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Preview: We. The Revolution – Vive la France!

29. August 2018

Preview: We. The Revolution – Vive la France!

Paris, 1794. Wir befinden uns in We. The Revolution inmitten der französischen Revolution. Wir, ein kleiner Richter, müssen über Leben und Tod vermeintlich unwichtiger Bürger bis hin zu einflussreichen Politikern entscheiden. Dabei dürfen wir Intrigen schmieden, um die Geschichte zu unserem Wohl zu beeinflussen, dürfen aber nicht über die Stränge schlagen, da wir sonst selbst unseren Kopf verlieren könnten.

Freiheit

We. The Revolution könnte man in Bezug auf das Gameplay als eine Mischung aus This is the Police und Orwell beschreiben. Den Großteil des Spiels verbringen wir mit Blick auf den Angeklagten und entsprechende Beweise im Gericht. In den Notizen zum jeweiligen Fall müssen wir wichtige Stichpunkte herausfiltern und diese dann verknüpfen, um dem Angeklagten Fragen stellen zu können. Die Angeklagten können entweder freigesprochen, zu einer Haftstrafe verdonnert oder zur Todesstrafe verurteilt werden.

Unsere Fragen haben einen maßgeblichen Anteil daran, wie die anwesende Jury den Fall einschätzt. Das gefällte Urteil wiederum nimmt Einfluss auf die Meinung der in Paris ansässigen Fraktionen, die Revolutionäre oder das gemeine Volk. Manchmal gibt es auch weitere Fraktionen, die einem besonderen Fall zugeordnet sind.

We the Revolution Screenshot

Entsprechend könnt ihr selbst entscheiden, welchen Weg ihr einschlagen wollt. Ihr könnt den vorbildlichen Richter spielen, der genügsam alle Fragen und Zeugen durchgeht, dadurch aber den Zorn der Menge auf euch ziehen, wenn eine Verhandlung zu lange dauert. Ihr könnt durch kluge Fragen die Jury so beeinflussen, dass sie das gewünschte Urteil bevorzugt, welches euch bei einer bestimmten Fraktion Pluspunkte beschert. Oder ihr seid ein korrupter Richter, der sich nicht um die Details schert, die Fälle nach und nach abhakt und damit vermutlich geradewegs auf die Lynchjustiz der Bevölkerung hinarbeitet. Diese sieht es nämlich gar nicht gern, wenn Unschuldige verurteilt oder wichtige Politiker verschont werden.

Habt ihr entsprechende Beweise gesichtet und Zeugen befragt, müsst ihr euer Urteil fällen. Am Ende des Prozesses wird eure Gründlichkeit bewertet. Wie viele Fragen habt ihr freigeschaltet? Wie genau habt ihr den Bericht zum Fall ausgefüllt? Und welche Effekte hat eure Entscheidung auf Paris? Nach einem langen Arbeitstag werden die dortigen Ereignisse beim Abendessen in eurem trauten Heim besprochen. Danach dürft ihr auf der Karte von Paris eure Agenten umherschicken, die euch die Sympathien der Bevölkerung sichern sollen. Für Gröberes könnt ihr auch Schläger umhersenden, die sich um gegnerische Agenten kümmern. Je mehr Distrikte ihr dabei sichert, desto höher wird euer Einfluss auf Paris.

Gleichheit

In We. The Revolution ist es sehr wichtig, dass ihr auf ausgewogene Entscheidungen hinarbeitet. Jede der Fraktionen hat eine Art Sympathiebalken, den es zu füllen gilt. Dadurch erhaltet ihr nicht nur Reputationspunkte, sondern ebenfalls Einfluss in den Pariser Distrikten. Diesen Einfluss braucht ihr wiederum, um im Gerichtssaal Boni zu erhalten oder Schwächen eurer Gegner aufzudecken, wodurch diese bestechlich werden. Doch auch Zufallsereignisse ermöglichen euch entsprechende Bonuspunkte. Diese sind allerdings auch riskant, da sie mögliche Konsequenzen nach sich ziehen.

We the Revolution Screenshot

In einem Fall sollten wir darüber entscheiden, ob wir den Pariser Wachen den Schießbefehl erteilen, sollten sie sich in einer Notlage befinden. Im ersten Durchgang entschieden wir uns dagegen, was den Tod einer schillernden politischen Persönlichkeit nach sich zog und am Folgetag mit einem nicht damit zusammenhängenden Gerichtsfall quittiert wurde. Im zweiten Durchgang erlaubten wir die Gegenwehr, wodurch der diensthabende Offizier am nächsten Tag vorgeladen wurde, da er für den Tod von 34 Revolutionären verantwortlich gemacht wurde.

Brüderlichkeit

In Zeiten einer Revolution ist sich jeder selbst der Nächste. Durch mögliche Intrigen können wir aber auch dafür sorgen, dass ein vermeintlich weniger furchterregender Gegenspieler die Bühne betritt, während ein anderer von uns zur Guillotine begleitet wird. Unsere Entscheidungen beeinflussen nicht nur Individuen, sondern die gesamte Pariser Bevölkerung. Fühlt sich diese betrogen, kann es durchaus zu Revolten in den Bezirken kommen, die wir so schnell wie möglich eindämmen sollten, damit sich der Hass des kleinen Mannes nicht auf weitere Bezirke ausbreitet und uns am Ende sogar unseren Posten kosten könnte.

We the Revolution Screenshot

Um die Bevölkerung auf unsere Seite zu ziehen, stehen uns in der finalen Version von We. The Revolution um die sechs Stunden Spielzeit zur Verfügung. Rund 100 einzigartige Fälle warten darauf, von den Hobby-Richtern gelöst zu werden. Auch wenn die gamescom-Demo nur fünf der 100 Tage beinhaltete, bestach diese durch eine große Freiheit bei den möglichen Entscheidungen, was bereits darauf hindeutet, dass man durchaus einen gewissen Wiederspielwert erwarten darf. Dies wird durch mehrere Spielenden noch unterstrichen.

Vermutlich im Herbst 2018 wird We. The Revolution für PC und Mac erscheinen.

Fazit

Caroline ValdenaireSeit Anfang 2017 verfolge ich nun schon die Entwicklung von We. The Revolution. This is the Police spendierte uns viele Fälle, die wir mit ein paar Klicks abhakten – zog dafür durch eine spannende Hauptgeschichte in seinen Bann. In We. the Revolution verbringen wir weitaus mehr Zeit mit den einzelnen Fällen. Inwieweit die Hauptgeschichte auf Dauer zu begeistern mag, kann man aufgrund einer Demo natürlich noch nicht einschätzen, jedoch lässt sich bereits erahnen, dass unsere Entscheidungen sehr viel Einfluss auf den weiteren Verlauf nehmen werden, da jeder Charakter seine eigene Agenda hat, mit der wir uns befassen müssen, um am Leben zu bleiben.

Caroline Valdenaire

Caro blickt auf eine abwechslungsreiche Spielekarriere zurück - schließlich darf sie sich schon seit Mitte der 90er ein Zockerweibchen nennen. Am liebsten spielt sie im Team, damit sie dann alle - wie im echten Leben - bemuttern kann. Inzwischen haben es ihr vor allem die Survivalspiele angetan. Bei Gameplane ist sie irgendwie Mädchen für alles, hauptsächlich aber Madame Chefredakteurin.