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Review: Battle Chasers: Nightwar – Herausfordernder Augenschmaus!

Was viele wohl nicht wissen: Battle Chasers: Nightwar ist an die namensgleiche Comic-Reihe vom Darksiders-Zeichner aus den 90ern angelehnt. Und diese eingestellte Comic-Serie wurde nun als Fantasy-JRPG und Dungeon Crawler mit klassischen Rundentaktik-Kämpfen wiedererweckt. Wie all diese Elemente umgesetzt wurden und ob sie harmonieren, erfahrt ihr in unserem Test zu Battle Chasers: Nightwar.

Ein lebendiger Comic!

Auch wenn der Titel auf einer alten Comic-Reihe basiert, benötigt ihr keinerlei Vorwissen. Fans der Comic-Reihe hingegen können sich freuen, die altbekannten Protagonisten endlich wiederzusehen. Jahre sind bereits vergangen, als der große Krieger Aramus verschwand. Zurück blieb nur seine Tochter Gully, die die unglaublich mächtigen Handschuhe ihres Vaters erbte. Zusammen mit dem Magier Knolan, seinem mysteriösen Partner Calibretto, dem Schwertkämpfer Garrison und Monika treten die Helden eine Reise an, um Gully zu beschützen und um mehr über Mana zu erfahren. Als sie mit ihrem Luftschiff zur Halbmondinsel fliegen, werden sie jedoch von Piraten attackiert. Gully, Calibretto und Garrison fallen vom Luftschiff, die alle dank eines Portals durch Knolans Magie sicher landen. Dadurch wird die Gruppe erst einmal getrennt. Gully erwacht letztendlich an einem unbekannten Ort und trifft wenig später auf Garrison und Calibretto, die sich dann gemeinsam auf die Suche nach Monika, Knolan und dem Rest der Luftschiffbesatzung machen.

Die Cutscenes wurden in einem sehr charmanten Comic-Stil animiert und erzählt, aber auch sonst ist das Spiel ein Hingucker. Das wunderschöne Artdesign sieht einfach umwerfend aus und selbst nach einigen Spielstunden hat man sich von dem Zeichenstil, dem Detailreichtum und den großartig gewählten Farben nicht satt gesehen. Die US-Comicserie sowie das Artdesign stammen von Joe Madureira, der auch als Creative Director bei der Darksiders-Reihe mitgewirkt hat. Vielleicht sind gerade deswegen einige Ähnlichkeiten am Artdesign vorzufinden. Ansonsten hat Battle Chasers recht wenig mit Darksiders zu tun, bis auf die Schwierigkeit vielleicht. Letztendlich lässt sich sagen, dass Battle Chasers: Nightwar eine Kombination aus Darksiders und Final Fantasy ist.

Battle Chasers: Nightwar
Die Cutscenes sind wie ein lebendiger Comic.

Der Titel orientiert sich beim Charakterdesign sowie den rundenbasierten Kämpfen klar an japanischen Rollenspielen, wie eben bei alten Titeln der Final Fanrasy-Reihe. Auch wenn manch einer vielleicht denkt, dass klassische, rundenbasierte Kämpfe derweil total außer Mode sind, ist dies ein Irrtum. Unerfahrene JRPG-Spieler werden vermutlich eher frustriert sein, erfahrene Spieler werden Freude an der Herausforderung haben, denn hier kommt es wirklich auf eine gute Taktik an. Jeder Zug muss gut überlegt sein und ihr solltet wirklich jeden Gegner ernst nehmen. Nicht nur die Bosskämpfe, sondern auch ganz normale Gegner, denn auch bei diesen könnt ihr böse auf die Nase fallen, wenn ihr die Gegner auf die leichte Schulter nehmt.

Einer nach dem anderen

Mit einer Gruppe aus drei Protagonisten zieht ihr in die Kämpfe, die, klassisch wie bei einem JRPG, auf einem separaten Schlachtfeld stattfinden. Der Initiative-Wert der Gegner und die eures Helden-Trios bestimmt die Reihenfolge der Kämpfer. Wer als nächstes mit seinem Zug dran ist, seht ihr zudem links eingeblendet. Neben dem Initiative-Wert gibt es natürlich auch die typischen JRPG-Werte wie Angriff, Verteidigung, Magische Verteidigung und mehr – welche bei jedem Charakter etwas anders ausfällt. Garrison ist beispielsweise eher der starke Angreifer, während Calibretto heilen kann und Gully mehr als Tank fungiert, da sie stark in der Abwehr ist. Ist einer eurer Kämpfer am Zug, wählt ihr eine Aktion für ihn aus. Hier gilt es sehr stark zu taktieren und genau zu überlegen, welche Aktion ihr wählt. Es gibt Aktionen, die euch keine Manapunkte kosten, aber auch welche, die wertvolle Manapunkte verbrauchen, dafür aber meist stärker sind oder gar mehrere Gegner treffen. Des Weiteren ist auch die Schnelligkeit der Aktionen relevant, denn es gibt Aktionen, die sich sofort ausführen lassen, aber auch welche, die sehr langsam ausgeführt werden und somit beispielsweise eine Runde brauchen.

