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Preview: Ghost of a Tale – Was für eine süße Maus!

Ein ungewöhnlicher Held

Tilo ist eigentlich ein ganz normaler Videospielprotagonist. Er steckt zum Beginn von Ghost of a Tale in einem bewachten Kerker fest, muss seine Frau Merra finden und hat keine Ahnung, wie er das anstellen soll. Denn er ist, wie die auf seinem Rücken festgeschnallte Laute indiziert, eigentlich nur ein Minnesänger. Aber Tilo hat etwas ganz Besonderes an sich. Tilo hat große runde Kulleraugen, einen langen Schwanz, mit dem er gerne spielt, und einen vollständig von Fell bedeckten Körper. Denn Tilo ist eine Maus!

Natürlich zeichnet Ghost of a Tale so viel mehr aus als nur die Tatsache, dass es uns einen tierischen Protagonisten vorsetzt. Aber es ist genau das, was einem als erstes auffällt: Tilo ist einfach nur süß. Statt sofort nach einem Ausweg aus dem beklemmenden Kerker zu suchen, musste ich zu Spielbeginn erst einmal innehalten und mir Tilo ganz genau anschauen, wie er da steht und mit seinen schwarzen Äuglein fast ungläubig umherblickt. Ja, sogar als gestandenem Mann entweicht mir da ein kleiner Seufzer.

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Die zweite Sache, die sofort auffällt: Ghost of a Tale sieht unglaublich gut aus. Obwohl das Spiel nur von einem winzigen Team entwickelt wird, ist seine grafische Qualität beeindruckend. Es wurde in Unity erstellt und zeigt, was für schöne Umgebungen die Engine zaubern kann. Die detaillierten Szenerien in Ghost of a Tale sind ein wahrer Augenschmaus, ganz egal, ob wir uns in einem engen Kerker, in dem sonnendurchfluteten Innenhof einer Burg oder in einem opulent dekorierten Speisesaal befinden. Hervorstehende Steine in mit Moos und Efeu bedeckten Wänden erwecken einen regelrecht plastischen Eindruck, die Lichtstimmung während des stetig fortschreitenden Tag-Nacht-Zyklus trägt zu dem Gefühl von Fotorealismus bei. Ghost of a Tale sieht aus wie ein Computerspiel gewordenes Märchen, in das man jederzeit eintauchen könnte.

Aber genug vom optischen Ersteindruck, denn Ghost of a Tale hat viel mehr zu bieten als das. Vor allem eine bewegte Hintergrundgeschichte. Schon vor mehreren Jahren entschied sich Lionel Gallath dazu, Ghost of a Tale zu entwickeln. Ziemlich gewagt, denn der unter dem Pseudonym Seith agierende Gallath hatte überhaupt keine Erfahrung in der Videospielbranche und arbeitete zuvor als Animator bei Dreamworks und Universal Studios. Was nach überflüssigen Infos klingt, ist essentiell für das Verständnis der Intention von Ghost of a Tale. Es erklärt, warum Ghost of a Tale laut der Indiegogo-Kampagne von 2013 eigentlich spätestens 2014 fertig sein sollte und dennoch erst im Juli 2016 in den Early Access (!) gegangen ist. Es erklärt, warum Ghost of a Tale so gar nicht wie ein typisches Videospiel und so viel mehr wie ein fantastischer Film aussieht.

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Eine bedrohliche Welt für eine Maus

Im momentanen Early-Access-Build steht uns genau ein (noch nicht komplettiertes) Level zur Verfügung. Während der etwa ein bis zwei Stunden, die wir brauchen, um alle Quests zu erledigen, erhalten wir einen ersten Eindruck von dem Konzept des Spiels. Wir starten als Tilo in einem finsteren Kerker und besitzen nur spärliche Erinnerungen daran, wie wir dort endeten. Fest steht nur: Wir müssen herausfinden, wo Tilos Frau Merra steckt.

Dank der Hilfe eines mysteriösen Unbekannten können wir aus dem steinigen Verlies entkommen, doch die Gänge des unterirdischen Gefängnisses werden von brutalen bewaffneten Ratten bewacht. Diese empfinden nichts als Verachtung für ihren entfernten Verwandten Tilo und greifen bei Sichtkontakt hemmungslos an. Um unser Fell zu retten, müssen wir tun, was eine Maus am besten kann: Flink durch die bedrohlichen Korridore huschen, uns in dunklen Ecken verstecken und finsteren Verfolgern ein Schnippchen schlagen. Tilo ist nämlich alles andere als ein Kämpfer, als Minnesänger ist seine einzige „Waffe“ seine Laute. Und obgleich Tilo für eine Maus außergewöhnlich mutig ist, ist zumindest im Prolog von Ghost of a Tale Kämpfen keine Option.

Wer in die Rolle einer gejagten Maus schlüpft und sich überlegt und gewitzt vorwärts bewegt, hat also die besten Chancen, in Ghost of a Tale weiterzukommen. Obwohl das Spiel keine beeindruckenden Möglichkeiten bietet, aufzuleveln und Tilos Fähigkeiten individuell zu verbessern, verleiht allein die Wahl dieses ungewöhnlichen Charakters Ghost of a Tale interessante Rollenspielelemente – wir spielen eben die Rolle des Mäuserichs Tilo. Die bedrohliche Atmosphäre des Gefühls von hinter jeder Ecke lauernder Gefahr fängt perfekt die Unterlegenheit und Schwäche ein, die man als Maus unter Feinden verspüren muss.

Gut versteckt warten wir, bis diese argwöhnische Ratte die Suche abbricht
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