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Review: Firewatch – Feuer und Flamme für die Freiheit

Ich liebe Geschichten. Seien es gedruckte Worte auf einer Seite, Acrylfarbe gepinselt auf eine Leinwand, Momente festgehalten mit einer Kamera oder die bestechende Mischung aus Partizipation und Passivität – Geschichten machen vieles besser und können ein sonst lebloses Szenario zum Leben erwecken.

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Schmerzende Remineszenz und ein Hauch Melancholie

In Firewatch vermag die Geschichte das Geschehen zu definieren und in einen Kontext zu setzen. Sie beeinflusst die Stimmung, was wir tun, wie wir unsere Umgebung und Zukunft sehen. Dabei startet das Spiel mit einfachen Mitteln. Wie in einem Textadventure, unterbrochen von wenigen Momenten, die in der Gegenwart spielen, erzählt uns das Spiel seine Geschichte. Und sie beginnt als würde sie traurig enden. Das mag einerseits der melancholisch anmutenden Musik geschuldet sein, andererseits zeigt das Präteritum, dass die beschriebenen Ereignisse hinter uns liegen. Schließlich machen wir uns noch während der Erzählung alleine auf zu einer mehrtägigen Wandertour. Angekommen am Ziel offenbart sich uns die Situation, in der wir sind. Unser einziger Gesprächspartner ist Delilah, mehrere Kilometer entfernt.

Unsere Aufgabe ist es den Wald und die Natur, die uns umgibt, zu beschützen, Waldbrände zu verhindern oder zu melden und Schmutzfinken eines Besseren zu belehren. Wir (das sind Henry, der Protagonist, ebenso wie wir, der Spieler) haben keine Ahnung, was zu erwarten ist, vielleicht ein Waldbrand, vielleicht eine Romanze, vielleicht ein Abenteuer. Scheinbar wird es keines davon und doch alles. Wir treffen Entscheidungen, haben begrenzt Zeit, um Delilah zu antworten, können aber schweigen. Wir können bestimmte Themen ansprechen oder lieber über etwas anderes mit ihr reden. Das beeinflusst nicht nur den Informationsgehalt der Gespräche, sondern vermittelt eine zwiegespaltene Freiheit – schließlich können wir zwar auswählen, was wir sagen wollen, sind dabei aber auf die Gesprächsfetzen angewiesen, die Delilah uns zuwirft.

Über Christina Kutscher

Christina Kutscher
Christina wurde im zarten Alter von acht Jahren an die Playstation 1 heran geführt und hat sie sofort ins Herz geschlossen. Einige Jahre und kurze Abstecher in unbekannte Genre später, spielt sie mittlerweile plattformübergreifend alles, was eine gute Story hat, überdurchschnittlich kreativ ist oder einfach nur Spaß macht und schreibt dann darüber.

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