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Preview: Ghost Recon: Wildlands – So bewerten wir die Closed Beta

Die Closed Beta von Ghost Recon: Wildlands läuft zwar noch, doch haben wir bereits unsere Eindrücke für euch parat. Unsere Herangehensweise an den großen Open World Taktik-Shooter von Ubisoft war jeweils unterschiedlich. Die einen haben sich im 4er Koop-Squad nach Bolivien begeben, die anderen haben das Spiel lieber als Einzelspieler mit der KI getestet. Die einen haben das Kartell auf dem PC, die anderen auf der Konsole gejagt. Das Fazit? Unterschiedlich.

Ghost Recon: Wildlands steht schon lange auf meiner Liste, auch wenn ich tatsächlich skeptisch war ob Ubisoft am Ende nicht doch nur wieder das klassische Rezept anwendet und alles andere vernachlässigt. Ich habe im Vorfeld jede News und jeden Trailer interessiert angesehen und zweifelte noch etwas daran, dass uns hier wirklich ein Taktik-Shooter erwartet, da das doch alles irgendwie recht shooterlastig aussah.

Doch ich habe mich getäuscht. Ghost Recon: Wildlands KANN ein Taktik-Shooter sein, zumindest, wenn man entweder ein funktionierendes Team im Sprachchat sitzen hat oder eben mit der KI umzugehen weiß. Leider ist das Spiel, wie kaum ein anderes, extrem Troll-anfällig. Was das bedeutet? Habt ihr einen Idioten im Spiel, welcher gerne als Rambo ins Lager stürmt und einfach wild umherballert, dann ist der Spielspaß eben dahin. Die Lösung für das Problem: entweder so lange von random zu random hüpfen, bis man ein taktisches Team erwischt oder eben doch drei taktischen Freunden das Spiel so lange schönreden, bis sie es kaufen.

Als riesiger Koop-Fan ist das Spiel für mich natürlich sehr interessant und ich muss sagen: während es im Einzelspieler zumindest für mich enttäuschend ist, funktioniert das Konzept mit Freunden in Discord perfekt. Man verfällt schnell in den Militärjargon, spricht über Tangos, überlegt sich Taktiken, berichtet den Kollegen von Gegnern, welche man mit der Drohne erspäht hat oder gibt den Sniper, welcher aus dem Hinterhalt die Truppe im Blick behält.

Die Welt von Bolivien ist schön umgesetzt und extrem hardwarehungrig. Die Vegetation ist abwechslungsreich, die Locations glaubhaft in der Spielwelt platziert. Was ein bisschen fehlt ist die Lebendigkeit. Zwar gibt es an fixen Standorten ständig böse Jungs, doch gibt es beispielsweise keine Patrouillen oder Überraschungsüberfälle des Kartells, welche alles ein bisschen spannender machen würden.

Wildlands besteht aus 21 Maps, welche das gesamte Land darstellen. In der Beta dürfen wir eine davon komplett erkunden, nach Waffen und Teilen abgrasen und Missionen erfüllen. Abseits davon gibt es allerdings sehr wenig zu tun, es ist fraglich ob sich dies bis zum Release ändern wird. Immerhin: die Charaktererstellung ist abwechslungsreicher als noch in The Division, auch wenn da noch mehr gehen würde. Wir bekommen gefühlte 712638 Rucksäcke zur Auswahl aber nur sieben Frisuren? Bei Ubisoft gibt es manchmal anscheinend doch andere Prioritäten.

Die Anpassung der Waffen ist gelungen und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man dies mit DLCs oder vielleicht sogar einem Echtgeldshop erweitert. Was aber reine Spekulation ist. Auch ohne eine solche Erweiterung habt ihr schon schier endlose Möglichkeiten bei der Anpassung eures Pengpengs.

Übrigens: Wer einen Blick auf Reddit geworfen hat, liest von vielen enttäuschten Kunden. Am besten ist aber immernoch: selbst eine Meinung bilden. Ende letzten Jahres wurde schließlich bekanntgegeben, dass vor Release auch eine Open Beta für alle anstehen soll.

Vor der Beta hatte ich mich nicht wirklich mit Ghost Recon: Wildlands beschäftigt und wurde (ehrlich gesagt) positiv überrascht. Auch wenn sich die Missionen alle recht ähnlich sind und die KI ihre Macken hat, bzw. fast gar nicht wirklich funktioniert, habe ich rießigen Spaß mit dieser neuen und für mich authentischen offenen Spielwelt.

Ich finde es super selbst entscheiden zu können, wie ich eine Aufgabe erledige und wenn sich dann das gesamte Team darauf einlässt, kann man Ghost Recon: Wildlands auch taktisch spielen. Blöd wird es, wenn es jemanden im Team gibt, der meint, dass er alles auf eigene Faust erledigen sollte. Und diese Leute wird es sicherlich in Mengen online geben.

