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Preview: Twin Mirror – Zwischen zwei Persönlichkeiten

26. August 2018
Nicole Wetzel

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Preview: Twin Mirror – Zwischen zwei Persönlichkeiten

Mit Twin Mirror wirft Dontnod Entertainment neben Life is Strange ein weiteres episodisches Spiel ins Rennen. Insgesamt drei Episoden soll der psychologische Thriller haben. Episode 1 soll Anfang 2019 für PS4, Xbox One und PC erscheinen.

Der Protagonist Samuel Higgs hat es in Twin Mirror definitiv nicht einfach. Er hat sich gerade erst von seiner Freundin getrennt und kehrt nun in seine alte Heimat zurück, weil sein bester Freund verstorben ist. Da er zuvor alles zurückgelassen hat, traut er sich nicht bei seiner Rückkehr seine Familie und Freunde zu treffen. Samuel durchlebt eine schreckliche Phase seines Lebens, was in der anspielbaren Demo auf der gamescom 2018 deutlich zu sehen war.

Als wäre das alles auch noch nicht genug, leidet Sam unter einer Art Schizophrenie. Das sogenannte Double, sein eigenes, teuflisches Gewissen, welches Sam immer mal wieder einreden möchte, was er zu tun hat. Das Double kann man metaphorisch als Engelchen oder Teufelchen auf der Schulter sehen und es obliegt dem Spieler, ob ihr bestmöglich versucht es zu ignorieren oder ob ihr seinen Anweisungen und Vorschlägen nachkommt. Allein diese Idee macht einen vielversprechenden Eindruck.

In der Demo wacht Sam eines Morgens in einem Hotelzimmer auf und findet sein blutiges Hemd im Waschbecken. Er kann sich absolut nicht daran erinnern, woher das Blut auf seinem Hemd kommt oder was überhaupt geschehen ist. Um der Erinnerung auf die Sprünge zu helfen kann Samuel sich in seinen eigenen Gedankenpalast zurückziehen und die Bruchstücke seiner Erinnerung zusammensetzen. Hiermit wären wir beim zweiten sehr interessanten und vielversprechenden Punkt von Twin Mirror.

Im Gedankenpalast findet ihr ein unvollständiges Abbild des Hotelzimmers und müsst rekonstruieren, was am Vorabend geschehen ist. Dazu müsst ihr stets zwischen der realen Welt und dem Gedankenpalast wechseln, was ihr jederzeit tun könnt.

Twin Mirror Screenshot
Der Gedankenpalast

In der Realität sammelt ihr Informationen und durchsucht das Hotelzimmer nach Details. Beispielsweise solchen, die erahnen lassen, was Sam am Vorabend getan haben könnte, ob er noch Fernsehen geschaut hat, sich direkt ins Bett fallen ließ oder vorher noch versucht hat, das Blut von seinem Hemd zu waschen. Immer wenn ihr eine neue Information gefunden habt, könnt ihr wieder zum Gedankenpalast wechseln und überlegen, in welcher Reihenfolge welche Ereignisse eingetroffen sind und langsam alles rekonstruieren.

Die Demo war nur ein simpler Einstieg und hat sich fast ausschließlich auf die Wiederherstellung einer Erinnerung bezogen, während das Double nur einen kurzen Auftritt hatte. Doch gerade dieses kurze Anspielen hat schon Lust auf mehr gemacht, sodass ich enttäuscht war, als die Demo endete, da ich gerne noch mehr von dem Double gesehen hätte. Alles in Allem wirkt Twin Mirror mit der eher düsteren, psychologischen Atmosphäre sehr vielversprechend und vor allem durch das Double könnten sich spannende Konflikte entwickeln.

Fazit

Nicole WetzelTwin Mirror macht einen sehr vielversprechenden und höchst interessanten Eindruck. Das Alter Ego auf der einen Seite, welches stets versucht einem ins Gewissen zu reden und zum anderen das Konzept stets zwischen dem Gedankenpalast und der Realität zu wechseln. Die Mechanik funktioniert flüssig, denn der Wechsel geschieht sofort via simplem Knopfdruck.

Da bleibt nur zu hoffen, dass die Rätsel zur Rekonstruktion später noch komplexer werden. In der Demo spielten wir lediglich den Anfang des Spiels, da ist also noch viel Luft nach oben. Das allein hat allerdings schon deutlich Lust auf mehr gemacht. Besonders gespannt bin ich auch auf den Verlauf und die Konflikte zwischen Sam und seinem Alter Ego.

Nicole Wetzel

Nicole ist praktisch als Zockerin geboren, denn schon mit etwa 3 Jahren fand sie sich vor einer SNES wieder und wuchs somit mit Yoshis's Island und Donkey Kong Country auf. Seither sind Videospiele ihre große Leidenschaft und nicht mehr für sie wegzudenken. Später wurde sie nicht nur von Nintendo sondern auch von der Playstation geprägt, weswegen sich ihr Spektrum um etliche Genre erweiterte.