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Review: Far Cry 5: Lost on Mars – Möchten Sie mehr wissen?

16. Juli 2018

Review: Far Cry 5: Lost on Mars – Möchten Sie mehr wissen?

Schon Tim Curry wusste, dass der Weltraum, mit seinen unendlichen Weiten voller Abenteuer, die einzig wahre Spielwiese ist. Nachdem uns der erste DLC zu Far Cry 5 nach Vietnam verschiffte, dürfen wir in Far Cry 5: Lost on Mars nun den roten Planeten erkunden, um die Erde vor der Vernichtung zu bewahren.

Nur ein toter Bug ist ein guter Bug

Far Cry 5: Lost on Mars spielt, den Windeln auf dem Beifahrersitz zufolge, nach den Ereignissen von Far Cry 5. Wir schlüpfen in die Haut von Nick Rye, welchen wir samt seinem berüchtigten Flugzeug bereits im Hauptspiel kennenlernen durften. Als ob die Sekte um den Vater nicht ausgereicht hätte, wollen nun also Aliens unsere Heimat ausradieren. Das versuchen wir gemeinsam mit Hurk, welcher diesmal ohne seine Panzerfaust auskommen muss, zu verhindern.

Far Cry 5 - Lost on Mars DLC Screenshot

Kaum angekommen werden wir auch schon von den Aliens begrüßt, welche nicht nur ein klein wenig den Bugs aus Starship Troopers ähneln. Unser Auftrag: Auslöschen, bevor wir ausgelöscht werden. Dabei greift der DLC auf das alte Ubisoft-Rezept zurück: Klettern, wichtige Punkte freischalten, aufräumen, weiterziehen. Ja, die Türme sind zurück. Und das nicht ganz unironisch.

Apropos Ironie. Während Far Cry 5 inmitten des brutalen Szenarios durchaus auch lustig sein konnte, erinnert Lost on Mars humortechnisch sehr an Blood Dragon. Entdeckte Orte werden von eurem Begleiter belächelt, man macht sich über Gegner lustig, es gibt Seitenhiebe auf die Überinterpretation diverser Begebenheiten und selbst die Geschichte wird selbstironisch kommentiert – „du glaubst doch nicht etwa, dass …“.

Far Cry 5 - Lost on Mars DLC Screenshot

Lost on Mars ist natürlich nur ein DLC, entsprechend darf man hier keine so üppig gefüllte Welt wie noch im Hauptspiel erwarten. Und trotzdem dürften vor allem Weltraum-Fans ob der hübsch gestalteten Landschaft erst einmal aufseufzen.

Viel Spaß, das ist ein Befehl!

Vor allem die wenig abwechslungsreichen Gegner sind wohl das Hauptmanko des Spiels. Im Gegenzug hat sich Ubisoft für die Nebenmissionen und besonderen Aktivitäten einiges einfallen lassen, was uns durchweg ein Lächeln auf die Lippen gezaubert hat. Um die Überraschung nicht vorweg zu nehmen, verzichte ich an dieser Stelle allerdings auf Spoiler.

Far Cry 5 - Lost on Mars DLC Screenshot

Um euren Kampf gegen die Alien-Invasoren zu unterstützen, erweitert sich natürlich auch euer Arsenal um die erwartete Weltraum-Feuerkraft. Nun, zumindest fast erwartet. Passend zu den beiden außergewöhnlichen Charakteren braucht ihr natürlich entsprechende Waffen und Gegenstände, welche als Obliteratorrrr, Cock Blocker, Blaster of Disaster oder auch Morphinator betitelt werden. Zusätzlich dürft ihr auch ein Jetpack euer Eigen nennen, mit welchem ihr auch die Höhen unsicher macht und welches ihr im Laufe des Spiels erweitern dürft. Mit diesem dürft ihr dann auch die wiederkehrenden Clutch-Nixon-Stunts bestreiten.

Mit rund acht Stunden Spielzeit fällt der zweite DLC zu Far Cry 5 sehr ordentlich aus. Nach dem Durchspielen von Lost on Mars dürft ihr die dort erworbenen Waffen übrigens auch im Hauptspiel verwenden, was die Reise durch Hope County tatsächlich noch unterhaltsamer macht.

