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Review: .hack//G.U. Last Recode – Welcome to The World

Die .hack//G.U. Trilogie erschien damals für PlayStation 2, allerdings nie in Europa. Nun findet die gesamte Trilogie als Remastersammlung namens .hack//G.U. Last Recode endlich ihren Weg zu uns. Diese beinhaltet nicht nur alle drei PS2-Titel, nämlich Vol. 1 Rebirth, Vol. 2 Reminisce und Vol. 3 Redemption, sondern auch ein vollkommen neues Vol. 4 Reconnection. Wer damals die Trilogie verpasst hat, hat nun die perfekte Gelegenheit dazu, diese nachzuholen. Ob sich die Verbesserungen und die Erweiterung des Remasters wirklich lohnen, erfahrt ihr in unserem Test.

Einloggen in ein neues Abenteuer

Vor allem Anime-Fans dürften mit .hack bereits vertraut sein, denn derweil gibt es einige Anime-Serien, OVAs und sogar Filme zur Welt von .hack. Auch in .hack//G.U. Last Recode verschlägt es uns in die fiktive MMORPG-Welt namens The World. Bevor ihr das erste Volume beginnt, könnt ihr euch sogar eine Videozusammenfassung der ersten vier .hack Spiele sowie dem Roots-Anime ansehen. Diese gelten nämlich als Vorläuferereignisse zu .hack//G.U., sind für das Verständnis aber nicht zwingend nötig. Dennoch ist es für Neueinsteiger nett, dass sich eine kleine Zusammenfassung direkt auf der Disc befindet. Ansonsten startet ihr natürlich mit Volume 1, da alle vier Volumes eine zusammenhängende Geschichte ergeben.

In .hack//G.U. verfolgen wir die Geschichte von Haseo, der sich zum ersten Mal in die fiktive MMORPG-Welt The World einloggt. Zwei freundliche Spieler bieten ihm an, die Grundlagen des Spiels zu erklären, doch die beiden entpuppen sich letztendlich als Spieler-Killer, kurz SK genannt. Kurz vor Haseos Vernichtung taucht der Spieler Ovan auf, um ihn zu retten. Acht Monate später hat sich Haseo zum Schrecken des Todes, einen Spieler-Killer-Killer, kurz SKK, entwickelt und ist auf der Suche nach dem legendären SK Tri-Edge. Dieser ist nämlich schuld daran, dass Haseos Freundin Shino im Spiel getötet wurde und im echten Leben dadurch ins Koma fiel. Als Haseo allerdings endlich auf Tri-Edge trifft, muss er feststellen viel zu schwach zu sein und wird in der Konsequenz von Tri-Edge besiegt. Als Haseo wieder erwacht, erkennt er, dass sein Charakter sich plötzlich wieder auf Level 1 befindet und von Tri-Edge offenbar komplett zurückgesetzt wurde. Dennoch möchte er nicht aufgeben und beschließt, seinen Charakter erneut hochzuleveln und noch viel stärker zu werden. Er ist entschlossen, Shino zu retten sowie hinter die Geheimnisse von Tri-Edge und The World zu kommen.

Die Handlung ist klar der stärkste Punkt des Spiels, auch wenn sie sich zu Beginn nur sehr langsam entfaltet, insbesondere in Volume 1 Rebirth. Gerade später – vor allem in Volume 2 und 3 – wartet die Geschichte allerdings mit einigen interessanten Überraschungen und Spannung auf. Zudem wird Haseo einige Charaktere im Laufe der Geschichte treffen, die ihn unterstützen und begleiten werden. All diese Charaktere tragen ihren Anteil zur Geschichte bei und die meisten von ihnen sind interessante, humorvolle und sympathische Gesellen. Auch wenn The World eigentlich eine MMORPG-Welt darstellt, so bleibt .hack//G.U. Last Recode natürlich ein JRPG, simuliert die MMORPG-Welt jedoch sehr gut.

