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Preview: Sudden Strike 4 – Zurück im Krieg

Die Ära des Zweiten Weltkriegs ist zurück. Mit dabei: Sudden Strike 4. Auch wenn die Sudden Strike – Reihe nie die Schlachtfelder des zweiten großen Krieges verlassen hat, passt sie dennoch wunderbar in die heutige Zeit, in der große und kleine Entwickler das Thema nach kurzer Abstinenz wieder für sich entdecken. Ich habe mir mal wieder die Generalsmütze aufgesetzt und mich in die strategischen Schlachten geworfen, um zu schauen, was das Spiel von Kalypso Media und Kite Games so kann.

Angenehme Abwechslung

Wie auch schon in den Vorgängern ist in Sudden Strike 4 eine angenehme Abwechslung geboten. Der Spieler erlebt den Krieg nicht nur aus der Sicht der US-Streitkräfte, wie ihn die meisten Spiele gerne darstellen, sondern bieten gleich drei Sichtweisen an: Amerika, Deutschland und Sowjetunion. Auf einer großen Karte können unterschiedliche Missionen und Schlachten ausgewählt werden, die sich an historischen Ereignissen orientieren: Der Überfall auf Polen, die lange und blutige Schlacht um Moskau, die Landung der Alliierten in der Normandie. Kite Games haben kaum ein europäisches Schlachtfeld ausgelassen, sehen wir einmal von Nord- und Südeuropa ab.

Sudden Strike 4

Ebenfalls für Abwechslung sorgt eine Auswahl vor jedem Missionsbeginn, in der ein General ausgewählt wird. Grundlegend sind die drei Generäle, die nach historischen Pesönlichkeiten benannt sind, in drei Bereiche unterteilt: Infanterie, Panzer und Unterstützung. Die Auswahl entscheidet, mit welchen Einheiten die Mission bestritten wird. Außerdem kann der Spieler mit erspielten Punkten Fähigkeiten freischalten. So können Soldaten etwa mehr Granaten tragen und schneller Rennen, Panzer sich verschanzen oder die obere Luke öffnen, um eine bessere Sicht zu bekommen. Das motiviert nicht nur zum Weiterspielen (Sachen freischalten kommt immer gut), sondern sorgt auch für einen Wiederspielwert. Wie hätte sich die Mission mit mehr Panzern gespielt? Wie mit mehr Unterstützungseinheiten?

Etwas komplizierter

Sudden Strike 4 spielt sich ähnlich wie ein Men of War und weniger wie ein Company of Heroes. In letzterem geht es vor allem um die Action: Lästiges Micro Management ist kaum vorhanden, denn hier haben die Soldaten unendlich Munition, Fahrzeugen geht der Sprit nicht aus und schwere Kanonen werden einfach von den Männern an die Front geschoben. In Men of War dagegen hat jeder Infanterist sein eigenes Inventar, in welchem Munition, Waffe, Granaten und Kleidung zu finden sind. Ganz zu kleinteilig ist Sudden Strike 4 jedoch nicht: Soldaten und Fahrzeuge sind zwar auf Nachschub angewiesen, aber ein einfacher Klick auf das Nachschubfahrzeug reicht, damit die Infanteristen sich neue Munition schnappen und Panzer wieder vollgetankt werden. In manchen Missionen wird die Knappheit an Nachschub thematisiert, was ein spannendes Gameplay-Element ist. Denn wenn der Sprit ausgeht, muss die Panzerbesatzung eben aussteigen und zu Fuß weiter gehen.

Auf ein Deckungssystem haben Kite Games übrigens verzichtet und auch die Modelle der Infanterie sehen nicht besonders detailliert aus, was schade ist. Dass amerikanische Offiziere sich hin und wieder eine Zigarette anstecken ist leider kaum zu erkennen. Die geringe Zoomweite verschärft dieses Problem noch. Deutlich mehr Mühe haben die Entwickler sich aber bei den Fahrzeugen gemacht – hierauf liegt ganz klar der Fokus. Hinzu kommen Kleinigkeiten wie Fahrzeugspuren im Schnee und plattgewalzte Getreidefelder, was optisch gut aussieht und für Immersion sorgt.

