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Preview: Man O’War: Corsair – Early Access Ahoi!

„Zeit, sich ein Schiff zu kaufen“, dachte sich der überaus reiche Captain Gainpain, kaufte sich kurzerhand ein Schiff und nannte es Gameship. So weit, so unkreativ. Nun befinden wir uns aber schon am Anfang unserer kleinen Reise in Man O’War: Corsair, ein weiterer Early Access-Titel, der seit dem 15. April die Gewässer von Steam unsicher macht. Was mutige Kapitäne in der frühen Version 0.2 erwartet, erfahrt ihr hier.

Schon wieder ein Warhammer Game?

Kurzum: Ja! Aber an diesem Franchise kann sich unmöglich jemand satt spielen. Strategie, Rollenspiel, Actiontitel, Coop-Survival und nun eine Schiffssimulation. Dieses Universum gibt eben einiges her, obwohl die Stammtischphilosophen meinen, dass Krieg immer gleich ist. Sicher hat von denen aber noch niemand ein Spiel aus dem Warhammer-Universum in Händen gehalten.

Man O'War: Corsair
Die Gameship und ihr glorreicher Kapitän Gainpain bei der Arbeit.

Bei Man O’War dreht sich alles um den weiten Ozean und alles, was darauf und darin herumschwimmt. In der Early Access Version kann man bisher nur eine Kampagne als Mensch beginnen und sich anfangs entscheiden, ob man lieber Mann oder Frau ist und wie vermögend der Charakter ist, was wiederum den Schwierigkeitsgrad beeinflusst. Dann ist man auch schon auf dem Meer und siehe da: Orkschiffe am Horizont. Zeit für’s Tutorial, Captain!

Die Steuerung geht hierbei leicht von der Hand. Der Spieler steuert das Schiff mittels den Tasten WASD und kann per klick die Kanonen backbord und steuerbord ausrichten. Kommt die eigene Nussschale einem Schiff zu nahe, kann dieses per Leertaste geentert werden, worauf das Spiel euch aus einer Third-Person-Perspektive das Entermanöver erleben lässt. Kleiner Tipp: Ein Schiff voll mit Grünhäuten zu entern, ist nicht die beste Idee. Aber das Leben auf See ist hart, sorry ihr 15 mutigen Matrosinnen und Matrosen.

Weite Leere auf hoher See

Nachdem das erste Gefecht überstanden wurde, sollte der Hafen aufgesucht werden. Hier offenbart sich die noch nicht wirklich schöne Seite des Spiels: Die Landmassen sind langweilig. Die Häfen sehen austauschbar und unbelebt aus. Es muss dringend nachgebessert werden: Hafenarbeiter, Fischer, Marktstände. Es ist ja nicht so, dass an einem Hafen nie etwas los ist.

Man O'War: Corsair
Ist jemand zuhause?

Das Menü, das den Spieler beim Andocken erwartet, ist zweckmäßig, was aber nicht weiter stört. In der Taverne können die neuesten Gerüchte aufgeschnappt, an den Docks das Schiff repariert und aufgerüstet werden oder wahlweise kauft man sich gleich ein neues. Da diese allerdings einen ordentlichen Batzen Geld kosten, ist die erste Wahl eher Aufträge anzunehmen und Waren einzukaufen, die woanders wieder teuer verkauft werden.

Die Aufträge gestalten sich schon jetzt angenehm abwechslungsreich: Von Schiffsrennen bis gezielte Tötungen von bestimmten Kapitänen ist alles dabei. Natürlich auch die obligatorische „Bringe Z von A nach B“, was mich zum nächsten Problem bringt: Die Fahrerei auf See ist trotz hübschem Wetter- und Tag-Nacht-Wechsel nicht immer spannend. Zwar kann man den Verlauf der Zeit auf ein doppeltes Niveau beschleunigen und ab und zu in Events wie Seeschlachten oder Angriffe von Seeungeheuern rutschen, aber im Großen und Ganzen gibt es während den langen Wegen nicht so viel zu tun, was das Spiel schnell eintönig macht. Selbst der Musik wird es hier so langweilig, dass sie komplett einschläft. Nur das Rauschen des Wassers und gelegentliche Rufe der Crew sind zu vernehmen. Während diesen Reisen konnte ich nebenher meine E-Mails checken, mit Freunden die Abendplanung besprechen und Wäsche aufhängen.

Auf einem guten Weg

Mit dem Update auf Version 0.2 hat Entwickler Evil Twin Artworks bereits an dieser Stelle nachgebessert: Man kann die Geschwindigkeit nun vervierfachen, seine Kapitänskajüte aufsuchen und Zielübungen machen. Ein gutes Zeichen, dass der Entwickler auf seine Community hört. Auch eine neue Fraktion hat mit dem neuen Update ins Spiel gefunden: Khorne.

Für die Zukunft sind außerdem mehrere Mikromanagement-Features geplant, wie das Zuweisen von Deckarbeiten, was die Moral der Crew oder die Leistung des Schiffes verbessert. Wünschenswert wäre noch eine Personalisierung der Männer und Frauen, mit denen man in See sticht. Dies muss nicht einmal den Umfang eines XCOM 2 bieten. Einfache Gespräche zwischen den Leuten wären schon ein toller Anfang.

Man O'War: Corsair
Dies ist die gesamte Karte. Aktuell spielt sich noch alles im Nordosten ab und seit Update 0.2 auch in den Gewässern vor Bretonnia.

Auch erwähnenswert ist, dass ein Multiplayer kommen soll, welcher Custom Battles erlaubt. Außerdem noch einige Fraktionen wie Skaven oder Zwerge. Der Entwickler hat eine umfangreiche Roadmap veröffentlicht, welche übersichtlich darstellt, was noch alles auf Man O’War: Corsair zukommt. Ihr Ziel ist es, jeden Monat ein größeres Update zu veröffentlichen. Nun, bisher hat das sehr gut geklappt.

gameplane.de meint:

Sandro Kipar 1Es ist faszinierend, wie vielschichtig das Warhammer-Universum ist. Gepaart damit, dass Early Access die Entwickler zum experimentieren einlädt, sind dies wunderbare Zeiten für Gamer, die mehr als nur das Übliche wollen. Evil Twin Artworks hat jedoch noch eine Menge Arbeit vor sich: Die langen und teilweise ereignislosen Reisen müssen unterhaltsam gestaltet werden. Hier wurden schon richtige Schritte unternommen, jedoch sollte man weitergehen. Die Wartezeit mit Mikromanagement zu verbringen, scheint mir eine praktikable Lösung.

Auch was die Küsten angeht, hat man auf Kritik der Community reagiert. Mit der Version 0.2 besteht die Möglichkeit, dass kämpferisch veranlagte Kapitäne Häfen nun überfallen können. Diese erhöhte Interaktivität mit der Welt verleiht ihr mehr Authentizität, was einzigartigen Welten wie der von Warhammer mehr als gut steht. Was zu dieser Authentizität auch noch fehlt, sind knackige Soundeffekte. Wenn ich dem Gegner eine Breitseite verpasse, erwarte ich Kanonendonnern und das laute zerbersten von Holz. Aktuell klingt das jedoch eher so, als würde man bei der Einweihung des neuen Altersheims die Champagnerflaschen öffnen.

Trotz dem Gemecker: Da das Spiel einwandfrei läuft, ordentlich aussieht und der Entwickler zügig Content liefert, ist Man O’War: Corsair auf dem besten Weg, ein gutes Spiel zu werden. Wer Teil dieses Prozesses werden möchte, kann also ohne Bedenken schon jetzt zugreifen und einige Stunden Spaß auf hoher See haben.

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