Ihr könnt euch aus The World jederzeit ausloggen und kehrt so zurück auf eine Art Desktop. Hier könnt ihr sogar euren Desktop-Hintergrund ändern und die offizielle Webseite oder das Forum von The World besuchen. Mit diesen Kleinigkeiten wird die fiktive Computerwelt glaubwürdig inszeniert. Über das Desktop-Menü könnt ihr auch auf einen Browser zugreifen, in dem ihr News bezüglich der fiktiven MMORPG-Welt als auch der realen Welt lesen könnt. Hier könnt ihr also nochmal interessante Zusatzinformationen erfahren, sofern ihr das möchtet. Auch auf eure Emails lässt sich von hier aus zugreifen, ihr könnt sogar auf einige der Mails antworten. In diesem Fall bietet euch das Spiel dann zwei Antwortmöglichkeiten. Ein wenig nervig ist nur, dass ihr euch eigentlich ständig aus The World ausloggen müsst, um eure Emails zu überprüfen, ehe ihr euch wieder in The World einloggt.

.hack//G.U. Last Recode
.hack//G.U. Last Recode simuliert ein MMORPG-Spiel.

Im Spiel trefft ihr auch immer wieder auf fiktive Programmierer oder Admins, die sich um diverse Bugs oder Fehlerbehebungen kümmern. Die Inszenierung des Spiels als simuliertes MMORPG funktioniert sehr gut und ist ein wirklich interessantes Konzept in einem Action-JRPG. Ihr könnt immer bis zu zwei weitere Gruppenmitglieder einladen, sofern sie gerade online sind. Dies vermittelt den Eindruck, sich in einem richtigen MMORPG zu befinden, auch wenn alle Mitspieler natürlich lediglich KIs sind.

Um die ursprüngliche Geschichte abzurunden und die Handlung komplett abzuschließen, wurde noch Volume 4 eingefügt. Allerdings ist Volume 4 nicht mehr als eine nette Erweiterung für Fans und auch nicht mehr als ein Epilog, da Vol. 4 Reconnection sehr kurz ist. Vol. 1 bis Vol. 3 bieten in etwa jeweils um die 20-30 Stunden Spielzeit, wohingegen Vol. 4 in ca. 4 Stunden abgeschlossen ist. Da Volume 4 komplett neu ist, hat man hier auch neue Charaktermodelle benutzt. Die Animationen sehen dadurch moderner und wesentlich schöner aus, als die verbesserten Texturen aus Volume 1 bis 3. Zudem erinnern sie optisch stark an den Animationsfilm zur .hack//G.U. Trilogie.

.hack//G.U. Last Recode
Haseos neue, letzte Form in Vol. 4 sieht sehr gut aus und auch die Animation ist nun hübscher.

In allen vier Volumes werdet ihr die Rolle von Haseo übernehmen und euch in Action-JRPG Manier durch verschiedenste Dungeons kämpfen. Die Dungeons werden durch ein sehr spezielles System definiert, denn durch Wortketten könnt ihr die Dungeons kreieren. Diese Keywords müsst ihr allerdings erst einmal lernen, sei es im Verlauf der Geschichte oder aber durch Gespräche mit Charakteren und im Forum. Die Keywords verändern die Struktur der Dungeons, die Größe, die Belohnung und auch die Feinde, denen ihr begegnet. Am Ende jedes Dungeons erhaltet ihr zudem eine Gesamtwertung, durch die ihr nochmal zusätzliche Belohnungen bekommen könnt. Das Dungeon-System klingt allerdings komplexer und spektakulärer als es letztendlich ist. Die Dungeon Layouts sind nämlich nicht allzu abwechslungsreich. Hier merkt man dem Spiel deutlich seine Herkunft an. Zwar sind die Texturen deutlich scharf, laufen nun mit 60Fps und auf 1080p, doch bewahrt dies die Dungeons nicht davor, viel zu leer und zu unspektakulär zu wirken. Hier hätte es gut getan, den Orten noch ein paar mehr Details zu gönnen.

Auch die kleinen, recht einfachen Rätsel sind zwar nett, bieten auf Dauer allerdings keine große Abwechslung, da sie meist darin bestehen ein Quicktime-Event zu meistern oder eine Tür bzw. einen Gegenstand mit der benötigten Anzahl an Chim-Kugeln zu aktivieren. Auch Fallen lassen sich vereinzelt in Dungeons vorfinden. Diese sind zwar ganz nett, stellenweise aber auch nervig, da man ihnen meist nur schwer ausweichen kann. Das liegt daran, dass ihr kein Ausweichmanöver besitzt und auch keine Sprintfunktion. Auch ist es manchmal so, dass ihr zwar irgendwie ausweichen könnt, aber eure Gefährten einfach in die Falle rennen und Schaden nehmen. Hier merkt man abermals deutlich das Alter des Spiels, wenn auch die Steuerung recht ausbalanciert wirkt, so fehlen doch einfach diverse Möglichkeiten und der Feinschliff.

