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Preview: Metro Exodus – Überleben in der Endzeit kann so schön sein

26. August 2018

Preview: Metro Exodus – Überleben in der Endzeit kann so schön sein

Endzeit ist ein seltsamer Begriff. Er suggeriert das Ende der Zeit oder zumindest das Ende einer Zeit, doch in Reihen wie Metro, Fallout oder Rage, um nur einige zu nennen, geht es dann erst richtig los. Eine scheinbar stehen gebliebene Welt, in der Land brach liegt, soziale Strukturen ungültig sind und der Kampf ums Überleben die einst so fortschrittliche Zivilisation zu ihren primitiven Ursprüngen zurückführt, bietet schier endlose Möglichkeiten. Die meisten Spiele, die die Zeit nach der Apokalypse, einer nuklearen Katastrophe oder schlicht dem unweigerlichen Zerfall der Menschheit thematisieren, setzen dennoch auf Gesellschaftskonstrukte, die uns bekannt sind. Sie implementieren Ideen, die heute schon bestehen, anstatt die Welt komplett neu zu denken. Dahinter können kapitalistische Absichten stecken oder auch der Widerwille die Welt, wie sie jetzt ist, zu ändern.

Diese Preview ist schon jetzt hart gesellschaftskritisch, aber Metro Exodus schreit förmlich nach einer differenzierten Betrachtung. Dabei gibt es bis dato noch nicht all zu viele Infos. Der E3-Trailer sah fantastisch aus, Action en masse in einer eisigen Landschaft, denn nun verschlägt es Artjom an die Oberfläche des verlassenen Russlands. So verlassen ist es tatsächlich gar nicht, an jeder Ecke droht Gefahr durch bösartige Kreaturen, sowohl tierischer als auch menschlicher Natur. Hier, an der Oberfläche, die wir auf der gamescom 2018 erstmals selbst erkunden konnten, zeigt sich, wie viel die Bevölkerung der Oberfläche mit uns gemein hat.

Das Anspielen von Metro Exodus hat mich selbst zu meinen ursprünglichen Instinkten zurückgeführt – schießen, nachladen, wegrennen, Bolzen einsammeln, Medikits basteln, weiterschießen. Es spielte sich ähnlich wie Fallout 4, was wohl dem Setting geschuldet ist. Die Geschichte soll aber düsterer werden und auch Munition für Schrotflinte, Revolver und Co. war deutlich seltener in den Baracken und verkommenen Hütten zu finden. Die Armbrust hingegen scheint sich auch bei Gegnern großer Beliebtheit zu erfreuen, denn überall fand ich Bolzen. Die lautlosen Geschosse sind in feindlichen Wäldern, wo hinter jedem Baum ein Gegner lauern könnte, eh überlegen.

Zu meiner Enttäuschung spielte die Demo tatsächlich in Wäldern, Höhlen und – immerhin – auf Baumhäusern. Keine verschneite Großstadt, kein Zug, auf den ich mit rasendem Herz aufspringen muss. Immerhin eine blutrünstige Bestie begegnete mir – dass das Ereignis gescriptet war, ist an dieser Stelle fast schon egal. Die Begegnung macht nichtsdestotrotz einiges her.

Metro Exodus

„Craften“ ist in der Endzeit unumgänglich, auch wenn ich zögere, diesen Begriff zu verwenden. Das Inventar zu öffnen und ein paar Mal „A“ zu drücken, um aus den gefundenen Items Medikits herzustellen, unterforderte selbst mich als Survival-Verweigerin extrem. Im Kontrast dazu fielen die restlichen stereotypischen Endzeit-Tätigkeiten positiv auf: das Erkunden der Umgebung, auf diverse feindliche Fraktionen treffen und sie alle wegballern, verlassene Häuser looten, versuchen mit dem Menü klarzukommen, Spinnenweben in Brand setzen, sich von mutierten Wölfen töten lassen, an Seilen entlang gleitend Flüsse überqueren oder das Bestaunen des ruhigen Sees im Mondlicht waren schon spaßig.

Reicht das? Kann ein Metro Exodus erfolgreich sein, auch wenn es die immer gleichen Schemata eines Endzeit-Titels reproduziert? Die Hoffnungen sind angesichts der bisher veröffentlichen Trailer und Screenshots hoch und auch die Story soll einem 2019er Titel gerecht werden.

Die Frage ist nun: Würde ich Metro Exodus spielen, wenn es am 22. Februar 2019 für PS4, Xbox One und PC erscheint?

Fazit

Christina KutscherJeder noch so kleine Ausflug in ein Endzeit-Szenario macht mich glücklich. Wenige Menschen, atemberaubende Umgebungen, Geballer. Entsprechend große Hoffnungen setze ich aktuell in Metro Exodus, doch das Gameplay auf der gamescom wirkte ernüchternd. Klar hat es Spaß gemacht, aber ist das eine akkurate Demo dessen, was uns erwartet? Skepsis bleibt, aber Metro Exodus wird mindestens ein akzeptabler Titel mit dem Potential zu etwas sehr Gutem.

Christina Kutscher

Christina wurde im zarten Alter von acht Jahren an die Playstation 1 heran geführt und hat sie sofort ins Herz geschlossen. Einige Jahre und kurze Abstecher in unbekannte Genre später, spielt sie mittlerweile plattformübergreifend alles, was eine gute Story hat, überdurchschnittlich kreativ ist oder einfach nur Spaß macht und schreibt dann darüber.