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Preview: Past Cure – Hochglanz-Indie dank Hollywood

Wenn das erste Spiel eines Studios voller Männer und auf Hochglanz poliert ist, werde ich stutzig. Past Cure ist das erste Spiel von Phantom 8 und wurde maßgeblich von Filmen inspiriert, was man dem Trailer deutlich ansieht. Die Idee von zwei verschiedenen Welten, Traum und Wirklichkeit, stammt aus Inception, die Martial Arts Kämpfe und Anzüge kommen von John Wick und eine veränderte Persönlichkeit und Skurrilität entstammen Fight Club. Dieser Mangel an Originalität ist einerseits ein Garant für gute Verkaufszahlen (never change a running system) und andererseits kann man sich so darauf konzentrieren, die Copycat möglichst hübsch zu verpacken. Nichtsdestotrotz könnte Past Cure Spaß machen.

Der Protagonist von Past Cure hat übernatürliche Fähigkeiten, die ihm ohne seine Zustimmung möglich gemacht wurden. Dass sein Körper unter der Kontrolle eines anderen stand, gefällt ihm gar nicht. Fortan schleicht er also an Wachmännern vorbei, das Spiel ist dabei eine Mischung aus Stealth und wenig Action. Denn die besonderen Kräfte helfen nur das Ziel heimlich zu erreichen, im Kampf steht der Protagonist fast hilflos da. Zwar ist er trainierter Martial Arts Kämpfer und kann auch mit Waffen umgehen, doch laut den Entwicklern sei Kämpfen nur die Notlösung und deshalb äußerst schwer. In der Alptraumwelt geht es um das Überleben und Puzzles, die gelöst werden müssen. Sterile Garagen werden durch dunkle Korridore ersetzt und anstatt gegen Menschen zu kämpfen, stellen sich Porzellanmenschen in den Weg. Beide Gegnerarten reagieren empfindlich auf Bewegungen und Past Cure brüstet sich mit extrem harten Stealth-Einlagen.

REAL WORLD stylish and rough action stealth and combat focus

NIGHTMARE WORLD haunting and disturbing survival horror with puzzle solving

Deep CHARACTER, unexpected twists and turns packed into an action THRILLER topped with a family drama

Bullet Time, seinen Geist wie eine Drohne fliegen zu lassen und weitere spannende Fähigeiten müssen gezielt eingesetzt werden, um die Übeltäter zu finden, die hinter diesen Modifikationen stecken. Um die Kämpfe dabei so realistisch wie möglich zu machen, wurde Motion Capturing verwendet, das die Bewegungen von Martial Arts Kämpfern digitalisiert hat. Zudem arbeitet Phantom 8 mit weiteren Profis der Branche, um ein Indie-Spiel mit Triple A-Ambitionen zu liefern. Um diesem Vorhaben auf technischer Ebene gerecht zu werden, hat Past Cure kaum eigene Ideen, sondern legt den Fokus auf ein profanes Spiel mit beliebiger Story, das gut gemacht ist.

Past Cure

Ende des Jahres soll Past Cure als digitale und sogar physische Version erscheinen. Der Preis von 29,99 Euro soll unterstreichen, dass das Spiel nicht mehr Indie ist, sich bewusst abhebt, aber auch (noch) kein Triple A-Titel ist. Die auf der gamescom 2017 verfügbaren Demos waren, wie erwartet, technisch einwandfrei. Das kann leider nicht über die fehlende Persönlichkeit des Spiels hinwegtäuschen, aber da zwei Demos noch kein ganzes Spiel sind, sollte jeder, dem das Prinzip und der Mix aus Genres zusagt, den Titel im Auge behalten.

 

Christina KutscherPast Cure könnte ein gutes Spiel werden. Es soll ein sehr gutes Spiel werden, dafür arbeiten die Entwickler mit den Besten der Besten zusammen. Der Grafik und den Animationen sieht man dieses Konzept jedenfalls an, das Gameplay wirkt zwar ausgereift, über Trivialität kommt es dennoch nicht hinweg. Die sterile Umgebung und der Hochglanz-Look sind ungewohnt, aber nicht zwangsläufig schlecht und diese Indetermination lässt mich nicht los. Technisch macht Past Cure alles richtig, doch es mangelt an Herzblut und Innovationen. Das mag sich noch ändern, immerhin konnte ich auf der gamescom nur Demos spielen und die Kaltherzigkeit ist sogar beabsichtigt, doch so richtig warm werde ich mit Past Cure nicht.

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