.hack//G.U. Last Recode
Die Gebiete und Dungeons wirken viel zu leer.

Auch das Kampfsystem fühlt sich trotz Verbesserungen ein wenig steif und veraltet an – gerade wenn man es mit aktuellen, modernen Action-JRPGs vergleicht. Zudem entwickelt sich das Kampfsystem, wie auch die Story in Rebirth, sehr langsam. Wesentlich spaßiger und spannender wird es erst, wenn Haseo über mehr Fähigkeiten und über seine stärkeren Formen verfügt. Die Kämpfe laufen in Echtzeit ab. Haseo besitzt einen einfachen Kombo-Angriff und Spezialfertigkeiten, die FP verbrauchen und via Skill-Trigger aktiviert werden können. Ansonsten könnt ihr nur Blocken. Auch hier fehlt wieder ein Ausweichmanöver, was ich besonders in den ersten Spielstunden stark vermisst habe und mich erstmal daran gewöhnen musste, mich ausschließlich auf Angriff und Blocken zu beschränken. Wenn ihr einen Gegner oft genug angreift, verliert er irgendwann an Verteidigung. In diesem Moment lohnt es sich besonders, den Skill-Trigger zu aktivieren, denn nur dann erhaltet ihr den sogenannten Rengeki-Bonus, der eure Spezialangriffe kritisch macht und euch am Ende Zusatzerfahrungspunkte beschert. Durch spezielle Aktionen füllt sich zudem eine Moral-Leiste im oberen, rechten Eck des Bildschirms. Ist diese voll, könnt ihr in den Erwachen-Modus und dann richtig auf den Putz hauen.

.hack//G.U. Last Recode
Das Kampfsystem entwickelt sich nur sehr langsam und bietet kaum Herausforderung.

Jeder Charakter hat seine ganz eigene Klasse und somit spezielle Fähigkeiten. So können manche Charaktere heilen, während andere sich lediglich auf den Angriff fokussieren. Daher ist es wichtig, wie ihr eure Gruppe zusammenstellt. Haseo selbst verwendet die Klasse Adept-Schurke, welcher im späteren Verlauf des Spiels sogar über verschiedene Waffentypen verfügt, die ihr durch den Skill-Trigger wechseln könnt. Erst ab diesem Zeitpunkt macht das Kampfsystem wirklich Spaß und bietet mehr Spannung und Action, da ihr zwischen zwei Dolchen, einem überdimensionalen Großschwert, einer Sense und den Zwillingsschützen hin- und herwechseln könnt.

Für alle diejenigen, die lediglich die Story erleben wollen, bietet das Spiel sogar einen Cheat-Modus. Hier startet ihr direkt mit der besten Ausrüstung, der höchsten Stufe und den besten Stats ins Spielgeschehen und habt so die Kämpfe im Handumdrehen hinter euch. Ein sehr nett gemeintes Feature, welches allerdings relativ überflüssig ist, da die Kämpfe auch so nicht wirklich herausfordernd oder schwer sind. Die normalen Feinde sind ziemlich einfach zu besiegen und erfordern keinerlei Strategie. Selbst die Bossgegner sind recht einfach und stellen kaum eine Bedrohung dar. Da die Gegner nicht besonders herausfordernd sind, ist es auch irrelevant, ob ihr eure Waffen durch Gegenstände verbessert, da es nicht erforderlich ist, um mit den Monstern fertig zu werden.

Die Cutscenes sehen sehr gut aus, nicht zuletzt dank verbesserter Texturen und Schatten. Besonders die Lichteffekte stechen ins Auge und sehen großartig aus. Einzig und allein störend ist, dass in manchen Ingame-Szenen die Gesichtszüge der Charaktere sehr steif wirken, da sich nicht einmal die Lippen bewegen, obwohl die Charaktere gerade sprechen. Dies war zwar im Original auch schon so, ist aber definitiv nicht mehr zeitgemäß und nicht unbedingt schön anzusehen. Ein weiterer Pluspunkt ist allerdings, dass ihr die originale, japanische Synchronisation mit deutschen Texten geboten bekommt.

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