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Review: Destiny 2 – So wie es damals sein sollte

Am 06. September war es soweit. Destiny 2 erschien endlich und Spieler dürfen sich seitdem in den ewigen Loop des Leveln, Looten, Grinden stürzen. Als eines der AAA-Spiele für das Ende dieses Jahres muss das Spiel aus dem Hause Bungie einiges beweisen, insbesondere ob die Entwickler aus den Fehlern des Vorgängers gelernt haben. Einen Schritt in diese Richtung hat Bungie mit den DLCs zum Vorgänger bereits unternommen, aber Destiny 2 ist nun die neue Messlatte für das Franchise. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen in die Rolle eines Hüters zu schlüpfen und für zahlreiche Stunden auf den verschiedenen Planeten unseres Sonnensystems zu verschwinden. Die Ergebnisse unser langen, sehr langen, Exkursion präsentieren wir euch in dieser Review.

Destiny 2 erschien vorerst nur auf der PS4 und der Xbox One, eine PC-Version wird am 24.10.2017 ebenfalls erscheinen.

Kinoreife(r)

Einer der größten Kritikpunkte des Vorgängers war die mangelnde Handlung. Diese existierte zwar und wäre rein inhaltlich auch gar nicht so schlecht gewesen, wurde aber größtenteils nicht aufgenommen. Das lag hauptsächlich daran, dass Kerninhalte und der gesamte Lore auf die sogenannten Grimoire-Karten ausgelagert wurden. Diese waren nur per App oder auf der Website lesbar. Destiny 2 hat sich dieser Beschwerde angenommen und diesmal eine konkrete Handlung abgeliefert. Unterstützt wird das Abenteuer durch verschiedene Cutscenes und eine authentische Charakterentwicklung. Die verschiedenen Personen sind diesmal also mehr als nur Namen auf Papier, sondern unterhaltsame, nachvollziehbare Figuren mit all ihren Facetten. Manche sind witzig und humorvoll, wie Cayde-6, andere wiederum verzweifelt, charismatisch, ernst, locker oder einfach nur durch den Wind. Dies gefällt uns schon deutlich mehr als im ersten Teil, bei dem wir die Namen der Charaktere direkt wieder vergessen haben.

Destiny 2
Cayde-6 hat den ein oder anderen witzigen Spruch auf Lager.

Die gerenderten Cutscenes sind schön anzusehen und erzählerisch wertvoll. Den Plot selbst möchten wir nicht zusammenfassen, um etwaige Spoiler zu vermeiden. Dieser ist zwar nicht weltbewegend, aber durchaus spannend zu betrachten. Die Handlung kann getrost in die Kategorie Popcorn-Kino einsortiert werden, denn sie weiß zu unterhalten. Destiny 2 ist somit deutlich cineastischer als sein Vorgänger und liefert eine Kampagne, die Spieler zwischen zwölf und sechzehn Stunden begleiten dürfte.

Das Hauptspiel

Neben der Kampagne ist die Welt natürlich noch mit zusätzlichen Inhalten gefüllt, welche die Spieldauer verlängern, aber sie auch weiterhin interessant gestalten. Jeder Planet des Spiels besteht abseits der Main-Quest zunächst mal aus einer großen offenen Karte, die wir theoretisch nach Belieben erforschen können. Praktisch ist hierbei natürlich das Level der feindlichen Truppen zu beachten. Innerhalb dieser Karten finden sich zahlreiche Nebenmissionen, deren Abschluss aber in den meisten Fällen äußerst lohnenswert ist.

Zu diesen Nebenaktivitäten gehören unter anderem kleinere Side-Quests, die einen eigenen Plot erzählen und Charakteren oft etwas mehr Tiefgang bieten. Wie schon im Vorgänger gibt es wieder die sogenannten Patrouillen, die euch mit kleinen Aufgaben durch die Karte scheuchen und euch in gewisser Weise Hilfestellung beim Erforschen bieten. Größentechnisch irgendwo zwischen Patrouille und Side-Quest angeordnet, existieren dann noch die Abenteuer. Mehrere Aufgaben, deren Handlung als klassische Kriegsaktivität dargestellt wird, wie beispielsweise die Sabotage feindlicher Maschinerie, sind hier in der Regel geboten, die aber glücklicherweise durch abwechslungsreichen Ablauf und schöne Dialogen mehr bieten als nur sinnlose Lückenfüller.

Antagonist Ghaul in seiner vollen Schönheit

Von unten nach oben arbeiten

Um zwischen den ganzen Angeboten nicht den Überblick zu verlieren und immer zwischen Main Quest, Side Quest und anderen Aktivitäten entscheiden zu können, wurde die zentrale Schaltstelle des Spiels etwas überarbeitet. Befinden wir uns mit unserem Schiff im Orbit eines der vielen Planeten, können wir wie gewohnt in einer Übersicht aller Planeten ein neues Ziel auswählen. Praktischerweise wurde hier eine Ansicht für Meilensteine hinzugefügt, welche ganze Questlines zusammenfasst und den entsprechenden nächsten Schritt des dazugehörigen Meilensteins anzeigt. Nicht nur der nächste Schritt wird angezeigt, sondern auch der Fortschritt sowie die Belohnungen für den Abschluss. Auf diese Weise ist es ganz einfach immer auf dem aktuellsten Wissensstand zu bleiben, die Übersicht zu behalten, sich mit Mitspielern abzusprechen und mit maximalem Erfolg nach neuer Ausrüstung zu jagen.