Sudden Strike 4

Das Gameplay baut natürlich auf einem Schere-Stein-Papier-Prinzip auf, doch ist Sudden Strike 4 etwas komplexer. So haben Panzer beispielsweise keine hohe Sichtweite. Wenn ich meine Fahrzeuge ohne Infanterie in unbekanntes Gebiet schicke, werde ich schnell von irgendwo beschossen. Zurückschießen ist ohne bestehende Sichtlinie nicht möglich. Als Option bieten die Entwickler an, dass der Panzerkommandant oben am Fahrzeug die Luke öffnet, um so das Sichtfeld zu erweitern. Gleichzeitig macht er sich aber auch angreifbar. Oder ich schicke eben doch ein paar Fußtruppen mit, welche die Gegner für die Panzer aufdecken. Gleichzeitig gibt es aber auch Gebiete, wo die Fahrzeuge gar nicht hinkommen: Dichte Wälder oder dicht bebautes Gebiet ist nur durch Infanterie betretbar und sorgt für interessante Möglichkeiten, um gegnerische Stellungen zu flankieren. Genauso spannend ist das Verstecken im hohen Gras oder in Getreidefeldern. Einem Fahrzeug kann es beim Durchqueren eines solchen Feldes schnell passieren, dass es unbeabsichtigt zwischen einen Trupp Panzergrenadiere fährt, ohne diese zu bemerken.

Sudden Strike 4

Der Verlust eines solchen Fahrzeuges ist in Sudden Strike 4 besonders schmerzhaft. Denn der Spieler startet mit einem Trupp und bekommt nur bei bestimmten Meilensteinen während der Mission Verstärkung. Verliere ich also früh all meine Panzer, stehen meinen Infanteristen harte Zeiten bevor. Umgekehrt ist es aufgrund der schlechten Sichtweite der Panzer übrigens ebenso schwierig.

Sudden Strike 4
Panzer werden gehört, noch bevor sie gesehen werden.

Kein Fokus auf den Multiplayer

Spiele wie Company of Heroes und Men of War lebten nicht nur von gelungenen Kampagnen, sondern auch von ihrem Multiplayer. Noch heute spiele ich mit Freunden hin und wieder eine Runde, denn das Spielprinzip der Klassiker wird nie alt oder langweilig. Sudden Strike 4 versucht in unserer Preview-Version eigene Wege zu gehen, doch das gelingt leider nicht. Der aktuell vorhandene Skirmish-Modus ist für bis zu acht Spieler in zwei Teams auf unterschiedlichen Karten ausgelegt. Jeder Spieler wählt im Vorfeld seine Nation, die er spielen möchte, und seinen General. Mit ein paar Einheiten und dem Ziel, die drei Fahnen, die auf dem Schlachtfeld verteilt sind, zu halten, werden die Spieler aufeinander losgelassen. Hier kann manuell Verstärkung an Bahnhöfen oder kleinen Häfen angefordert werden, was auf dem Papier nach einer guten Idee klingt, in der Umsetzung aber hapert: Bestellen mehrere Spieler an einer Station neue Einheiten, staut sich der Nachschub oft und unter Umständen wartet man eine ganze Weile auf das neue Kriegsgerät. Die Möglichkeit, neue Infanterie ins Feld zu führen, ist mir bisher nur mit den Fallschirmspringern gelungen. Einen anderen Weg habe ich noch nicht gefunden.

Ein Skirmish-Match lief bei mir bisher immer wie folgt ab: Alle Spieler schicken alles, was sie haben, zu der Fahne in der Mitte. Dort gibt es einen riesigen Clusterfuck und die wenigen überlebenden Einheiten hetzen danach über das Schlachtfeld, um irgendwie an eine gegnerische Fahne heran zu kommen. Spaß macht das leider noch nicht.

Technisch gelungen

Wie bereits erwähnt, sind die Modelle der Fahrzeuge sowie die Landschaften in Sudden Strike 4 gut gelungen. Effekte wie Explosionen und Feuer machen Laune und die Beeinflussung der Landschaft mit simplen Dingen wie Reifen- und Kettenspuren machen das Spiel fast schon zu einem Genuss. Technische Schwierigkeiten hatte ich während meiner Spielzeit keine. Lediglich die Einheitendetails der Infanterie und der schwache Zoom stören das ansonsten runde Paket, das Entwickler Kite Games für uns geschnürt hat.

Fazit

Für wen ist Sudden Strike 4 also geeignet? Ich würde das Spiel genau zwischen Company of Heroes und Men of War einordnen. Es ist nicht ganz so detailreich wie letzteres, aber auch nicht so auf Action fokussiert wie ersteres. Die Entwickler haben hier ein angenehmes Mittelmaß gefunden, das sowohl Hobby-Strategen als auch Hardcore-Veteranen ansprechen dürfte. Der Umfang mit drei unterschiedlichen Kampagnen, plus der erwähnte Wiederspielwert durch verschiedene Generäle, wird Fans eine Weile mit dem Singleplayer beschäftigen. Wenn der Multiplayer allerdings so bleibt, werden Freunde der Online-Schlachten schnell enttäuscht sein.

Sandro Kipar hat Sudden Strike 4 auf dem PC gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde uns freundlicherweise von Kalypso Media zur Verfügung gestellt.

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