Der dritte DLC namens Far Cry 5: Dead Living Zombies soll im August erscheinen.

Caroline ValdenaireLost on Mars hat mich durch die Bank überrascht. Die Teaser deuteten zwar bereits an, dass es diesmal vermutlich etwas spaßiger zugehen wird, doch habe ich nicht erwartet, dass ich rund acht Stunden mit einem Grinsen über den Mars marschiere. Die beiden Charaktere kommentieren die Situationen, in denen sie sich befinden, so selbstironisch und teilweise naiv, dass man sie gerne einmal drücken möchte, weil sie einfach nichts Böses in der Welt vermuten.

Starship Troopers gehört zu meinen Lieblingsfilmen, weshalb ich beim Erstkontakt mit den Gegnern doch etwas schmunzeln musste. Die abgedrehten Missionen waren für mich der größte Pluspunkt, da ich mich zu Beginn noch fragte, wie man die öde MondMarslandschaft denn wohl füllen würde. Das Ergebnis hat mich nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil. Der unfassbare Ideenreichtum, welcher mich bereits im Hautspiel begeisterte, zeigt sich in Lost on Mars erneut. Ich bin schon jetzt gespannt, was Ubisoft mit dem dritten DLC wohl noch so aus dem Ärmel schütteln wird.

Ich mag Ironie. Und da überrascht es sicher nicht, dass mir der selbstironische Far Cry 5 DLC namens Lost on Mars sehr gut gefallen hat. Spiele, die wirklich gut abgedrehten Humor mit spaßigem Gameplay kombinieren, gibt es nicht allzu oft. Lost on Mars tut genau das und hat mich sehr oft mindestens zum Schmunzeln gebracht. Mit dem Jetpack über die Marsoberfläche zu gleiten und dabei Hurks vollkommen überzogenen Kommentaren zu lauschen, war ein großer Spaß.

Ich war positiv überrascht vom Umfang des DLC, der in mir übrigens auch wieder die Lust auf Far Cry 5 insgesamt geweckt hat. Was durch den Fakt, dass Waffen und Anzüge zum Teil ins Hauptspiel übernommen werden können, nur noch verstärkt wird. Teilweise wiederholen sich bei Lost on Mars ein paar Aufgaben und im Prinzip geht es meist darum, sich der Gegnerhorden zu entledigen – verpackt wird das allerdings in sehr schöne Optik, gespickt mit einer Menge Humor und einem überragenden Soundtrack. Weder Dead Living Zombies noch Hours Of Darkness hatten mich sonderlich interessiert und insgesamt habe ich mit DLC nicht so viel am Hut. Lost on Mars ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie man DLC richtig macht. Und nach der spaßigen Zeit auf dem Mars werde ich mir nun auch die anderen DLCs für Far Cry 5 anschauen.

Far Cry 5 - Lost on Mars DLC Artwork
Far Cry 5: Lost on Mars
Far Cry 5: Lost on Mars ist eine sehr gute Erweiterung, die sich selbst nicht so ernst nimmt und bei einer ordentlichen Spielzeit durchweg unterhält.
Reader Rating0 Votes0
Humor
Ideenreichtum
abgedrehte Nebenmissionen
Obliteratorrrr
Brobot
lange Spielzeit für einen DLC
wenig abwechslungsreiche Gegner
etwas triste Spielwelt
83

Caroline Valdenaire hat Far Cry 5: Lost on Mars auf der Playstation 4 gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde uns freundlicherweise von Ubisoft zur Verfügung gestellt.

Caroline Valdenaire

Caro blickt auf eine abwechslungsreiche Spielekarriere zurück - schließlich darf sie sich schon seit Mitte der 90er ein Zockerweibchen nennen. Am liebsten spielt sie im Team, damit sie dann alle - wie im echten Leben - bemuttern kann. Inzwischen haben es ihr vor allem die Survivalspiele angetan. Bei Gameplane ist sie irgendwie Mädchen für alles, hauptsächlich aber Madame Chefredakteurin.