Den Einzelspieler-Modus habe ich nur kurz getestet. Leider ist die KI der eigenen Teammitglieder genau so schlecht umgesetzt wie die gegnerische KI. Wenn ich langsam vorrücke, kommen die Kollegen einfach vorbeigelaufen und schießen in die Menge. Das ist leider nicht ganz so taktisch, auch wenn es dank der intelligenten Gegner-KI immer funktioniert.

Während meine Mitspieler vorallem die Vielfalt des Missionsdesigns kritisieren und dort mehr Aufgaben als Geiseln, Sender, Konvois und Informanten fordern, stört mich vor allem eins: die mangelhafte KI. Ich hatte meinen Spaß und werde ihn sicherlich auch in Zukunft noch haben. Ich freue mich auf Ghost Recon: Wildlands.

Ghost Recon: Wildlands

Endlich! Endlich wieder Ghost Recon spielen. Als langjähriger Fan der Serie war ich natürlich freudig gespannt auf Ghost Recon: Wildlands, aber auch gleichzeitig etwas ängstlich ob die Umsetzung gelingt. Die Eliteeinheit in einer Open-World? Völlig neues Setting? Ich war mir nicht sicher ob alles gut gehen würden, aber das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Zunächst die positiven Merkmale. Das Spiel kann durchaus taktisch gespielt werden, hat also dieses Merkmal der Vorgänger nicht verloren. Wie meine Vorredner schon sagen, gerade im Koop kann man ungemein Spaß haben. Gemeinsam Ziele festlegen, absolvieren und mit einem virtuellen High-Five die Mission abschließen. Wie immer funktioniert sowas aber nur mit guter Kommunikation, deshalb lasse ich die Spielersuche hier weg und rate allen Interessenten es einfach nur mit Freunden zu spielen.

Der Spielfluss ist dabei außerordentlich elegant. Mit verschiedenen Herangehensweisen und dank der sehr nützlichen Drohne kann ich Missionen auch bei mehreren Durchläufen noch unterschiedlich angehen. Sich selbst der Herausforderung stellen, unentdeckt das Ziel zu erreichen ist dabei besonders schwierig umzusetzen, aber spannend und belohnend.

Leider finde ich es im aktuellen Zustand noch sehr vergebend. Ich spiele Shooter wie jeder andere auch, aber wenn ich einen Taktik-Shooter starte, dann sollte der Rambo-Weg keine Option sein. Selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad war es durchaus möglich sich einfach mit der Waffe durch die Gegner zu mähen. Das nimmt ein wenig die Bedeutung der Taktik weg, da man, falls man scheitert, sich halt einfach durchballert. Gerade die Vorgänger waren da kompromissloser, was ich mir von Ghost Recon: Wildlands auch gewünscht hätte. Die etwas längere Entwicklungszeit des Spiels merkt man der klobigen Fahrphysik und kleinen Animationsungenauigkeiten an, nimmt aber dem Spielfluss nicht zu viel ab.

Alles in allem ist die Transition in die Open-World durchaus gelungen. Die resultierenden taktischen Möglichkeiten geben dem Spiel mehr Tiefe, nur hätte sich Ghost Recon: Wildlands meiner Meinung nach trauen sollen, diese vehementer vom Spieler zu erfordern. Die Welt selbst ist riesig, mit insgesamt 21 Gebieten. In der Beta konnten wir uns nach Belieben auf einem dieser Gebiete umherballern. Bleibt zu hoffen, dass Ubisoft diese Spielwelt noch entsprechend füllt, und wir dürften im März unseren Spaß mit Ghost Recon: Wildlands haben.

Ich hatte leider noch nicht das Vergnügen, einen Teil der Ghost Recon Reihe zur Gänze zu spielen. Ich habe mich immer mit den Demos oder einem Anspielen bei Freunden zufrieden gegeben. Schade eigentlich. Nach meiner jetzigen Auffassung wird sich daran allerdings nichts ändern.

Ghost Recon: Wildlands begeistert durch seine offene Spielwelt und durch die schier endlosen Möglichkeiten, einen Einsatz auszuführen. Leider ist das auf lange Sicht gesehen das Einzige, was ich dem Titel abgewinnen kann. Dass bei einer Closed Beta noch einige Bugs und Balancing Probleme geben kann, ist offensichtlich. Dafür gibt es diese Vorab-Testversionen ja schließlich. Dennoch gibt es viel zu viele Dinge, die mir negativ aufgefallen sind.

