Home » Artikel » Review: Assassin’s Creed Chronicles India – Etwas anderes

Review: Assassin’s Creed Chronicles India – Etwas anderes

Seit einigen Tagen nun ist Assassin’s Creed Chronicles India erhältlich. Das Spiel ist Teil der Chronicles Trilogie, der Vorgänger spielt gegen Ende der Ming-Dynastie in China während der Nachfolger in Russland spielen wird. Dieses Mal befinden wir uns im Indien der Mogulzeit, die Briten erbauen im Rahmen ihrer umfangreichen Expeditionen eine Industrie auf dem Subkontinent, die die hiesigen Fabriken still legt und Millionen Inder durch rücksichtslose Ausbeutung verhungern lässt. Zwischen warmer Atmosphäre und exotisch anmutenden Tieren und Pflanzen bietet Assassin’s Creed Chronicles India eine Geschichte rund um Diamanten und Prinzessinen, die es zu beschützen gilt.

Assassin's Creed Chronicles India 1

Wie aus 1001 Nacht

Im Klartext heißt das, dass wir dieses Mal in die Rolle von Arbaaz Mir schlüpfen, welcher im Amritsar des 19. Jahrhunderts gleich mehrere Ziele verfolgt. Zum einen gilt es den Koh-i-Noor zu beschaffen, ein wertvoller Diamant und gleichzeitig ein Edensplitter. Zum anderen muss er, das heißt, müssen wir unsere Geliebte, Prinzessin Pyara Kaur und unseren Mentor Hamid beschützen. Die East India Company, von Templern unterwanderte Briten, die in Indien Kolonien errichten, um ihre Vorherrschaft zu erweitern, und so eine Auseinandersetzung mit dem hiesigen Reich provozieren, setzt uns ebenfalls zu. Außerdem gilt es heraus zu finden, was die Templer planen und eben diese Pläne zu vereiteln, um die Assassinenbruderschaft zu schützen. Es gibt einiges zu tun und das Spiel geleitet uns stetig durch diese Geschichte. Hinter der Fassade einer allumfassenden Story reduziert das Spiel diese auf eine bloße Umrandung, die das Setting und die Cut Scenes bestimmt, im Grunde aber schnödes Beiwerk ist.

Dabei hat die Geschichte, so klischeebehaftet sie auch sein mag, durchaus Potenzial. Durch die Rettung der Prinzessin und dem Kampf gegen das allmächtige und omnipräsente Imperium verleiht die Story dem Spiel einen Hauch Märchenhaftigkeit. Und genau das ist es, was ein Spiel wie Chronicles India braucht: eine fast schon vergeudete Idee, eine Story, die vielen Spielern entfernt bekannt vorkommt, die leicht zu verarbeiten ist, aber genug Konflikte bietet, um spannend zu bleiben. Denn bleiben wir realistisch: Ein Spiel wie Chronicles India lebt nicht von der Story und ist nicht auf eine angewiesen – es lebt vom Gameplay und genau das steht hier auch im Vordergrund.

Lauf, kleiner Assassine

Im Gegensatz zu anderen Teilen der Assassin’s Creed Saga ist die Chronicles-Reihe nicht Open World, sondern ein Jump’n’Run. Dabei laufen und springen wir jedoch nicht nur, sondern kämpfen, verstecken, klettern und öffnen Truhen. Nach einer kurzen Einleitung in das Spiel (die wiederum nach einer kurzen Sequenz, die die Geschichte durch Off-Stimmen und Bilder kurz erläutert, kommt) können wir direkt los legen. Langsam legt uns das Spiel einen Stein nach dem anderen in den Weg und erklärt ganz nebenbei die Tastenfunktionen. Um so flüssig und elegant durch den Palast und dessen Ländereien zu schleichen, wie es der Trailer suggeriert, bedarf es allerdings einiger Übung. Um aber möglichst viele unterschiedliche Spieler zu beglücken, gibt es mehrere Tasten mit der gleichen Funktion (beispielsweise kann man sich wahlweise mit D oder rechtem Pfeil vorwärts bewegen), sodass jeder so spielen kann, wie es für ihn oder sie am besten geht. Natürlich sieht das mit einer Controller Steuerung gleich ganz anders aus, mit einem Gamepad ist es nicht nur simpler, sondern auch intuitiver. Tastatur und Maus sind eben doch nur für Shooter das Wahre.

Assassin's Creed Chronicles India 3

Die Spielmechanik ist genau wie in den meisten anderen Teilen auch: Dem Assassinen stehen diverse Instrumente zur Verfügung, der offene Kampf sorgt schnell für eine Desynchronisation, alarmierte Waffen sind nervig, weil sie dich töten wollen und in jedem Versteck finden können, aber das Klettern ist relativ leicht, bietet hier und da aber anspruchsvollere Passagen, in denen ein wenig Nachdenken gefragt ist, um ungesehen das Ziel zu erreichen. Der Spielfluss wird dabei maßgeblich von der Perspektive beeinflusst, sodass sich Chronicles India doch von anderen Spielen der Reihe unterscheidet. Beispielsweise gibt es nur zwei Möglichkeiten: Nach vorne oder nach hinten. Natürlich ist das sehr überspitzt dargestellt, es gibt ja schließlich noch oben und unten. Und dann wird dem Subkontinent auch noch eine halbe weitere Dimension beschert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Auch interessant!

Star Wars Battlefront

Star Wars: Battlefront – Bald im Vault

EA fügt bald einen neuen Titel den Spielen im Vault hinzu. Star Wars: Battlefront wird ...