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Preview: Kitchen – Wie Resident Evil 7 und VR mit den Spielern spielen

Schon gestern berichteten wir über die Resident Evil 7 Demo in VR, was also ist das jetzt?! In der Beginning Hour Demo sind stellenweise Szenen aus einem VHS Tape zu sehen, unter anderem sitzt der Protagonist gefesselt in einer Küche. An genau dieser Stelle startet Kitchen.

Kitchen ist die VR Demo, die den Fokus nicht auf die Inhalte des Spiels legt, sondern die Möglichkeiten der Virtual Reality Erfahrung im Zusammenhang mit der beliebten Survival Horror Reihe von Capcom demonstriert. Der Spieler ist bloßer Beobachter und doch mitten im Geschehen drin. Er wacht auf einem Stuhl auf, wirft die Kamera, die vor ihm steht und möglicherweise das Bisherige gefilmt hat, um und kann sich zunächst nur umsehen. Vor ihm liegt ein Körper, der sich schon bald als noch lebender Mann herausstellt. Zu diesem Zeitpunkt hört er bereits von vorne Geräusche, die aus dem dunklen Nichts zu kommen scheinen. Der Mann am Boden richtet sich auf und greift nach einem Messer, das auf dem Boden liegt. Im nächsten Moment beugt er sich über den Gefesselten und während er versucht dessen Fesseln zu durchtrennen, wird auf unangenehme Weise in den Personal Space des Spielers eingedrungen. Das Gefühl der ungewollten Nähe und Angst um die Integrität und das Überleben steigern sich nur noch durch die folgenden Geschehnisse. Eine „Frau“ erscheint plötzlich und ersticht den Mann, der euch einen Augenblick vorher noch befreien wollte und verletzt euch am Bein. Die Demo ist bereits ab dieser Stelle nichts für schwache Nerven, intensiviert sich aber noch durch eine kurze und eher ungünstig endende Kampfszene, bei der der Spieler wieder nur hilflos zusehen kann, und zuerst ein Kopf rollt und danach die Furcht in Erwartung des Bösen den Spieler zermürbt. An dieser Stelle sei nicht mehr zum Plot verraten (es wird noch besser/schlimmer), der im Grunde nebensächlich für den Zweck der Demo ist und nur das profunde Erlebnis mindern würde.

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Zur Immersion trägt maßgeblich der Surround Sound bei. Der Spieler kann die Geräusche orten und erahnen, aus welcher Ecke die Gefahr kommt. Zusätzlich wird die Realität noch mehr ausgeblendet, die Sinne konzentrieren sich ausschließlich auf das Spielgeschehen. Während ich so da saß, meinem Helfer beim Sterben zusah und schließlich selbst ins Bein gestochen wurde, habe ich Schmerzen erwartet und damit gerechnet, ihren fauligen Atem zu riechen, ihre langen Haare auf meiner Haut zu spüren. Verletzbarkeit auf einer vollkommen neuen Ebene.

Ebenso wie in der Demo Beginning Hour täuschen in Kitchen kleine Elemente darüber hinweg, dass so gut wie gar kein Gameplay vorhanden ist. Das meiste spielt sich auf der anderen Seite des Bildschirms ab, Rätsel, die von den Spielenden gelöst werden, die Angst und Erwartungshaltung des Spielers, die ausgenutzt wird während gar nichts weiter passiert und die beachtlicheAtmosphäre, die nicht nur Virtual Reality geschuldet ist, sondern auch der jahrelangen Erfahrung der Entwickler.

Kitchen spielt mit erlernten gesellschaftlichen Dogmen und zeigt ebenso wenig von Resident Evil 7 wie alles andere. Im Fokus steht eindeutig das Erlebnis, die Stimmung und die Tatsache, dass neue Maßstäbe im Horrorgenre gesetzt werden wollen. Es könnte ein markanter Schritt sein, der den Spieler auf eine ganz neue Art fordert, ihn dazu animiert anders im und mit dem Spiel zu interagieren als bisher. Dass eine VR Brille dem Spieler ermöglicht auch den Kopf zu neigen, sich zu bücken oder um Ecken zu sehen, vergessen viele noch. Unmittelbar begreifbar wird das Spielgeschehen zur Realität im virtuellen Raum und die Perspektive im und auf das Medium transformiert. Im Gegensatz zum klassischen Spielen, das nur bedingt ein Gefühl der Räumlichkeit und Immersion erzeugen kann, ist Kitchen der Beweis dafür, dass VR in Verbindung mit der richtigen Software durchaus in der Lage ist die Perzeption von räumlichem Empfinden zu beeinflussen.

Kitchen ist, ganz subjektiv betrachtet, unglaublich gruselig und anspannend, auf Jump Scares wurde (zu meinem Leidwesen, aber aus marketingtechnischer Sicht verständlich) nicht verzichtet und die Länge ist (auch wenn ich vorzeitig aufgeben musste) angemessen. Ein Teaser, der trotz der erlebten Schrecken Lust auf mehr macht und vor allem einen Blick auf das bietet, was bald möglich sein könnte sowie möglicherweise einen Eindruck der Atmosphäre und VR-Umsetzung von Resident Evil 7 vermittelt.

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