Eine offene Spielwelt muss den Spieler fesseln, ihn an diese Welt binden, sodass er alles über diese Welt herausfinden möchte und sich so der Story, die über die Welt verteilt ist, widmet. Dazu gehören die Details, die die Immersion vorantreiben damit die Welt glaubhaft ist. Leider ist sie das in der Beta nicht gewesen. Die Fahrphysik ist ein komplettes Desaster. Dass Ghost Recon keine Fahrsimulation sein soll, ist offensichtlich. Dennoch hätte man sich hier ein wenig mehr Mühe geben sollen. Gleiches gilt für die Flugeigenschaften der Flugzeuge und Helikopter. Auch fehlt es der Welt an Dynamik. Man streift durch die Dörfer, tötet die Santa Blanca Gefolgsleute und das war’s. Beim nächsten Mal, wenn man in dieses Dorf kommt, sind die Gefolgsleute wieder da, als ob nichts gewesen wäre und das Spiel wiederholt sich ab hier. Diese Eigenschaften des Spiels stören die Immersion meiner Meinung nach sehr und daher fand ich das Spiel nach einigen Missionen bereits sehr repetitiv und langweilig.

Natürlich sollte man aber ein Auge auf die eigentlichen Werte eines Ghost Recon werfen. Die Taktischen Kämpfe und das Waffenhandling. Diese sind, kurz gesagt, wirklich klasse. Die vielen verschiedenen Möglichkeiten des Angriffs fühlen sich alle einzigartig an und man erhält immer wieder verschieden verlaufende Kämpfe. Die Waffen fühlen sich effektiv und sauber an und erzielen immer das gewünschte Ergebnis. Leider ist der Schwierigkeitsgrad in der Beta relativ niedrig, was auf Dauer leider auch etwas langweilig wird, da man alle Gegner gemütlich aus der Entfernung mit der Scharfschützengewehr töten kann. Dennoch ist den Entwicklern hier meiner Meinung nach fast alles gelungen, was sie versprochen haben.

Abschließend möchte ich sagen, dass Ghost Recon: Wildlands Spaß gemacht hat, aber irgendwann langweilig wurde, weil man durch die vorher erwähnten Ungenauigkeiten nicht in die Welt hineingezogen wird und man so nur Kampf nach Kampf durchzieht. Wirklich schade, weil die Kämpfe sind wirklich sehr gelungen.

Jetzt haben wir schon wieder einen Open World Titel. Dem ganzen Genre mittlerweile mit Skepsis gegenübertretend habe ich mich mit Teilen der Redaktion nach Bolivien gewagt und tatsächlich Spaß gehabt. Das Areal der Beta war abwechslungsreich und hat sich lebendig angefühlt. Es gibt allerlei Fahrzeuge, Waffen, Gadgets und Skills, die schon jetzt ausprobiert werden konnten. Auch der Online Part hat bestens funktioniert: Nur ein Mal haben die Server von Ubisoft ein wenig rebelliert, doch das Problem wurde schnell behoben. Der Koop Action stand also nichts im Weg: Wir machten taktische Absprachen, markierten Gegner und gingen koordiniert vor, um Basen des Feindes zu säubern. Dann machten wir das gleiche nochmal, dann nochmal und dann wieder und wieder.

Damit kommen wir zu meinem größten Kritikpunkt: Wildlands lebt davon, dass die Spieler sich das Spiel schön spielen. Die Story war schon nach den nächsten Minuten vergessen und rückte in den Hintergrund, die Nebenquests bestanden immer aus „Klau dies“ oder „Zerstöre das“. Schnell wurde das Spiel zu einer Routinearbeit die daraus bestand, mit einem Helikopter von einem Einsatz zum nächsten zu fliegen und dort ohne größere Schwierigkeiten alles abzuschießen, was nach fiesen Drogengangstern aussieht. Natürlich war das lediglich das erste Gebiet. Möglicherweise bekommen wir im fertigen Spiel dutzende abwechslungsreiche Aufgaben, die sich nicht repetitiv anfühlen und auf Dauer langweilen.

Auch die Gegner könnten nach meinem Geschmack eine Schippe drauf legen. Mit einem gut eingespielten Trupp hat die KI egal auf welchem Schwierigkeitsgrad kaum eine Chance gegen die Ghosts. Selbst wenn wir unvorsichtig vorgingen, hatte dies selten Konsequenzen. Hinzu kommt, dass die Feinde nach einer Weile respawnen. Es kommt also durchaus vor, dass man das mühevoll von Gegnern befreite Dorf eine halbe Stunde später nochmal befreien muss, weil ein Missionsziel den Spieler erneut dort hin schickt. Dies zerstört das Gefühl, dass eigene Handlungen Auswirkung auf die Spielwelt haben.

Was bleibt ist ein mulmiges Gefühl. Ein Spiel, bei dem der Koop ganz klar funktioniert und ein riesiger Pluspunkt ist. Auf der anderen Seite muss allerdings das Questdesign, die Story und das Fahrverhalten der Fahr- und Flugzeuge mit erhobenem Zeigefinger erwähnt werden. Ich hoffe, dass ich diese Punkte bei der Vollversion getrost ad acta legen kann.

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