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Preview: Shadows: Awakening – Schizophrene Dämonen

Das Spiel Shadows: Awakening basiert auf dem vom deutschen Publisher BitComposer veröffentlichten Spiel Shadows: Heretic Kingdoms. Nachdem BitComposer allerdings 2015 Insolvenz angemeldet hatte, war lange unklar, was mit der IP und vor allem der versprochenen Fortsetzung geschehen würde. Durch Kalypso Media ist es den Entwicklern von Games Farm möglich geworden, nicht nur an einer Fortsetzung zu arbeiten, sondern auch den Vorgänger aufzufrischen. Mit Shadows: Awakening sollen die Fans das Original und die Fortsetzung in einem Paket erhalten.

Trotz der finanziellen Schwierigkeiten auf Seiten des ehemaligen Publishers sind die slowakischen Entwickler fest dazu entschlossen, Shadows: Awakening weiterhin zu einem erfolgreichen Spiel zu machen. Das kleine Studio Games Farm mit seinen 25 Entwicklern ist übrigens auch kein allzu unbeschriebenes Blatt: Im März haben sie Vikings: Wolves of Midgard auf den Markt gebracht, was gute Kritiken bekommen hatte.

Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Die Idee hinter Shadows: Awakening ist originell. Als hungriger Dämon zieht der Spieler durch eine Fantasy-Welt und frisst andere Helden auf. Erinnert ein bisschen an Kratos auf seinem Kreuzzug gegen die Götter. Doch anstatt die Widersacher auf brutale Art und Weise zu ermorden (God of War war in dieser Hinsicht äußerst kreativ), vereint der Dämon in Shadows: Awakening diese lieber in sich. Dies führt zu einem außergewöhnlichen System, denn plötzlich stehen dem Spieler eine ganze Palette an Charakteren zur Verfügung, die per Knopfdruck gewechselt werden können. Für die jeweilige Kampfsituation kann der richtige Charakter gewählt werden und sollte sich auf dem Schlachtfeld etwas ändern, kann der Spieler darauf adäquat reagieren. Alle Charaktere bringen zudem ihre eigenen Fähigkeiten mit, können ausgerüstet werden und unterhalten sich sogar untereinander. Ein wirklich interessanter Ansatz, um eine Geschichte zu erzählen.

Auch zum Lösen von Rätseln soll der ständige Wechsel gut sein. So wandelt der Dämon beispielsweise im Reich der Schatten, das dem der Sterblichen nur noch ansatzweise ähnelt. Dadurch können etwa Hindernisse, die sich dem Spieler in der einen Welt in den Weg stellen, in der anderen Welt umgangen werden. Dies erinnerte mich an die Zeitreise-Mission aus Titanfall 2, welche die Messlatte für Singleplayer-Shooter höher gelegt hat.

Stimmen im Kopf

Für einen Menschen ist es in der Regel nicht so gut, wenn er irgendwelche Stimmen hört und damit anfängt, mit sich selbst zu reden. Laut den Entwicklern kann dies auch für den Dämon böse enden. Die Geschichte von Shadows: Awakening soll dynamisch und vom Spieler beeinflussbar sein. Die verschlungenen Seelen der Helden werden keine Gelegenheit auslassen, um den Dämon von innen heraus zu zerstören. Und der Weltuntergang steht natürlich auch auf dem Spiel.

Shadows Awakening

Insgesamt 40 Stunden soll der Spieler für einen Durchlauf durch die Kampagne brauchen. Den Wiederspielwert wollen die Entwickler durch drei unterschiedliche Startcharaktere erhöhen. Hinzu kommen Unmengen an Loot und ein actionreiches Kampfsystem. Ein beeindruckendes Paket, das Games Farm da schnüren möchte.

Erscheinen soll Shadows: Awakening erst 2018, dafür aber auf PC, PlayStation 4 und Xbox One. Eine öffentliche Testphase haben die Entwickler bisher nicht geplant.

Fazit

Die grundsätzliche Idee von Shadows: Awakening klingt interessant und originell. Erzählerisch könnten die Entwickler hier klar punkten, wenn die Geschichte und die Dialoge gut geschrieben sind. Einzelspielerenthusiasten wie ich meckern bei diesen Aspekten ja gerne herum. Die Idee, mehrere Charaktere in einem zu vereinen, weckt aber meine Neugierde und führt mich zu Fragen: Inwieweit kann das Spielgeschehen wirklich beeinflusst werden? Sind das auch relevante Entscheidungen, die ich da treffen muss oder geht es nur um die Farbe der Vorhänge im neuen Dämonen-Eigenheim? Fragen, die ich auf der gamescom 2017 leider nicht stellen konnte.

Wenn ich mir die Fakten anschaue, haben die Entwickler ein spannendes Projekt in der Mache, das auf soliden Grundpfeilern steht. Jetzt muss es nur noch gut umgesetzt werden und Spaß machen, dann können Games Farm problemlos an ihren Erfolg mit Vikings: Wolves of Midgard anknüpfen.

 

In einer früheren Version dieses Textes wurde über die finanzielle und rechtliche Vorgeschichte zu dem Spiel und seinem ehemaligen Publisher geschrieben. Diese Textpassage konnte allerdings leicht missverstanden werden, weswegen genauer darauf eingegangen wurde.

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