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Preview: Frostpunk – Die Kälte als Feind

Es ist kalt. Die ganze Welt ist vereist. Was an ein düsteres Zukunftsszenario wie etwa „The Day after Tomorrow“ erinnert, spielt aber tatsächlich am Ende des 19. Jahrhunderts: Bei Frostpunk ist der Name Programm. Ein bisschen Steampunk, eine vereiste Welt mit einer Gesellschaft am Abgrund. Da haben sich die Entwickler von This War of Mine an ein völlig neues Szenario gewagt, das durchaus unverbraucht daher kommt.

Die Gesellschaft im Fokus

In der ganzen Welt sind riesige Generatoren verteilt, die um sich herum Wärme abgeben. Eine Expedition bricht zu einem dieser Generatoren auf, doch etwas geht schief und nur sehr wenige Menschen erreichen das Ziel. Hier steigt der Spieler ein: Als Anführer der Truppe soll eine Siedlung um den Generator entstehen. Im Gespräch mit dem Entwickler erfuhr ich, dass Frostpunk ein waschechter City Builder sei, der auch soziale Entscheidungen und Konflikte, ganz wie in This War of Mine, in den Vordergrund stellt.

Auf der gamescom gab es sogar schon eine spielbare Version. Die ersten Schritte ähneln einem gewöhnlichen Aufbauspiel: Bewohner werden zum Beschaffen von Ressourcen wie etwa Holz oder Metall eingeteilt, erste Gebäude wie Wohnhäuser werden gebaut. In Frostpunk gibt es zwei Arten von Arbeitern: Ingenieure, die eher gebildet sind und entsprechende Aufgaben besser meistern und normale Arbeiter, die auch mit harter Arbeit gut zurecht kommen.

Schnell kommen aber auch die ersten sozialen Entscheidungen: Sollen auch die Kinder mit anpacken? Das hätte Vorteile, denn mehr Arbeitskräfte sorgen für mehr Ressourcen und einen schnelleren Gebäudebau. Allerdings würde diese Entscheidung nicht gut bei den Bewohnern der entstehenden Stadt ankommen. Diese formulieren auch explizite Wünsche an den Spieler. Als ich auf der gamescom Frostpunk spielen durfte, wurde nach mehr Wohnraum gefragt. Als Antwortmöglichkeiten hatte ich zur Auswahl, den Bewohnern zu versprechen, dass in drei oder fünf Wochen neuer Wohnraum für sie bereit stünde. Oder eben gar nicht.

Frostpunk

Der Entwickler erklärte mir, dass der Spieler gezwungen sein wird, auch Wünsche klar abzulehnen. Die Missgunst würde weit geringer ausfallen, als wenn ein Versprechen gebrochen werden würde. Die Menschen in Frostpunk werden eben nicht gerne angelogen.

Weitere knifflige Entscheidungen haben die Entwickler zudem nicht erfunden, sondern sich an tatsächlichen Ereignissen orientiert. Mir wurde erklärt, dass für die Entwicklung des Spiels Nachforschungen zu echten Polarexpeditionen angestellt wurden. Das Studio ging der Frage nach, welche Entscheidungen Menschen wirklich schon treffen mussten.

Kälte als Spielelement

Die Temperaturen spielen in Frostpunk eine zentrale Rolle. Am Anfang des Spiels ist nur die direkte Umgebung um den Generator für Wohnhäuser geeignet, da dort die Temperaturen auch in der Nacht angenehm bleiben. Auch Gebäude, in denen gearbeitet wird, dürfen nicht zu weit von einer Wärmequelle entfernt sein. Hierfür kann der Generator auch ausgebaut werden, um seinen Wirkungsbereich zu vergrößern. Das kostet allerdings mehr Kohle.

Frostpunk

Der Detailgrad des Spiels ist beeindruckend: Auf ihrem Weg zu Sammel- oder Baustellen pflügen die Menschen Pfade in den Schnee. Wandern sie regelmäßig auf diesem Pfad hin und her, entwickelt sich daraus sogar ein richtiger Graben. Und wer kein Zelt oder Haus zum Schlafen hat, legt sich vor dem wärmenden Generator einfach auf den Boden. Es sind Details wie diese, die zeigen, dass die Entwickler von 11 bit Studios mit Leidenschaft an ihrem Spiel arbeiten.

Kampagne und Szenarios

Neben verschiedenen Szenarios, die den Spieler vor neue und knifflige Herausforderungen stellen, soll Frostpunk auch eine Kampagne mit einer Geschichte bekommen. Das Setting dieser Geschichte wurde bereits von mir beschrieben, doch die genaue Handlung der Story wurde noch nicht verraten. Sie solle aber ein richtiges Ende bekommen, wenn der Spieler seine Bürger nicht gegen sich aufbringt. Der Entwickler behält sich außerdem vor, bei einem Erfolg von Frostpunk weiter Szenarien hinzuzufügen. Eine konkrete Veröffentlichung konnten die 11 bit Studios mir allerdings noch nicht nennen.

Frostpunk

Fazit

Ich habe mich sofort in Frostpunk verliebt: Die Details, die schwierigen Entscheidungen fernab von schwarz und weiß, das Management einer Zivilisation am Limit. Das alles klingt nach einer großartigen Mischung, die sogar grafisch toll umgesetzt ist. Auf der Messe konnte mir sogar ein Forschungsbaum gezeigt werden, der viel Auswahl zu bieten hatte und auch auf der Seite der sozialen Entscheidungen war auf den ersten Blick viel Abwechslung geboten. Bei den Gebäuden war es anhand der Version auf der Messe leider nur schwer auszumachen, ob hier die gleiche Vielfalt geboten wird.

Doch das trübt meinen Eindruck von Frostpunk nicht: Die Mischung aus Aufbau- und Survival-Game ist mein Highlight der gamescom 2017.

Caroline ValdenaireAls die 11 bit Studios verkündeten, dass sie ein neues Spiel am Start haben, war ich bereits verzückt. This War of Mine war ein spannendes, bewegendes und wichtiges Spiel. In Frostpunk erleben wir ähnlich schwere Entscheidungen, die uns nicht einfach fallen werden und die wir doch, zum Wohle der Bevölkerung, treffen müssen. Die vielen kleinen Details machen das Spiel trotz des ernsten Themas unglaublich liebenswürdig. Wenn die Arbeiter morgens das erste Mal ihren weit entfernten Arbeitsplatz ansteuern und dadurch langsam, aber stetig ihre Bahnen durch den Schnee ziehen, vergisst man gerne mal kurz, dass wir hier eigentlich für das Überleben einer Gesellschaft zuständig sind und uns etwas zu leicht ablenken lassen.

Dass man die Ereignisse im Spiel an vergangene Polarexpeditionen anlehnt, verleiht dem Spiel die nötige Tiefe und Glaubwürdigkeit. Die möglichen Entwicklungen im Spiel, sowohl bezogen auf die Forschung als auch die Geschichte, hören sich bisher fantastisch an. Ich kann mir ehrlich gesagt kaum vorstellen, dass bei diesem Projekt irgendetwas schief geht, wenn man bedenkt, wie gut diese erste spielbare Version bereits war. Auch für mich war Frostpunk eines der Highlights der gamescom 2017.

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