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Review: Battlefield Hardline – Räuber und Gendarm

Bisher war die Battlefield-Reihe vor allem für ihre riesigen Schlachten in einem virtuellen Krieg bekannt. So wurden Schlachtfelder im Vietnam-, dem zweiten Weltkrieg, aber auch fiktive Schlachten in der Zukunft oder der Gegenwart von den Mannen von DICE abgebildet. Mit Battlefield Hardline legt nicht nur ein anderes Studio, in Form von Visceral Games, Hand an die Reihe an, sondern auch das Setting wird aus dem Dschungel und der Wüste in eher urbane Gefilde, wie Städte, Banken oder Sümpfe gelegt. Abseits des Mehrspielermodus haben die Dead Space-Entwickler den Fokus auf einen Storymodus gelegt, der an Serien wie CIS erinnern soll. Ob dieser Spagat zwischen packender Geschichte, dem Episodenformat und der Mehrspielergaudi gelungen ist und ob der Titel in einem ähnlich desaströsen Zustand wie sein Vorgänger zum Release ist, erfahrt ihr in unserem Test zu Battlefield Hardline.

 Welcome to the Underground

In den zehn Episoden des Einzelspielermodus übernehmt ihr die Rolle des Cops Nicolas Mendoza, seines Zeichens Mitarbeiter des Drogendezernats in Miami. Schnell erfahrt ihr, dass ein heftiger Drogenkrieg zwischen verschiedenen Banden tobt und einer eurer Kollegen ein Maulwurf eines der Kartelle ist. Ihr verbringt also den ersten Teil des Spiels damit den Verräter zu enttarnen, um wenig später selbst verdächtigt und verurteilt zu werden. Ab diesem Moment heißt euer Ziel: Rache nehmen und den Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen.

Battlefield Hardline Nick

Ihr merkt schon, dass die Geschichte von Battlefield Hardline keinen Innovationspreis gewinnt, zu allem Überfluss macht es einem das Spiel nicht einfach die Figuren zu mögen oder überhaupt einen Überblick zu bekommen, wer mit wem weshalb agiert. Falls ihr euch von den ganzen Namen der Drogenbosse und sonstigen Zwielichtigen überfordert fühlt, können wir euch beruhigen, dass es uns genauso ging. Auffallend ist, dass die Charakterentwicklung im Verlauf der Geschichte ziemlich holprig von statten geht und ihr, während gerade eine Schießerei stattgefunden hat, direkt erfahrt, dass euer Kollege eine schwere Kindheit hatte, sodass euch die Schicksale der Charaktere beinahe egal sein werden.

Genauso schräg, wie die Geschichte der Figuren, mutet eines der besonderen Features von Battlefield Hardline an. Falls ihr nicht sofort schießt, sondern taktisch klug einen Feind überrumpelt, könnt ihr ihn dazu bringen sich zu ergeben und ihn festnehmen, um mehr Punkte für das Kapitel zu kassieren. Was bei einzelnen Gangstern noch Sinn macht, wird bei größeren Gruppen von Gegnern oder im Unterschlupf von Gangs ad absurdum geführt. Denn auch dort ergeben sich die Gegner, statt dass sie euch einfach eine Ladung Blei zukommen lassen. Wenn ihr Wert darauf legt, könnt ihr vielen Feinden auch ausweichen und ohne Kämpfe durch das Level wandern, was sich aber am Ende negativ auf das Punktekonto auswirkt. Diese Punkte, die ihr übrigens auch erhaltet, wenn ihr den Einsatzort genau absucht, könnt ihr im Anschluss für Goodies und neue Waffen ausgeben, damit ihr stets die Oberhand im Kampf gegen die Schurken behaltet.

Battlefield Hardline Gangster

Ein weiteres Lowlight der Kampagne sind die einzelnen Gebiete, in denen ihr spielt, denn diese bleiben klar hinter denen des Vorgängers zurück. Natürlich ist man als Drogenpolizist nicht in einer riesigen Schlacht in Dschungeln unterwegs, doch hätten die Entwickler von Visceral Games ein besseres Auge für Details haben können, als euch zum x-ten Mal in eine Lagerhalle oder auf einen Hinterhof gegen Hobby-Gangster in den Kampf zu schicken.

Ein Kommentar

  1. Benjamin Fleschenberg
    Benjamin Fleschenberg

    Selbst etwas bei Kollegen gespielt und ich bin recht froh dafür kein Geld ausgegeben zu haben. Nicht das Hardline grottenschlecht wäre, dafür ist dann wohl auch das Budget zu groß und mit dem Geld fällt es schwer einen wirklichen Reinfall zu produzieren. Das Problem ist aber die simple Einfallslosigkeit die hier als eigenständiges Spiel verkauft wird. Als Addon für 15-20€ würde Hardline wesentlich besser funktionieren. Für mich hat Hardline aber als eigenständiges Spiel keine Daseinsberechtigung. 70 Euro nur für das Spiel (von Premium wollen wir mal nicht erst reden) sind mir da viel zu viel. Das weiss man wohl auch bei EA und versucht Spieler mit 33% Rabbat zu locken. Das spricht nicht unbedingt dafür das sich Hardline grandios verkauft.

    So bleibt für mich Hardline das Argument warum man 2015 keine Spiele von EA kaufen sollte.

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