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Review: Earthbound Beginnings – Eine Zeitreise

Erinnert ihr euch noch an die Zeit Anfang der Neunziger, als der Westen als nicht clever genug angesehen wurde, um mit Rollenspielen wie der Final Fantasy-Reihe umzugehen und deshalb nur abgespeckte Versionen alá Mystic Quest erhalten hat? Die Mother-Reihe hat genau in dieser Zeit ihren Ursprung auf dem NES gehabt. Während Mother 2 als Earthbound wenigstens in den USA erschien, wurde der erste Teil der Reihe nie außerhalb Japans veröffentlicht – jedenfalls bis jetzt, denn einen Tag vor dem offiziellen Beginn der E3 hat Nintendo die Katze aus dem Sack gelassen und Earthbound Beginnings angekündigt, was dann auch innerhalb weniger Stunden den Weg in den Nintendo eShop gefunden hat.

Ein Junge auf Abwegen

Nach 25 Jahren erhalten also auch wir eine lokalisierte Fassung des Rollenspiels. Doch worum geht es überhaupt? Ihr übernehmt die Rolle eines namenlosen Jungen aus der Stadt Podunk. Eines Nachts wird das Haus eurer Familie von einem Poltergeist überfallen, der die Kontrolle über die Möbel übernimmt. Ihr startet das Abenteuer des Baseballschläger-schwingenden Hauptcharakters damit, euch gegen das Interieur zu wehren und die Ursache für diesen Zwischenfall zu finden.

Earthbound Beginnings

Wenn man Earthbound Beginnings zum ersten Mal spielt, kommt es einem vor wie ein Demake des Super Nintendo-Ablegers. Das ist nichtmal böse gemeint, denn das Kampfsystem ist wie gehabt: simpel aber gut, und das komplette Setting ist, wie im Nachfolger, so abstrus, wie auch genial. Ihr kämpft gegen Hippies oder wildgewordene Hunde und lasst euch mit eurem Lieblingsessen heilen.

Good old times

Das komplette Kampfsystem ist dabei rundenbasiert. Das bedeutet, dass erst ihr und dann eure Gegner die Züge ausführen. Das Spielsystem ist dabei, typisch für ein Spiel aus dem Zeitraum, teilweise nicht gut ausgeglichen. So kann es sein, dass ihr bereits am Anfang an relativ starke Gegner geratet, die euch mit wenigen Schlägen ausknocken. Natürlich spielt dabei auch der Faktor Zufall eine große Rolle, denn kritische Angriffe werden nur so, eben zufällig, ausgelöst.

Earthbound Beginnings

Überhaupt fühlt man sich sehr stark an den Zufall gebunden, denn die Kämpfe auf der Karte werden zufällig begonnen. So kann es passieren, dass ihr alle zwei Schritte auf einen Feind trefft, während ihr in anderen Gebieten ungestört umher wandern könnt. Jedoch können wir an dieser Stelle Entwarnung geben, denn Earthbound Beginnings verzeiht, falls ihr mal sterbt – ihr werdet einfach zurückgesetzt, behaltet aber euren kompletten Fortschritt, solange ihr kein Geld bei euch tragt. Sterben werdet ihr aber definitiv, sei es bei Grind-Einlagen, die benötigt werden, um überhaupt weiterzukommen, oder weil der bereits erwähnte Zufalls-Faktor euch den Mittelfinger zeigt und der Gegner euch mit einigen kritischen Treffern auf die Matte schickt. Auch müsst ihr mit neuen Party-Mitgliedern erst einmal eine Runde drehen, damit sie sich eurem Level anpassen können.

Earthbound Beginnings - 2

Insgesamt fühlt man sich aber klar in die Vergangenheit zurückversetzt: Ihr habt oft keine Ahnung, wo ihr eigentlich als nächstes hin sollt und die Steuerung ist teilweise ein wenig umständlich: wenn man sich anschaut, welche Umwege man im Menü gehen muss, um beispielsweise mit einem NPC zu sprechen oder einen Gegenstand zu nutzen. Jedoch sollte man immer im Kopf behalten, dass es sich bei dem Spiel um einen Titel aus dem Jahr 1989 handelt und somit auch das Spielprinzip der damaligen Zeit entspricht. Und eigentlich war der Titel seiner Zeit um einiges voraus.

20 Jahre alte Technik?

Überraschenderweise sieht Earthbound Beginnings wirklich gut aus für einen NES-Titel. Die Farbpalette des Spiels ist natürlich beschnitten, doch insgesamt läuft das Spiel ziemlich flüssig und bietet eine Menge Details für ein Spiel aus der Zeit. Auch die Musik, die aus den Federn von Hirokazu Tanaka und Keiichi Suzuki stammt, zeigt euch, was in den Chips des 8-Bit Systems steckte und wird sich in eurem Gehörgang einnisten. Ebenfalls gelungen ist die Übersetzung aus dem Japanischen. Natürlich gibt es jedoch wieder die schon aus Earthbound bekannten, typischen Nintendo-Zensuren, wie die entfernte Zigarette von den Krähen. Doch alles in allem ist die Umsetzung gelungen, ergänzend dazu erleichtern die Convenient-Features der Wii U das komplette Spiel.

Earthbound Beginnings

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