Alle Aktionen gipfeln in diese Meilensteine, bis sie letztendlich mit dem Erwerb von besonderem Loot abgeschlossen werden. Sie stellen aber nicht nur eine Übersicht dar, sondern sind auch bestens als roter Pfaden durch das Spielgeschehen geeignet. Die Meilensteine müssen in keiner Reihenfolge angegangen werden, aber hinter deren Anordnung steht doch eine zentrale Struktur, welche einen von Main Quest zu Nebenaktivitäten bis hin zu den Strikes und High-Level-Endgame-Content leitet.

Destiny 2

Endgame-Content

Der entscheidende Punkt bei einem Spiel wie Destiny 2 ist allerdings der Endgame-Content. Spiele dieses Genres müssen für Fans die Möglichkeiten bieten, auch nach Abschluss der Haupthandlung durch kontinuierliches Grinden ihre Ausrüstung durch die seltensten Objekte zu erweitern, sodass sie zum ultimativen Kämpfer werden. Dabei muss eine steigende Herausforderung sowie genug Abwechslung geboten werden. Außerdem darf die Balance nicht fehlen: Es muss für die besonders schweren Herausforderungen ein belohnendes Ergebnis geben, dabei dürfen die stärksten Objekte auch nicht zu oft oder zu einfach auftauchen. Das ist natürlich bei weitem keine leichte Aufgabe, die Destiny 2 aber deutlich besser löst als sein Vorgänger.

Für Neulinge erklären wir kurz das Prinzip. Mit den Erfahrungspunkten steigern wir unseren Level bis zum aktuellen Maximum von Stufe 20. Im Anschluss verdienen wir zwar weiterhin XP, die allerdings nur in gleichmäßigen Abständen Engramme vergeben. Engramme sind verschlüsselte Objekte, die erst entschlüsselt werden müssen, bevor man ihren Wert einsehen und sie gegebenenfalls nutzen kann. Haben wir das höchste Level erreicht, können wir nur noch unser Power-Level verbessern. Dieser berechnet sich aus dem Durchschnitt des Equipments. Dazu zählen sowohl Rüstungsteile als auch Waffen. Ein höheres Power-Level bedeutet also einen erhöhten Schadens-Output, aber auch höheren Widerstand gegenüber feindlichem Feuer. Um an die begehrten besten Ausrüstungsgegenstände zu kommen, gibt es nur einen Weg.

Grind, Loot, Repeat

Der Begriff „Grinden“ bezeichnet das stetige Wiederspielen gewisser Abschnitte, sei es für Erfahrungspunkte, persönliche Verbesserung oder eben das Finden neuer Ausüstung. Was Entwickler dabei erreichen müssen, ist ein bleibender Spaßfaktor trotz der ständigen Wiederholung. In Destiny 2 können beispielsweise die Missionen der Kampagne wiederholt werden, aber eigentlich sind hierfür die Strikes und die Raids vorgesehen.

Strikes sind längere Missionen, die je nach Schwierigkeit 20-30 Minuten in Anspruch nehmen und in einem taffen Bosskampf enden. Als Belohnung für den Abschluss werden dem Spieler jede Menge Ausrüstungsgegenstände geboten, die deutlich über dem durchschnittlichen Loot liegen. Glücklicherweise muss da niemand alleine durch. Die Strikes werden kooperativ mit bis zu drei Spielern absolviert. Wer gerade alleine online ist, findet per Matchmaking dennoch schnell genug Mitspieler.

Eine weitere Stufe darüber steht der Raid „Leviathan“. Am 13.09 wurde dieser erstmals freigeschaltet, die ersten Spieler absolvierten diese schwerste aller Aufgaben in sechs Stunden. Der Raid ist die Spitze der Herausforderungen. Hier werden nicht nur die Shooting-Skills auf die Probe gestellt, sondern auch kombinatorische Fähigkeiten sind nötig, um durch dieses Labyrinth von Feinden und Rätseln zu kommen. Sowohl Strikes als auch Raids sind im Dämmerungs- oder Prestige-Modus spielbar (bestimme Modifier, um die Mission zu erschweren).

Der PvP und die Zukunft

Auch wenn der kooperative Part definitiv den Kernpunkt der Spielerfahrung darstellt, existiert der obligatorische PvP ebenfalls. Im Schmelztiegel dürft ihr euch mit den anderen Hütern messen. Etwas auffällig ist das Balancing, das wohl noch etwas Feinschliff benötigt. Insgesamt gibt es hier keine nennenswerten Unterschiede zu typischen kompetitiven Multiplayer-Spielen. Enthaltene Spielmodi reichen von klassischer Zonen-Eroberung bis hin zum Deathmatch. Alle Hüter-Fähigkeiten können hier genutzt werden, das Equipment ist identisch zum Hauptspiel. Manche Meilensteine können auch Aufgaben innerhalb des Schmelztiegel einschließen.

Destiny 2 ist ein Spiel, das auf eine langanhaltende und dauerhafte Spielzeit baut. Ähnlich wie im Vorgänger sollen im Laufe der Zeit auch zusätzliche Inhalte erscheinen. Aktuell sind im Spiel sechs Strikes enthalten (einer davon PS4-exklusiv) sowie ein Raid. Zusätzlich dazu sind wöchentliche Herausforderungen und andere Events geplant, deren Zeitplan für September bereits bekannt ist.

Die erste Erweiterung „Fluch des Osiris“ soll dabei bereits im Dezember erscheinen und den Planeten Merkur liefern. Neben neuen Story-Missionen gibt es dann natürlich auch weitere Ausrüstungsgegenstände, PvP-Karten und Strikes. Die genauen Details sind allerdings noch unbekannt.

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