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Review: Life is Strange: Before the Storm – Episode 1 – Erwachen

Ich muss zugeben, dass ich mit Adventures im Episodenformat tatsächlich relativ wenig anfangen kann. Jedoch gab es in der Vergangenheit eine große Ausnahme: Life is Strange aus dem Jahr 2015. Selten habe ich mit einer Spielfigur mitgefiebert und getrauert wie mit Max Caulfield und ihrer Freundin Chloe Price. Dass ich damit nicht alleine war, zeigen unter anderem die umfangreichen Artikel meiner geschätzten Kollegin Christina und dem sehr ausufernden Spoilercast der PixelBros. Daher war die Freude groß, als bekannt gegeben wurde, dass eine echte zweite Staffel in der Mache ist. Noch größer war aber die Überraschung, als während der Microsoft Pressekonferenz auf der E3 2017 plötzlich ein Trailer zu Life is Strange: Before the Storm lief und dieses bereits ein paar Monate später erscheinen sollte. Als dann jedoch bekanntgegeben wurde, dass Deck Nine Games die Entwicklung übernimmt, es neue Synchronsprecher gibt und „nur“ drei Episoden geplant sind, war die Skepsis mindestens genauso hoch wie die Vorfreude. Nachdem wir nun die erste Episode Erwachen gespielt haben, können wir euch einen ersten Eindruck vermitteln.

Wir versuchen in dem Test zu Life is Strange: Before the Storm Spoiler zu vermeiden. Solltet ihr jedoch allergisch auf kleine Details reagieren, empfehlen wir euch zur Wertung am Ende zu springen.

Altbekannt und doch so neu

Das Spiel setzt drei Jahre vor den Ereignissen von Life is Strange aus dem Jahre 2015 ein. Ihr übernehmt die Kontrolle über Chloe Price, die sich im Verlauf der Episode als sehr verletzliches Mädchen präsentiert. Doch genau das ist mehr als nachvollziehbar: Der Tod ihres Vaters ist gerade einmal zwei Jahre her, ihre beste Freundin Max ist nach Seattle gezogen und ihre Mutter Joyce hat mit einem neuen Mann angebandelt – den sie natürlich nicht ausstehen kann.

Um aus diesem Albtraum zu entkommen, schwänzt sie die Schule und schleicht sich heimlich auf Konzerte. Genau dort übernehmt ihr auch das erste Mal die Kontrolle über ihr Schicksal und lernt Rachel Amber – die Musterschülerin der Blackwell Academy – kennen. Bereits hier zeigt die erste Episode gut, wo die Stärke des Titels liegt. Denn bei dem Versuch euch Rachel näher zu bringen, kann man als Spieler einfach nicht anders als sie zu mögen.

Ein Großteil der Episode wird damit verbracht, die Beziehung von Rachel und Chloe zu evaluieren, die sich auf den zweiten Blick doch ähnlicher sind als man denken mag. Obwohl man nun also Rachel kennengelernt hat, bleibt trotzdem der Gedanke daran, dass dort einfach noch mehr kommen wird und dass sie von vielen Geheimnissen umgeben ist, die nach und nach aufgedeckt werden.

Let’s Talk!

Vom Spielprinzip her erwarten euch wie im Erstling freie Areale, die ihr erkunden könnt und dabei auf viele interessante Sachen oder auch Aktivitäten stoßt. Es gibt tatsächlich einiges zu Entdecken, sodass ihr viele Minuten mit dem Herumstromern verbringen werdet. Außerdem ist es sehr interessant, dass sich Chloe einfach hinsetzen kann und dabei über die aktuelle Situation und das Leben sinniert. Anders als Max hat Chloe jedoch nicht die Möglichkeit, die Zeit zu manipulieren. Als Ersatz für diese Mechanik fungiert dafür ihr loses Mundwerk mit dem „Backtalk“-Feature. So habt ihr im Verlauf des Spiels öfter die Möglichkeit andere Charaktere mit dieser Technik zu beeinflussen. Dabei müsst ihr sehr aufmerksam verfolgen, was euer Gegenüber von sich gibt und das kontern – dabei helfen euch ebenfalls Gegenstände in der Umgebung, die mit den Charakteren zu tun haben. Im ersten Moment wirkt das Feature ziemlich gewöhnungsbedürftig, doch bereits beim ersten Dialog versteht man das Prinzip und kann es ziemlich gut anwenden.

So soll es natürlich auch sein, denn euer Handeln hat auch hier wieder Konsequenzen, die sich auf die Zukunft auswirken. Da wir nicht zu viel vorwegnehmen möchten, sei als Beispiel nur angebracht, dass ihr euch für bestimmte Kleidung entscheiden könnt. Das ist zwar nicht spielentscheidend, aber trotzdem ein sehr schickes Detail. Insgesamt lässt sich die erste Episode zu Beginn Zeit, die Charaktere näher zu bringen, am Ende nimmt sie jedoch Fahrt auf, um dramatisch zu einem Schluss zu kommen. Bereits die Vorschau auf Episode 2 lässt erahnen, dass das nur ein Vorgeschmack auf die Zukunft war.

Atmosphärisch top

Eine der großen Alleinstellungsmerkmale des ersten Teils war der Stil, bei dem Grafik und die Musik aus einem Guss gewirkt haben. Diese Spur wird in Life is Strange: Before the Storm weiter verfolgt. Deck Nine Games hat sich Mühe gegeben, die Charaktere möglichst detailgetreu zu gestalten, wobei der Grafikstil des Titels alles ein wenig gröber erscheinen lässt. Dabei fällt auch auf, dass manche Animationen sehr eigenartig ausgefallen sind. Das tut dem Spiel jedoch nicht weh, denn Before the Storm ist einfach schön. Der wiedermal gelungene Soundtrack umschmeichelt die komplette Atmosphäre mit instrumentaler Musik oder lizenzierten Stücken.

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