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Preview: Kingdom Come: Deliverance – Auch ohne Fantasy fantastisch

Seit der ersten Stunde ist die Geschichte von Kingdom Come: Deliverance die eines Erfolgs. Die Crowdfunding-Kampagne für das 2017 erscheinende Rollenspiel schoss in Kürze über die angepeilte Summe von etwa 500.000 Dollar hinaus, am Ende kamen über zwei Millionen zusammen. Für alle Unterstützer des Spiels mit dem Motto „Dungeons & No Dragon“ steht nun schon seit einiger Zeit eine Betaversion bereit, in der das Grundkonzept der offenen Welt von Kingdom Come: Deliverance zur Schau steht. Auf der gamescom 2016 haben wir von den Entwicklern einen Einblick in einen noch nicht veröffentlichten Beta-Build bekommen und sind fasziniert von der detailverliebten Welt mit ihren zahlreichen Möglichkeiten.

Selbst spielen war leider nicht drin, dafür durften wir einem Entwickler zuschauen, wie er eine Mission anging. Diese Mission spielt in der (nicht linearen) Story kurz vor einer bedeutenden Schlacht zwischen den böhmischen Truppen und ungarischen Invasoren, den „Bad Guys“ in Kingdom Come: Deliverance. Wir haben den Auftrag, ein Militärcamp unserer Feinde auszuspähen und nach Möglichkeit zu sabotieren, um die Gewinnchancen für unsere böhmischen Underdogs zu erhöhen. Wobei, eigentlich müssen wir das gar nicht machen, wenn wir nicht wollen. Denn wir könnten auch einfach zu unserem Fürsten gehen und ihm sagen, dass er das Militärcamp angreifen soll. Dann müssten wir jedoch die Schlacht ohne jeden Vorteil schlagen und hätten wesentlich schlechtere Chancen. Verlieren ist eine Option, wie die Entwickler betonen – so würde sich die Story eben nicht zu unseren Gunsten entwickeln. „Game over“ gibt es nur, wenn wir sterben, ansonsten soll es verschiedene Handlungsstränge geben. Also machen wir uns doch lieber auf den Weg durch den Wald, um unsere Armee quasi präventiv zu unterstützen.

Kingdom Come: Deliverance

Köpfchen braucht der edle Ritter

Beim Militärcamp angekommen, sondieren wir kurz die Lage. In der angrenzenden Natur stehen vereinzelt Wachen, mehrere Posten wiederum halten an den Eingängen Ausschau. Auch wenn dieses kleine Fort keine uneinnehmbare Festung ist, stellt es für uns als Einzelkämpfer eine große Herausforderung dar. Wie sollen wir dort nur hineinkommen? Ein Plan muss her. Eine direkte Konfrontation ist keine gute Idee. Das beeindruckende Kampfsystem in Kingdom Come: Deliverance verbietet es uns förmlich, es mit mehr als einem Gegner gleichzeitig aufzunehmen. Würden wir auch nur in unserer nicht-ungarischen Kleidung nahe des Camps gesehen werden, hätten wir direkt Dutzende Gegner am Hals – keine gute Idee. Unter allen Umständen sollten wir es also zuerst vermeiden, von den Wachposten bemerkt zu werden.

Kingdom Come: Deliverance legt großen Wert auf taktisches Vorgehen. Möglichst realistisch eben, so wie es der im Jahr 1403 spielende Titel verspricht. Dies bedeutet, dass wir unsere Umgebung sorgfältig beobachten und eine Strategie zurechtlegen müssen. Stealth ist ein sehr wichtiger Aspekt des Spiels, der aber Vorbereitung bedarf. Theoretisch könnten wir einen Großteil des Spiels übrigens abschließen, ohne einen Kampf zu bestreiten. Es gibt immer einen anderen Weg!

Kingdom Come: Deliverance

KI, die ihren Namen verdient

In Kingdom Come: Deliverance sind NPCs keine dummen Requisiten. Sie wirken lebendig und sind niemals vollständig berechenbar. Jeder Charakter geht einem Tagesablauf nach. Wir nähern uns einer Wache, die eine schmale Brücke bewacht und halten uns in den Büschen versteckt, um die Lage zu beobachten. Hier kommen wir nicht drüber, ohne gesehen zu werden, Mist! Doch dann eröffnet sich eine Gelegenheit: Ein schwer gepanzerter ungarischer Reiter nähert sich und passiert den Wachposten. Dieser dreht sich, gelangweilt von seinem eintönigen Job, nach dem Kollegen um, als dieser über die Brücke trabt. Das ist unsere Chance: Schnell huschen wir hinter ihn und rammen ihm einen Dolch in die Brust. Was in anderen Spielen problemlos vonstatten ginge, ist in Kingdom Come: Deliverance keine Selbstverständlichkeit: Haben wir Pech, wehrt die Wache unseren Überraschungsangriff ab und schlägt Alarm. Während der Demo haben wir Glück, unsere Attacke läuft reibungslos ab. Sonst hätten wir neustarten müssen.

Nun gilt es, die Leiche im Dickicht zu verstecken. Aber selbst, wenn der Leichnam nicht mehr gefunden wird, gibt uns das keine Sicherheit. Bemerkt ein Gegner, dass an einer Stelle die Wache fehlt, könnte er durchaus Alarm schlagen. Das hängt zum Teil jedoch von der Situation ab: Fehlt beispielsweise die Wache einer Schatzkammer, würde sofort Alarmstufe rot herrschen. Weil wir aber nur die Wache einer wackeligen Holzbrücke ausgeschaltet haben, ist die Gefahr relativ gering. Ihre Kollegen werden annehmen, dass sie für eine Pinkelpause ausgetreten ist. Hundertprozentige Sicherheit haben wir jedoch nie. Dieser Nervenkitzel macht einen guten Teil des Stealth-Gameplays von Kingdom Come: Deliverance aus.

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