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Review: Ghost Recon: Wildlands – Die nicht so zahmen Lande

Nach The Division im letzten Jahr bekommen wir 2017 einen weiteren Open World Kandidaten von Ubisoft präsentiert, nämlich Ghost Recon: Wildlands. Was das neue Ghost Recon kann und was nicht, erfahren wir in unserer Review.

Weit weit weg

Unsere Reise als Teil einer Spezialeinheit, der Ghosts, führt uns nach Bolivien. Dort sollen wir das ansässige Drogenkartell Santa Blanca aus allen Gebieten vertreiben, um am Ende mit dem Endboss ein Kännchen Tee zu genießen, dem charismatischen El Sueño. Das Bolivien im Spiel ist natürlich nur Fiktion, weswegen sich die bolivianische Regierung sicherlich zurecht, wohlbemerkt aber etwas spät über die Darstellung im Spiel aufgeregt hat. Wir sehen Korruption an jeder Ecke, terrorisierte Einwohner, dümmliche Rebellen und noch dümmlichere Sicarios, Entschuldigung, Killer des Kartells.

Tom Clancy's Ghost Recon Wildlands

Neben den Klischees ist die offene Welt durchaus beeindruckend, wenn auch mit einem faden Beigeschmack. Die Welt ist riesig und zumindest angesichts der Biome sehr abwechslungsreich. Wir durchstapfen Schneegebiete, waten durch den Sumpf, bestaunen kanadisch anmutende Wälder und fahren genügsam durch die Wüste. Die Welt ist zwar vom Design her ziemlich abwechslungsreich, doch ist man als Spieler aufgrund zahlreicher copypaste-Anlagen der Gegner dann doch wieder etwas ernüchtert. Ich kann es noch ein wenig nachvollziehen, wenn man ein Haus kopiert und in einem anderem Gebiet erneut hochzieht, doch habe ich für Gegner, die in exakt derselben Formation auf einem kleinen Landeplatz stehen keinerlei Verständnis. Vor allem wenn dies dem traurigen Standard entspricht.

Abseits dessen macht die Reise durch das große weite Land zumindest am Anfang Spaß. Man freut sich, wenn man ein neues Gebiet betritt und hofft, dass hier alles anders ist. Man nutzt Autos, Flugzeuge, Helikopter, Boote und Motorräder, um sich durch die Welt zu bewegen. Staunt über die Gleitfähigkeiten der Ghosts, bis man den nächsten Stein im Weg nach unten bemerkt und klettert des Öfteren auf einen Berg, um die simple Weitsicht zu genießen. Die Welt von Ghost Recon: Wildlands weiß durchaus zu begeistern. Für einen gewissen Moment.

Tom Clancy's Ghost Recon Wildlands

Das größte Problem an der riesigen offenen Welt ist vor allem eines: sie ist leblos. Natürlich laufen überall Einwohner Boliviens herum, doch machen diese eben nichts anderes. Vielleicht steht mal irgendwo eine Gruppe, die mitten auf der Straße tanzt oder es pflückt jemand die neueste Ernte vom Feld, das war es dann aber schon mit der Abwechslung. Die Bürger Boliviens sind austauschbar und beliebig. Sie sind zwar da, aber irgendwie auch nicht. Das größte Problem dabei: Eigentlich sollten wir als Befreier der Unterdrückten Mitgefühl zeigen, doch ist dies angesichts der nicht existenten Emotionen schlichtweg nicht möglich. Dass unsere KI-Kameraden auf dem Weg durch die Welt einen schlechten Witz nach dem anderen reißen, macht es nicht besser.

Arbeit, Arbeit

Doch wir sind ja eigentlich nicht zum Vergnügen hier, sondern haben einige Arbeit vor uns. Ganze 21 Bezirke des fiktiven Boliviens wollen von uns befreit werden. In diesen Bezirken erwarten uns 106 Missionen, 98 Waffenmodifikationen, 80 Waffen, 48 sammelbare Legenden, 156 sammelbare Intels, 17 Minibosse, 4 Unterbosse, 4 Überbosse und 1 Endboss. Was ist das für 1 Arbeit.

Tom Clancy's Ghost Recon Wildlands
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Ärmel hochgekrempelt und auf ins Getümmel. Die Bezirke haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, was übersetzt so viel heißt wie: unterschiedliche Verteidigungsanlagen innerhalb der Basen sowie unterschiedlich viele Gegner, die euch im Weg stehen. Denn darum geht es hauptsächlich in Ghost Recon: Wildlands: das Töten. Das ist natürlich erst einmal nicht verwunderlich, wenn man das Szenario bedenkt, doch gibt es abseits dessen wirklich nichts zu tun, außer die üblichen Collectibles einzusammeln. Natürlich habt ihr innerhalb der Basen die Möglichkeit unterschiedlich an eine Aufgabe heranzugehen. Ihr könnt versuchen zu schleichen, oder euch euren Weg mit dem Granatwerfer bahnen. Ihr könnt nach und nach die Gegner ausschalten, oder in einem Heli von oben ein Schlachtfest feiern. Ihr könnt die Rebellen als Ablenkung hineinschicken, euch den nötigen Sammelgegenstand stibitzen und dann wieder verschwinden. The choice is yours.

Tom Clancy's Ghost Recon Wildlands

In den einfachen Gebieten findet ihr zumeist „nur“ Anhänger des Santa Blanca Kartells. Vereinzelt trefft ihr aber auch hier schon auf die Soldaten Boliviens, die Unidad. Das „Schöne“ an dieser Truppe: ähnlich der Polizei in GTA steigern diese ihre Truppen vor Ort, je nachdem wie auffällig und tödlich ihr vorgeht. Habt ihr einmal eine Unidad-Patrouille am Hals, solltet ihr euch schnellstmöglich verstecken, da diese Jungs anhänglicher sind als Schimmel an der Fußleiste. Habt ihr tatsächlich den höchsten Fahndungsgrad erreicht, werden euch Apache-Kampfhubschrauber vorbeigeschickt, zu Deutsch: der unvermeidliche Game Over Screen.

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