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Preview: This is the Police – Gefangen in der Korruption

Es war einmal eine kleine, aber feine Kampagne bei Kickstarter für yetanotherindiegame This is the Police. Auch wenn Entwickler Weappy Studio damals nur rund 35000 US-Dollar sammeln konnte, ging man seinen Weg und wurde sogar mit dem Kickstarter Staff Pick geadelt. Aber ist This is the Police wirklich nur yetanotherindiegame? Nein, es ist viel mehr. Es ist ein bezauberndes kleines Spiel, das uns die Höhen und Tiefen eines alternden Polizeichefs begleiten lässt und uns mitten in die moralischen Abgründe der Korruption wirft.

F.R.E.E.B.U.R.G. Confidential

Korrupte Polizisten sind vor allem in der Filmwelt ein beliebtes Thema. Weappy Studio greift selbiges erneut auf und präsentiert uns einen Adventure-Strategie-Mix, der schon jetzt, in der frühen Alpha-Version 0.1.5, bereits zu überzeugen weiß. Doch worum geht es genau?

Die Karriere von Polizeichef Jack Boyd, Freeburg PD, scheint ein frühes Ende zu finden. Wie das Büro des Bürgermeisters mitteilt, soll Mr. Boyd binnen 180 Tagen in den Ruhestand versetzet werden. Genau der richtige Zeitpunkt für die Spieler von This Is the Police, einzugreifen. In dem spannenden Mix aus Adventure und Strategie-Spiel schlüpft man in die Rolle des frischgebackenen Rentners in Spe und muss entscheiden, wie die Geschichte ausgeht: Bislang war Jack immer Mr. Nice Guy – erledigte seine Pflicht, jagte Kriminelle und schütze die braven Bürger Freeburgs. Und für was? Eine mickrige Pension? Zur Hölle damit!

Ihr habt 180 Tage, um für einen angenehmen Lebensabend mit gesicherter Rente zu sorgen. Euer Ziel: 500000 US-Dollar. Die Million ist euch zu klischeebehaftet. Doch auch euer gesetztes Ziel ist nicht schnell erreicht. Um die halbe Million zu ergattern, dürfen die Gesetze gerne zu euren Gunsten ausgelegt werden. Hier ein bisschen Korruption, da ein bisschen Mafia. Und das Kokain, das ihr nach dem Raubüberfall sichergestellt habt? Ach, das wird schon niemand vermissen. Willkommen in Freeburg, Officer. An die Arbeit. Wir haben viel zu tun.

This is the Police Artwork2

Leben und Sterben in Freeburg

Die raue Stimme des Polizeichefs begrüßt uns im Spiel. Man hätte wohl kaum eine passendere Stimme als die des Dukes engagieren können. Wir werden direkt ins kalte Wasser geworfen und müssen uns mit der penetranten Presse auseinandersetzen, die uns wegen einem Korruptionsskandal befragt. Es liegt an uns ob wir einfach gar nichts sagen, uns dumm stellen oder mit dezent aggressivem Unterton die aufdringlichen Journalisten mundtot zu machen. Die Geschichte kommt langsam ins Rollen und wir machen uns ans Tagewerk. Zuvor wollen natürlich die Zeitungen des Tages gelesen werden, die uns über Ereignisse am Vortag oder künftige Ereignisse informieren.

Sobald die aktuelle Schicht steht und potenzielle Freistellungsgesuche wegen unwichtigen Ereignissen, wie der Hochzeit der eigenen Tochter, rigoros abgelehnt wurden, geht der strategische Teil von This is the Police los. Untermalt wird der Tag in der Einsatzzentrale durch klassische Musik. Die zugehörigen Schallplatten könnt ihr von eurem beiseite gelegten Sparkonto bezahlen. Die Einsatzkarte präsentiert die gesamte Stadt Freeburg, für uns Deutsche wirkt das Ganze, dank der Häufigkeit der kriminellen Zwischenfälle, wie eine Gangsterhochburg. Andere Stimmen mögen unterstellen, dass es eine ganz normale Kleinstadt in den USA sein könnte. Wie dem auch sei, das fiktive Örtchen weiß mit allerlei krimineller Energie zu überzeugen.

This is the Police 1

Kriminelle Delikte werden auf der Karte mit einem Timer hervorgehoben. Innerhalb dieses Zeitfensters habt ihr Zeit, eine gewisse Menge Polizisten an den Einsatzort zu schicken. Falls gerade alle Polizisten unterwegs sind, und sich entsprechend niemand um das Problem kümmern kann, sind entflohene Kriminelle oder sogar tote Zivilisten das Ergebnis. Damit es nicht dazu kommt, solltet ihr möglichst passend auf einen Notruf reagieren. Bei einer Massenpanik im Stadion reicht ein Polizist nicht aus, bei einer großen Katze auf der Veranda hingegen schon. Das Spiel zeigt euch durch die möglichen Polizisten am Einsatzort, wie gefährlich ein Notruf ist. Auch die Beschreibung des Notfalls selbst gibt oft die nötigen Hinweise über die Gefahrenlage. Natürlich kann dennoch immer Unvorhersehbares passieren. Bei Bedarf könnt ihr auch das SWAT-Team oder den Paddy Wagon hinzuziehen. Falls ihr nicht angemessen auf einen Notruf reagiert und zu wenige oder zu unqualifizierte Polizisten zum Tatort schickt, kann es auch zum Ableben aufseiten des Gesetzes kommen. Eventuell werden bei Unterschätzung der Sachlage auch weitere Polizisten zur Verstärkung bestellt.

Unqualifizierte Polizisten? Ja, das gibt es natürlich auch. Jeder Polizist ist mit einer Anzeige über dessen Professionalität versehen. Ein Wert von 150 ist Standard, alles darunter eher schlecht, alles darüber Gold wert. Bei jedem geglückten Einsatz verdienen die beauftragten Polizisten an Wert hinzu, das kann mal 5, mal 10 oder sogar 100 sein, wenn man die Oma kurz vor der Rente zum  privaten Boxkurs geschickt hat. Zusätzlich zur Professionalität haben gewisse Polizisten auch versteckte Eigenschaften, die sich erst nach und nach herauskristallisieren. Ein Trinker im Team meldet sich morgens des Öfteren krank, erscheint vielleicht einfach nicht oder verbockt die Aufträge öfter als seine Kollegen. Setzt ihr einen Alkoholiker für eine Schicht ein, obwohl er sich morgens für den heutigen Tag abmelden wollte, kann es sogar passieren, dass er auf dem Weg zu einem Einsatzort betrunken einen Unfall baut und verstirbt. Doch nicht nur Alkoholiker fragen nach freien Tagen, sondern beispielsweise auch besorgte Familienväter. Lehnt ihr wiederholt den Wunsch nach etwas Freizeit ab, kann es in diesem Fall passieren, dass derjenige schlicht kündigt, um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen.

This is the Police

Übrigens: Verstirbt einer eurer Mitarbeiter, könnt ihr den Tod einige Zeit verschleiern und ihn auch nach dem Ableben noch einige Male zur Arbeit schicken. Auf diese Weise fehlt euch zwar eine aktive Arbeitskraft, doch könnt ihr so dreist den Verdienst des verstorbenen Mitarbeiters einstreichen und ihn beispielsweise erst ein paar Tage später als toten Kollegen zu den Akten legen, damit er doch noch das feierliche Begräbnis bekommt. Was man für Geld nicht alles tut.

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