die kleine Six, aus einem Alptraum, in dem ihr eine mysteriöse maskierte Dame im Kimono erscheint. Nur, um sich in einer alptraumhaften, (sur)realen Welt wiederzufinden. Mit einem Feuerzeug bewaffnet macht ihr euch auf den Weg durch die Dunkelheit, um den Gefahren, die dort lauern, zu trotzen. Nicht nur die dunklen Gänge und Ecken wirken bedrohlich: Aus der Perspektive des kleinen Mädchens wirkt einfach alles riesenhaft. Also ist euer Einfallsreichtum gefragt, um beispielsweise an viel zu hohe Türgriffe zu kommen. Damit nicht genug. Im Dunkel lauern tatsächlich fiese Würgewürmer und skurrile, kaum noch als humanoid auszumachende Gestalten, die euch an den Kragen wollen. Darunter ein Puppenmacher mit gigantischen Armen, zwei fette, pfannkuchengesichtige Köche und fresssüchtige Fettwänste.

Auch Six plagt hin und wieder der Hunger, was recht bald für den den ersten echten WTF!-Moment sorgt. Von denen gibt es allerdings für ein Spiel, dass sich dem Horror-Genre zugehörig fühlt, viel zu wenige. Vielleicht bin ich auch einfach schon zu abgehärtet. Trotzdem ist das Alptraumszenario durch das spezielle Art- und Sounddesign sehr gut umgesetzt. Man puzzelt und kämpft sich durch den Bauch eines Schiffes von unten – einer Art Gefängnis – bis oben – einem Luxus-Appartment mit gruseligem Dachboden. Insgesamt fehlt aber ein roter Faden, der typische Kindheitsalpträume thematisiert, wie man vielleicht erwarten würde.

Katharina Trautvetter

Eva Maria Katharina aka Kalle, online als Lethaya unterwegs hat nicht nur viele Namen, sondern mindestens genauso viele Interessen. Wenn sie nicht gerade am PC ihrer Leidenschaften für's Zocken und Schreiben frönt, haut sie am Klavier in die Tasten, chillt auf der Couch und guckt Serien oder Filme, hört Musik oder liest (meistens für die Promotion - natürlich über Games - oder Fantasy). Auch draußen ist sie viel unterwegs, trifft sich mit Freunden, geht Joggen, probiert sich in diversen anderen Sportarten oder bummelt durch die Welt.