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Review: A Way Out – Actionreiches und emotionales Koop-Abenteuer

Schon der erste Trailer zu A Way Out konnte die Menge begeistern und versprach ein innovatives und interessantes Koop-Erlebnis von den Entwicklern Hazelight, die bereits für Brothers: A Tale of two Sons verantwortlich waren. Bewusst traf man bei A Way Out die Design-Entscheidung das Spiel ausschließlich im Koop erleben zu können, nicht als Singleplayer. Ob sich der gemeinsame Gefängnisausbruch und diese Konzeptentscheidung wirklich lohnt und bezahlt macht, erfahrt ihr in unserem Test zu A Way Out.

Der Weg nach draußen!

Um A Way Out spielen zu können seid ihr zwingend auf einen zweiten Spieler angewiesen, denn es gibt keinerlei Möglichkeit den Titel im Singleplayer zu spielen. Dafür könnt ihr sowohl Online als auch Lokal mit einem Freund dieses Abenteuer erleben.

Auch die Freundschaft zwischen den beiden Protagonisten Leo und Vincent wirkt zunächst erzwungen, die sich im Gefängnis erstmals über den Weg laufen. Charakterlich sind die beiden sehr unterschiedlich und bilden gerade deswegen ein sehr interessantes und teils auch amüsantes Team, welches der Story den nötigen Schliff verleiht. Leo übernimmt die Rolle des sarkastischen und selbstbewussten Draufgängers, während Vincent eher einen kühlen und disziplinierteren Kopf bewahrt. Die Persönlichkeiten spiegeln sich im Laufe der Story sehr gut wieder.

A Way Out
Leo und Vincent sind charakterlich sehr verschieden.

Von Fremden zu Freunden

Leo und Vincent treffen im Gefängnis zunächst mehrfach aufeinander, ehe sie sich dazu entschließen gemeinsam einen Weg raus zu finden und einsehen, dass sie nur als Team eine Chance auf die Flucht haben – zumal sie – ihrer Meinung nach, zu Unrecht im Gefängnis sitzen und wie sich herausstellt einen gemeinsamen Feind haben. Nach dem mühseligen Gefängnisausbruch, der nur einen kleinen Teil des Spiels ausmacht, folgt die gemeinsame Flucht und Rache. Im Laufe dieser Geschichte müssen beide immer verzwicktere Situationen lösen,  wodurch eine Freundschaft zwischen den beiden Charakteren entsteht, die sich zu einer emotionalen und actionreichen Geschichte entwickelt.

A Way Out bietet zwar nur eine Spieldauer von ca. 6 Stunden (je nachdem wie viel Zeit ihr in das Erkunden der einzelnen Passagen investiert) Für diese 6 Stunden jedoch hat Hazelight tief in die Hollywoodfilmtrickkiste gegriffen und alles aufgefahren. Von Höhen und Tiefen, emotionalen Momenten, rührenden Familienhintergründen und actiongeladenen Passagen, bis hin zu überraschenden und herzergreifenden Plot-Twists, ist alles mit dabei. Wer also viel Gameplay und wenig Drumherum möchte, der ist bei A Way Out an der falschen Adresse, denn hier spielt die stark gescriptete Geschichte und die emotionale Bindung zu den Charakteren eine sehr wichtige Rolle und auf diese Geschichte und deren Charaktere muss man sich voll und ganz einlassen.

Von allem etwas

Gameplaytechnisch ist A Way Out sehr abwechslungsreich, da man viele verschiedene Passagen eingebunden hat, weswegen es schwierig ist A Way Out spezifisch einem Genre zuzuordnen. Zwar ist der Titel als Third-Person-Adventure eingestuft, bietet aber viel mehr als das. Von Stealth-Missionen über Third-Person Shooter-Action, wilden Verfolgungsjagden mit Fahrzeugen oder zu Fuß bis hin einigen Quicktime-Events. Das sorgt für viel Abwechslung im Gameplay und so fühlt sich jede neue Passage erfrischend anders und überraschend an. Wirklich herausfordernd sind die einzelnen Gameplay-Elemente zwar nicht, machen aber zu zweit unheimlich viel Spaß und sorgen auch für den ein oder anderen Lacher auf dem Sofa. Für erfahrene Spieler hätte sich ein anpassbarer Schwierigkeitsgrad angeboten, den Hazelight leider nicht eingefügt hat – auch wenn die Umsetzung des Gameplays dennoch sehr gelungen ist. Man hat sich spürbar und intensiv Gedanken darum gemacht all diese Gameplay-Elemente im Koop sehr gut umzusetzen und glaubhaft rüberzubringen, dass man stets aufeinander angewiesen ist. Das Zusammenspiel der Charaktere wie Spieler ist stets stimmig und innovativ umgesetzt. Beispielsweise muss ein Spieler mit einer Feile ein Loch in die Gefängniswand schlagen, während der andere Schmiere steht. Später unterscheiden sich manche Gameplay-Komponenten sogar – je nachdem ob ihr die Rolle von Leo oder von Vincent übernehmt – wodurch ein Wiederspielwert erzeugt wird. Bei einer Flucht mit einem Pickup übernimmt beispielsweise ein Spieler die Kontrolle des Fahrzeugs, während der andere mit einer Schrottflinte auf Verfolger ballert.

