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Preview: Torment: Tides of Numenera – Faszinierende Story

Ersteindruck

Das Spiel sah auf den ersten Blick ziemlich basic aus. Obwohl das nicht als schlechte Eigenschaft aufzufassen ist. Man spielt in einer 2,5D Welt in Vogelperspektive. Man steuert den Charakter mit dem Controller oder der Tastatur durch die Welt und kann immer wieder anhalten und mit den Leuten sprechen. Die erste Person, die wir treffen, erkennt uns direkt als Castoff. Wir führen ein Gespräch über unser Dasein in dieser Stadt und wie wir dorthin gekommen sind, was wir allerdings nicht so ganz wissen. Die Dialoge sind reiner Text und wir haben verschiedene Antwortmöglichkeiten, um auf die Fragen einzugehen. So lernen wir den Charakter erst richtig kennen, wenn wir die richtigen Fragen stellen. Der sich als Dracogen vorgestellte Charakter schickt uns nach einigen Wortgefechten los, um ihm ein Artefakt zu bringen, welches er nicht erreichen kann. Wenn wir ihm helfen, wird es sich dankbar zeigen und uns einen Gefallen erfüllen. Das kann im Laufe des Spiels von großem Nutzen sein, um den Changing God zu finden.

Torment: Tides of Numenera

Anfangs dachte ich noch, dass das viele Lesen das Spielgefühl unnötig verlangsamt und man so nicht in einen anständigen Spielrhythmus kommt. Daran erkennt man wahrscheinlich schon, dass ich den Vorgänger nicht gespielt habe. Dieses Gefühl hat sich allerdings nach einigen Gesprächen in Luft aufgelöst. Denn je mehr man mit den Leuten spricht, desto mehr erfährt man über die Welt und dessen Bewohner. Und das auf eine sehr unterhaltsame und faszinierende Weise. Man wird förmlich in das Spiel hineingezogen und will immer mehr erfahren. Im Allgemeinen ist die Welt ziemlich mysteriös und unwirklich. Man befindet sich in einem gigantischen Wesen namens „The Bloom“, welches seine Tentakel durch die Realität und die Dimensionen ausstreckt hat und verschiedene Welten bedroht. Weil die Menschen keinen Weg gefunden hatten, das Wesen aufzuhalten, haben sie sich einfach eine Stadt in dem Wesen selber gebaut. So kann es sie nicht mehr erreichen. Deswegen finden wir immer seltsamere Gestalten und Orte, die nur noch mehr Fragen aufwerfen.

Zunehmende Begeisterung

Wie kam es, dass man sich in diesem Wesen befindet? Wie kamen die Menschen hier hin? Was hat es mit den seltsamen Geisterwesen auf sich, auf die man stößt? Man stellt sich eine Frage nach der nächsten und muss einfach erfahren, worum es hier eigentlich geht. Aber das ist nicht so einfach. Denn die Geisterwesen, auf die man stößt, haben keinerlei Erinnerung daran, wie sie so geworden sind. Außer, dass sie einmal Menschen waren, die sich zu diesen Wesen gewandelt haben. Also gehen wir weiter, in der Hoffnung, Antworten zu finden.

Man hat auf Anhieb gemerkt, wie detailliert und wie anspruchsvoll die Geschichte des Spiels ist. Durch die wirklich genial geschriebenen Dialoge bekommt man irgendwann gar nicht mehr mit, dass man soeben gefühlte 20 Seiten eines Buches gelesen hat. Man ist vollkommen in der Welt von Numenera gefangen und verfolgt mit großem Interesse die Charaktere auf ihren immer interessanter werdenden Wegen.

Torment: Tides of Numenera

Was schon zu Ende?

Irgendwann waren dann leider die zwei Stunden der Anspielzeit vorbei und ich habe erst einmal ungläubig auf die Uhr geschaut. Die Welt war so fesselnd, dass die Zeit nur so vorbei geflogen ist. Nachdem ich dem Soldaten Artaglio geholfen habe, mit seinem Gewissen wieder ins Reine zu kommen, das Artefakt für Dracogen beschafft habe und ein paar Priestern auf die Nerven gegangen bin, musste ich dann den Controller wieder weglegen. In Gedanken habe ich allerdings immer noch versucht, die vielen kleinen Hintergrundgeschichten nachzuvollziehen und die Geschichte um unseren Charakter zu ordnen. Das Spiel gibt einem viel auf den Weg, über das man noch länger nachdenken kann.

Story top, Technik auch top?

Grafisch hat das Spiel im Allgemeinen gut ausgesehen. Es ist keine AAA-Grafik mit gestochen scharfen Texturen und detaillierten 3D-Modellen auf höchstem Niveau. Denn das muss es auch nicht. Das Spiel überzeugt auf andere Art und Weise. Die Steuerung der Charaktere hat gut funktioniert und auch die Interaktion mit anderen Charakteren funktionierte tadellos. Allerdings ist es öfters vorgekommen, dass man gegen Hindernisse gelaufen ist, die man eigentlich nicht als solche eingeschätzt hat. Das ist der Vogelperspektive geschuldet und den für das Level manchmal sehr ähnlichen Farben für Objekte und Hintergrund. Auch konnte ich manchmal nicht ausmachen, wo denn mein Weg weitergeht. Man hat nur eine Karte im Menü, auf der man sich orientieren kann. Und dann muss man erst einmal den eingeprägten Weg gehen. Wenn man gegen eben erwähnte unerwartete Hindernisse stößt, dauert es dann halt mal länger, bis man den Ausgang gefunden hat.

Natürlich gibt es auch ein Inventar und einen Fähigkeiten-Baum. Im Inventar kann man rollenspieltypisch seinen Charakter ausstatten und so seine Werte verbessern. Dabei wird zwischen Ausrüstung und Magischen Runen unterschieden. Diese haben dann wiederum ganz eigene Auswirkungen auf unseren Charakter. Man kann auch seine Gefährten mit besseren Ausrüstungsgegenständen ausstatten. So macht man sich dann als Gruppe bereit für die Herausforderungen, die auf einen warten.

Der Fähigkeiten-Baum hat vier Ausprägungen. Diese sind in der Welt von Numenera nicht genau zu benennen, da man sie in der normalen Sprache nicht beschreiben kann. Also hat man sie nach Farben kategorisiert. Diese repräsentieren dann die Tugenden, welche diese Kräfte ausmachen und verstärken. So steht zum Beispiel Indigo für Gerechtigkeit und Gleichheit. Wenn man nach diesen Tugenden handelt und mit den Charakteren interagiert, bekommen wir hier Erfahrungspunkte zugesprochen. Mit den Fähigkeiten selbst kann man dann andere Charaktere manipulieren oder spezielle Aufgaben bewältigen.

Torment: Tides of Numenera

Kampfszenen gab es bei der Demo leider nicht. Diese sollen aber auch nicht das Spiel ausmachen. Man legt viel mehr Wert auf die Story und die Interaktion mit der Welt, als auf Auseinandersetzungen.

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