Mit normalen Angriffen, die keine Manapunkte kosten, bekommt ihr sogenannte Kraftreserven, welche man als zusätzliche rote Manaleiste ansehen kann. Durch diese könnt ihr im Kampf auch ohne Tränke wieder Mana zurückgewinnen. Klingt im ersten Moment overpowert, ist es aber nicht, da euer Mana besonders bei starken oder vielen Gegnern schnell aufgebraucht wird. Zudem werdet ihr nicht nach jedem Kampf geheilt. Ihr müsst mit eurer angeschlagenen Gruppe meist sehr viele Gegner plätten und daher sehr sparsam mit dem Mana umgehen, wenn ihr nicht gerade teure Tränke im Überfluss habt. Zudem behaltet ihr das rote Mana nur im aktuellen Kampf und müsst euch dieses im nächsten Kampf wieder erneut ansammeln. Besonders in den Dungeons ist das eine große Herausforderung, da ihr dort auf sehr viele Gegner trefft und ihr erst kurz vor dem Bossfight einen einmaligen Heilstein findet.

Battle Chasers: Nightwar
In den Kämpfen ist viel Taktik gefragt. Jeder Zug sei wohl überlegt.

Das Kampfsystem ist sehr gut durchdacht, da sich die einzelnen Fähigkeiten der Charaktere ergänzen und dadurch, dass man jeden Gegner ernst nehmen sollte, das Kampfsystem nie langweilig wird. Auch verschiedene Statuseffekte wie Gift oder Bluten gibt es. Auch hiermit lässt sich viel taktieren, da es beispielsweise Angriffe gibt, bei denen ihr mehr Schaden anrichtet, wenn euer Gegner unter dem Statuseffekt Bluten leidet. Mit jeder Aktion ladet ihr zudem eine Leiste auf. Wenn diese voll ist, kann einer eurer Kämpfer eine Spezialaktion ausführen. Auch diese variieren stark, so startet Garrison beispielsweise einen mächtigen Angriff, während Gully mit ihrer Spezialaktion die gesamte Gruppe mit einem Schutzschild belegt. Dabei müsst ihr je nach Situation abwägen, welche Spezialaktion nun klüger ist. Das Kampfsystem ist flüssig und trotz Rundenstrategie und viel Taktik gehen die Kämpfe schnell vonstatten und sind zudem hervorragend animiert.

Malerisches Artdesign

Battle Chasers: Nightwar ist in zwei Spielebenen aufgeteilt. Zum einen lauft ihr mit euren Charakteren über eine Weltkarte, bei der ihr ebenfalls Monstern begegnet, Städte besucht, mit Leuten redet und alles wirkt, als hätte der Künstler die Weltkarte erst frisch mit Pinsel und Farbe gezeichnet. Zum anderen gibt es die Dungeons oder Erkundungsbereiche, bei denen ihr à la Diabolo durch die Gegend lauft. Sehr positiv fällt hier auf, dass ihr für jedes Dungeon den Schwierigkeitsgrad bestimmen könnt. Je schwieriger der Schwierigkeitsgrad, desto besser fällt die Beute aus, die ihr in den Dungeons finden könnt. In Echtzeit erkundet ihr dann das Gebiet, trefft auf etliche Gegner, findet Materialien oder auch Ausrüstung und müsst hier und da auch die ein oder andere Falle oder Rätsel für zusätzliche Belohnungen meistern. Alle Helden haben zudem spezielle Dungeon-Fähigkeiten. Die Dungeons sind zufallsgeneriert, womit sie einen hohen Wiederspielwert besitzen. Zufallskämpfe gibt es nicht, da sämtliche Gegner sowohl in den Dungeons als auch auf der Weltkarte ersichtlich sind. Sobald ihr einen Gegner berührt, wechselt ihr in den Kampfbildschirm. Etwas frustrierend ist es allerdings, wenn ihr in den Dungeons sterbt, da ihr dann nochmal durch das komplette Dungeon laufen müsst. Zwar bleibt euer Fortschritt im Dungeon, wie die Materialien, die ihr gefunden oder Truhen, die ihr geöffnet habt, gespeichert, aber durch die Gegner müsst ihr euch dennoch wieder durcharbeiten. Da die Kämpfe ohnehin nicht ganz leicht sind, ihr mit eurer Truppe ohne Heilung etliche Kämpfe überstehen müsst und somit mit euren Lebens- und Manapunkten arrangieren müsst, kann das vor allem Neueinsteiger des Genres sehr frustrieren. Nach Belieben könnt ihr die Dungeons zudem zurücksetzen oder eben später in einem anderen Schwierigkeitsgrad erneut versuchen.

Viele JRPG-Fans sind genervt von Gegnern, die irgendwann zu schwach sind, aber bei denen man trotzdem gezwungen wird, diese zu bekämpfen. Battle Chasers: Nightwar hat hier eine erfreuliche Lösung. Wenn eure Truppe irgendwann für gewisse Gegner zu stark ist, werdet ihr vom Spiel gefragt, ob ihr überhaupt gegen diese schwachen Gegner antreten wollt. Auch ein Crafting-System bietet das Spiel. So findet ihr im Verlauf sehr viele Rohstoffe und später auch Rezepte, um bessere Ausrüstung oder Tränke herzustellen. Hierbei könnt ihr sogar herumexperimentieren, da ihr euch nicht exakt an die Richtlinien der Rezepte halten müsst. Allerdings riskiert ihr dadurch auch einen Fehlschlag. Sollte euch die Herstellung dennoch gelingen, könnt ihr besondere Zusatzeigenschaften erhalten.

Weiterhin sehr positiv fällt der großartige Soundtrack auf, der einem garantiert in Erinnerung bleibt und sich vor allem bei den Bosskämpfen grandios anhört und die Spannung des Kampfes untermalt. Auch eine deutsche Synchronisation ist vorhanden, die sich ebenfalls erstaunlich gut anhört und sehr passend zu den Charakteren gewählt wurde. Schade ist es hierbei allerdings, dass nicht alle Texte vertont wurden. Beispielsweise in den Nebenquests oder vereinzelten Gesprächen wurde darauf verzichtet.

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