Gemeinsam durch Dick und Dünn

Die Story und Gameplay-Passagen sind zwar sehr linear und gescriptet, warten aber mit sehr viel Liebe zum Detail auf. A Way Out legt großen Wert und starken Fokus auf eine gut inszenierte, actionreiche wie emotionale Geschichte. Die Entwickler haben sich deutlich Mühe gegeben. Wer das Spiel also durchrusht wird schnell mit der Geschichte durch sein, allerdings gibt es sehr viel zu entdecken obwohl A Way Out so linear ist. Ihr könnt etliche Minispiele finden oder andere Dinge und Personen mit denen ihr interagieren könnt und einige versteckte Trophäen jagen, die ihr nur bekommt, wenn ihr euch gut umseht und nicht nur durch die einzelnen Räume und Passagen rennt. Allgemein liegen die Stärken von A Way Out im Detail und in der Präsentation.

Da ihr innerhalb des Spiels euch auch oft untereinander absprechen müsst, ist es verständlich, dass man auf ein Matchmaking-System verzichtet hat, da es mehr Spaß und Sinn ergibt, wenn man das Abenteuer mit einem bekannten Freund erlebt, mit dem man sich absprechen kann. Immerhin benötigt ihr auch nur ein Spiel um gemeinsam spielen zu können, egal ob Online oder auf dem Sofa. Online muss sich euer Mitspieler lediglich die Demo von A Way Out herunterladen und von euch eingeladen werden. Es muss also nur einer zwingend den Titel erworben haben.

Im Verlauf des Spiels gilt es auch Entscheidungen zu fällen. Entscheidet ihr euch für den Weg von Leo oder für Vincent? Auch hier gilt es mit eurem Mitspieler sich abzusprechen, da ihr euch nur gemeinsam für einen Weg entscheiden könnt und diesen dann gemeinsam gehen müsst. Zwar werden diese Entscheidungen keinen relevanten Einfluss auf die Story nehmen, unterscheiden sich aber ein wenig in den Gameplay-Passagen und heben den Wiederspielwert ein wenig an. Im Prinzip habt ihr die Wahl zwischen zwei Lösungswegen. So könnt ihr euch beispielsweise bei einer gesperrten Brücke entscheiden ob ihr den direkten, riskanteren Weg von Leo wählt und mit einem Polizeiauto durch die Sperre fahrt oder die sichere Variante von Vincent und euch entlang der Brücke schleicht. Auch wenn die Entscheidungen keinen Einfluss auf die Story haben, ist es dennoch spannend sich gemeinsam für einen Weg zu entscheiden und macht auch neugierig welche andere Szene man durchspielt wenn man sich für den anderen Weg entscheidet. Des Weiteren liefert der Titel sogar zwei verschiedene Endings, die allerdings nicht von euren vorherigen Entscheidungen abhängen.

A Way Out
Leo und Vincent haben ab und an unterschiedliche Lösungsansätze.

Action, Emotionen und großartige Präsentation

A Way Out ist in seiner Präsentation durchweg stimmig, hervorragend und gar einzigartig. Die zwei Protagonisten Leo und Vincent fügen sich charakterlich großartig in die Geschichte ein sowie deren wachsende Freundschaft und den teils sehr witzigen Schlagabtausch, den sie sich liefern. Auch optisch kann sich A Way Out absolut sehen lassen und liefert abwechslungsreiche und wundervolle Kulissen. Egal ob von düsteren Gefängnisräumen über malerische Wälder und Berge, die im Sonnenuntergang glänzen, bis hin zu den mexikanischen Tropen. Der Grafikstil von A Way Out ist fantastisch, atmosphärisch und zeitlos. Abgerundet wird das Ganze von einem stimmigen Soundtrack und einer herausragenden englischen Synchronisation. Eine deutsche Synchronisation gibt es zwar nicht, aber dafür deutsche Untertitel.

A Way Ouz
Optik und Atmosphäre sind stimmig.

Besonders spektakulär und großartig in Szene gesetzt sind die Kameraschwenks. Egal ob ihr den Titel Online oder Lokal spielt, werdet ihr ein Splitscreen sehen, der dynamisch umgesetzt wurde, da es öfters mal cineastische Kameraschwenks und –fahrten gibt zwischen Leo und Vincent. Mal verschwindet der Splitscreen für eine Vollscreen-Sequenz, mal vergrößert sich der Splitscreenausschnitt von Vincent oder Leo, je nach Situation und Wichtigkeit. Es verleiht den einzelnen Szenen sehr viel Dynamik und macht den Titel in der Hinsicht auch etwas einzigartig.

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